Anwender und Experten der RFID-Technologie trafen sich am Unternehmensstandort von Deister Electronic in Barsinghausen. Das Ziel: ein dynamischer Dialog zum Thema „RFID-Einsatz in Wäschereien“.
Nach Berechnungen des Industrieverbandes intex e.V. wurden im Textil-Service in Deutschland im Jahr 2008 etwa 2,73 Milliarden Euro umgesetzt. Die Zahl der Wäschereien schätzt der Verband auf etwas mehr als 2 300, 1 700 davon bedienen die Privatwäsche und bearbeiten Lohnwäsche. Neben Berufskleidung werden von den Textildienstleistern vor allem Flachwäsche (Bettwäsche, Handtücher, Tischwäsche), Schmutzfangmatten, Putztücher oder Wischmöppe bearbeitet. Zur Identifikation werden in Wäschereien vor allem zwei Techniken eingesetzt: RFID- und Barcode-/Matrixcode-Technologie.
"Als wir erstmals RFID eingesetzt haben, war noch völlig unklar, in welche Richtung sich die Technologie entwickeln würde. Auffällig ist, dass sich schon damals die Transponderpreise an der Grenze der Wirtschaftlichkeit bewegten. Das ist auch heute noch der Fall. Sieben Millionen aktive Kleidungsstücke durchlaufen bei uns die automatisierten Prozesse in den Wäschereien. Der Kernnutzen dieser Automation liegt in der Identifikation eines Kleidungsstückes. Daraus ergibt sich der Kosten-Nutzen-Vorteil. Es ist immer eine individuelle Betrachtung notwendig. Ein erfassbarer Standard, der die Entscheidung vereinfacht, existiert nicht", lautet die Einschätzung des Anwenders, in diesem Fall Mathias Klettke von CWS-boco, einem Unternehmen für Berufskleidung im Mietservice.
Das Potenzial der RFID-Technologie liegt laut Joachim Gonschior, Deister Electronic, im Bereich der Flachwäsche: "Ist der Barcode-Einsatz technisch nicht mehr möglich, kommt die RFID-Technologie ins Spiel. Besonders im Bereich der Flachwäsche ist die etablierte Art des Tagging mit Hardtranspondern nicht sinnvoll, der Chip würde sehr schnell kaputt gehen. An dieser Stelle besteht die Möglichkeit, Flachwäsche mit gestickten Tags zu kennzeichnen. Dazu läuft in der Türkei derzeit ein großer Versuch in Hotels und Krankenhäusern, der gezeigt hat, dass diese Tags mehr als 250 Waschungen aushalten. Auch in Deutschland wurden bereits mehrere Pilotprojekte gefahren, die diese Ergebnisse bestätigt haben."
Allerdings sei der Kostenfaktor des Transponders bei der Flachwäsche erheblich höher als bei der Berufbekleidung, so Daniela Schubotz von dem Unternehmen Gera-Ident: "Eine wesentliche Frage ist, was darf der Tag in der Flachwäsche kosten? Denn in diesem Wäschesegment sind mehr Teile als bei der Berufsbekleidung im Einsatz."
Lesen Sie die komplette Diskussionsrunde in der Juniausgabe von "RFID im Blick".






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