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Fußball: Anpfiff zum RFID-Einsatz

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Mercedes-Benz Arena
Mercedes-Benz-Arena

Eine Ära ging am 17. Mai 2009 in der deutschen Fußballgeschichte zu Ende. Im Rosenaustadion des Fußball-Zweitligisten FC Augsburg ging der 75 Jahre alte Rentner Josef Wagner das letzte Mal seiner Tätigkeit als „Nummern-Boy" nach. Fast 35 Jahre hängte er die Zifferntafeln an die Spielstandsanzeige. Mit dem Umzug des FCA in die neue impuls arena zu Beginn der kommenden Saison verlieren die Erste und Zweite Fußball- Bundesliga die letzte Anzeigentafel, die noch per Hand bedient wurde.

Stattdessen setzt der Verein zukünftig auf Technologie, unter anderem im Cateringbereich der Arena. Mittels einer kontaktlosen Stadionkarte bezahlen die Besucher dann Bratwurst und Bier bargeldlos. Mit diesem Wechsel auf das bargeldlose Bezahlen per Chipkarte steht der Zweitligist in einer Reihe mit diversen anderen Klubs. Allein seit Beginn der Saison 2008/2009 haben drei Vereine ihren Betrieb bei der Bezahlung auf RFID umgestellt, mit Bayer 04 Leverkusen folgt zu Beginn der kommenden Spielzeit ein vierter Verein innerhalb eines Jahres.

Neben der Funktion als Bezahlkarte nutzen einige Vereine der Ersten Bundesliga ihre Dauer- oder Mitgliederkarten zudem auch für den Zutritt. Per RFID gelangen die Inhaber problemlos durch die Drehkreuze. Obwohl zur FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 alle zwölf Spielstätten bereits für den Zutritt mit RFID ausgestattet wurden, haben lediglich vier Vereine die Technologie auch für den Ligabetrieb eingeführt. Dies liege an den Kosten, lautet die einhellige Meinung der befragten Klubs. Auf weitere Nachfrage von „RFID im Blick" wollte sich jedoch keiner der betroffenden Vereine äußern.

 

Kontaktloses Bezahlsystem für Stadien

Eine Möglichkeit zum bargeldlosen Bezahlen bietet ein kontaktloses Kartenbezahlsystem auf Basis der PayPass-Technologie mit integriertem RFID-Chip. Rund 55 Millionen dieser Karten sind heute bereits weltweit im Einsatz. Voraussetzung für die kontaktlose Zahlung ist eine Akzeptanzstelle für die Paypass-Technologie, die das kontaktlose Bezahlen ermöglicht. Weltweit existieren 146 000 dieser Terminals für die PayPass-Technologie, an insgesamt 28,8 Millionen Akzeptanzstellen ist darüber hinaus das kontaktbehaftete Bezahlen möglich.

 

Der 1. FC Köln setzt bereits seit 2004 die RFID-basierte Clubkarte ein.
Der 1. FC Köln setzt bereits seit 2004 die RFID-basierte Clubkarte ein.

Die PayPass-Antenne basiert auf dem Industriestandard ISO 194443 und wird während der Kartenproduktion als zusätzliche Schicht auf die Karte aufgebracht und laminiert. Die Antenne ist physisch mit dem auf der Karte vorhandenen EMV-Chip verbunden, über den die eigentlichen Payment-Transaktionen abgewickelt werden und dient nur zur Übermittlung der Kartendaten an das Terminal. Die eigentliche Verarbeitung der Transaktion findet wie bei kontaktbehafteten Transaktionen auch zwischen EMV-Chip und Terminal statt.

VfB Stuttgart mit offenem und kontaktlosem Bezahlsystem

Im Herbst 2008 hat MasterCard gemeinsam mit dem VfB Stuttgart und der BW-Bank erstmalig in einem deutschen Fußballstadion ein kontaktloses und offenes Kartenbezahlsystem in einer Testphase implementiert. Die neue Fankarte des Bundesligisten basiert auf der MasterCard Pay Pass-Technologie und ist mit einem RFID-Chip ausgerüstet.

Alle Verpflegungsstationen in der Arena wurden mit dieser kontaktlosen Technologie ausgestattet. Durch die kontaktlose Technologie sollen alle Bezahlvorgänge stark beschleunigt werden, so können im gleichen Zeitraum mehr Kunden bedient werden. Ende Februar 2009 begann der Bundesligist mit dem Rollout in der Mercedes-Benz Arena. Die Zahlung mit der kontaktlosen Fankarte ist an jeder der rund 200 Kassen möglich. An 40 Aufladestationen im Stadion können die Fans ihre Karte aufladen.

Ab der kommenden Spielzeit 2009/2010 plant der Verein zudem, die Fan-Karte auch als Dauerkarte zu nutzen. Auf Basis des offenen Systems dieser Lösung können die Karteninhaber diese bereits heute auch außerhalb des Stadions nutzen. So gibt es Rabatte auf Artikel im VfB-Fanshop, in der Gastronomie rund um das Stadion, aber auch außerhalb des Stadions, beispielsweise Ermäßigungen für das Kunstmuseum sowie das Ufa-Kino in Stuttgart.

Welche weiteren Fußball-Vereine bereits auf RFID im Stadion setzen, erfahren Sie in der Reportage "Blickpunkt Fußballstadion" der Juniausgabe von "RFID im Blick".

 

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