Innovative Lösungen von Dematic
Von Dr. André Mannel
Ein wesentlicher Treiber für Lageroptimierungen sind fast immer Innovationen, die direkt messbare Kosteneinsparungen oder Qualitätsverbesserungen erzeugen oder diese erwarten lassen. Alle diese Innovationen können ihren Nutzen aber nur entfalten, wenn die neue Funktionalität wirkungsvoll durch das Lagerverwaltungssystem (WMS) unterstützt wird. Dass dieses hierfür unter Umständen neue, komplexere Funktionen dazulernen muss, kann anhand zahlreicher Beispiele verdeutlicht werden.
RTLS - Stellplatzverwaltung in manuellen Lägern
Eine Lokalisierung beziehungsweise eine Verfolgung von Palettenstandorten bei gleichzeitiger Minimierung von manuellen Interaktionen für den Staplerfahrer lässt sich erreichen durch eine Kombination aus intelligenten IT-Lösungen und Identifikations- und Lokalisierungssystemen (RTLS - Real Time Location System). So lassen sich beispielsweise Warenbewegungen im Lager durch eine 3D-Ortung der Gabelstaplerbewegungen oder eine 2D-Ortung in Verbindung mit einer Höhenerkennung des Staplermastes sehr gut verfolgen. Zur Unterstützung der Stellplatzverwaltung - beispielsweise für Puffer- und Blocklagerbereiche - sind vor allem Systeme gefordert, die eine so hohe räumliche Auflösung bieten, dass eine eindeutige und zuverlässige Identifizierung von Palettenstandorten erreicht wird.
Mit diesen Systemen können Stapler beziehungsweise Paletten über ihren Standort am Boden und in der Höhe identifiziert und ihre Bewegungen verfolgt und automatisch quittiert beziehungsweise dokumentiert werden. Umlagerungen, die nicht von der Lagerverwaltung initiiert wurden, können dabei automatisch nachgezogen werden. Sofern das WMS die neuen Funktionen unterstützt und beispielsweise die verfügbaren Bewegungsdaten intelligent verwerten kann, lässt sich das Handling für den Staplerfahrer maßgeblich vereinfachen und dadurch nachhaltig Akzeptanz, Produktivität und Qualität der Arbeit erhöhen.
RFID - Erfolgsversprechende Lösungen
Eine bei Unternehmen mit eigener Logistik häufig anzutreffende Herausforderung besteht in einem wirtschaftlichen Behältermanagement. Obwohl eine Behälterverfolgung grundsätzlich auch unabhängig von einer bestimmten Technologie erfolgen kann, wird mit RFID durch die spezifischen Eigenschaften der Technologie wie Erfassung über höhere Reichweiten und durch verschiedene Materialien hindurch sowie eine Erfassung von einer Vielzahl von Objekten innerhalb kurzer Zeit (Pulkerfassung) ein anderes Niveau erreicht, so dass sich eine Reihe von neuen Möglichkeiten ergibt. Durch die Ausstattung von Behältern mit Transpondern sowie den Einsatz von RFID-Lesetoren lassen sich so beispielsweise eine höhere Transparenz über Umlaufbestände und Umlauffrequenzen, die Möglichkeit der Sendungsverfolgung und Rückverfolgbarkeit, eine verursachungsgerechte Erfassung und Verrechnung von Kosten sowie Kostenersparnisse durch eine Optimierung von Behälterbeständen erreichen.

Eine weitere Möglichkeit RFID im Lagerbereich einzusetzen, besteht in der Unterstützung der Chargenverfolgung. Die unternehmensübergreifende Chargenverfolgung in der Lieferkette wird zwar heute vielfach und erfolgreich mit Barcodetechnik durchgeführt, in nicht wenigen Fällen ergeben sich jedoch im internen Handling durch die notwendige Ausrichtung des Barcodes zum Scanner zeit- und fehleranfällige Prozesse. Durch wiederverwendbare RFID-Pads, die an den Ladeeinheiten befestigt oder auf diese aufgelegt werden können, ergeben sich jedoch nicht nur erhebliche Handlingvorteile gegenüber der manuellen Erfassung, sondern es wird auch eine automatische und zwangsgeführte Palettenerfassung und damit eine sichere Verfolgung einzelner Chargen möglich.
Diese Beispiele erfolgreicher RFID-Anwendungen lassen sich mittlerweile beliebig fortführen - zu nennen sei hier beispielsweise die Erfassung von Paletten auf automatischen Förderanlagen oder durch Stapler mit integrierten RFID-Readern oder die Unterstützung von Kanban-Prozessen mit RFID.
Viele dieser Anwendungen stellen heute höhere Anforderungen an WMS-Lösungen. Insgesamt geht es daher bei der Nutzung neuer Technologien neben der Anbindung der Hardware über standardisierte Schnittstellen, vor allem auch um neue Funktionen, die das WMS beinhalten muss. Unternehmen, die vor der Entscheidung stehen, eine neue IT-Lösung für Lagerprozesse einzuführen, sind daher gut beraten, sich an Systeme zu halten, bei denen zukünftige Anforderungen bereits berücksichtigt werden.

Dematic: RFID in der Intralogistik






