Wachsender RFID-Markt verlangt nach spezifischen Applikationen
„Die Entwicklungen und Tendenzen im RFID-Druckersegment im Jahr 2008 und 2009 zeigen deutliche Veränderungen", äußert sich Otto J. Kilb, Strategic Business Development Manager for EMEA von Printronix, gegenüber „RFID im Blick". Ein Beispiel sei laut des Experten die Tendenz zu kleineren und mobilen Druckern, die für eine Vielzahl von RFID-Paletten-Applikationen eingesetzt werden. Die Einsatzbereiche der kleineren Drucker seien natürlich aufgrund der Batterie-Kapazität und Anzahl der RFID-Etiketten pro Rolle begrenzt. Für diese Fälle existieren mobile Batteriewagen, die in Kombination mit Druckern, beispielsweise in großen Logistikzentren, ihren Einsatz finden.
Ein weiterer Trendwechsel ist laut Kilb in der Anwendung zu sehen, denn die Applikationen für RFID-Produkte werden immer spezifischer. Mehr und mehr Produkte aus dem hochpreisigen Segment sind mit RFID-Etiketten gekennzeichnet, beispielsweise Laptops oder LCD-Fernseher. Zudem frage der Markt nach immer kleineren RFID-Inlays, die beispielsweise in der Schmuckindustrie zur Anwendung kommen.
„Ich sehe den RFID-Markt als wachsenden Markt. Bedingt durch den erfolgreichen Einsatz von RFID in Westeuropa findet auch in Osteuropa, beispielsweise in der Ukraine und in Russland, verstärkt RFID-Einsatz in der Logistik und in der Diebstahlsicherung statt", so Kilb. Da in vielen Fällen die Warenströme in beide Richtungen laufen, müssen auch beide Seiten die gleiche Infrastruktur aufweisen. Ist dies nicht der Fall, ergäbe sich eine ungewollte Unterbrechung der Warenwirtschaftskette, die vermieden werden soll.
Neue Einsatzbereiche für RFID-Drucker sieht Kilb im Automotive-Bereich, insbesondere bei sensitiven Produkten wie beispielsweise Airbags oder Sicherheitsgurtsystemen. Ein anderer Bereich sei in der Medizin zu verzeichnen, um beispielsweise Proben zu kennzeichnen, die verschiedene Labortests durchlaufen müssen. Diese Schritte können im RFID-Tag hinterlegt sein. Ein weiteres Zuwachspotenzial bestehe für das Asset-Management, etwa im Krankenhausbereich, in welchem hochwertige technische Geräte mit RFID-Tags versehen sind, um diese vor Diebstahl zu schützen oder eine Wartungszyklus-Überwachung besser koordinieren zu können.
„Einen Vorteil in den technischen Features von RFID-Druckern sehe ich in der variablen Antennen-Geometrie von Drucksystemen, da es zunehmend Etiketten gibt, in denen sich die Inlays an unterschiedlichen Stellen befinden", erläutert Kilb. Für viele Anwendungen wünsche sich der Markt mehr Anwender-Speicher, um beispielsweise die gesamte Historie oder den Herstellungsprozess eines Produktes besser elektronisch zu dokumentieren.
Bild: sandii©photocase.com








