
Rund 14 000 Wäschestücke durchlaufen pro Tag die Wäscherei des Unternehmens CWS-boco am Standort Bochum. Der Innenausbau der Niederlassung wurde im Jahr 2008 erneuert. Zum Einsatz kommen dort sowohl die RFID- als auch Barcode-Technologie und der Datamatrix-Code zur eindeutigen Identifizierung der Kleidungsstücke.
Von der Latzhose über den Apothekerkittel bis zur Schweißerkombi - die durchschnittliche Durchlaufzeit bis zur Auslieferung an den Kunden beträgt rund drei bis fünf Stunden des auf Berufskleidung im Leasing fokussierten Betriebs.
Die Ware eines Kunden wird in sogenannten Batches zusammengehalten, die jeweils 500 Teile beinhalten. Lichtschranken überwachen den Gesamtanteil pro Batch. Jeder Waschposten wird mit einer Waschkarte eindeutig gekennzeichnet, auf der ein Barcode enthalten ist, der die Wäscheverfolgung in dem späteren Prozess übernimmt.
Nach dem Waschen wird ein Teil der Kleidung getrocknet und geglättet. Im Gegensatz zu diesem geringen Anteil erfolgt bei 100 Prozent der Ware entweder direkt im Anschluss an das Waschen oder nach dem Trocknen das Aufhängen auf Systembügeln (Aufbügeln genannt) mittels RFID oder Datamatrixcode.
Jedes Kleidungsstück ist mit einem RFID-Chip versehen. Dieser wird erstmals gelesen, sobald das Teil auf einem Kleiderbügel aufgehängt wird. Auch der Bügel ist mit einem Transponder ausgestattet, es erfolgt die „Verheiratung". Ab diesem Zeitpunkt ist es unerheblich, welcher der beiden Chips im System gelesen wird. Primär wird im Fördersystem jedoch der Transponder im Bügel genutzt. Zudem sind auch weitere Prozessschritte gespeichert. Sollte eine vorangegangene Station ausgelassen worden sein, schlägt das System Alarm und ein neuer Waschposten kann nicht angefangen werden, bevor nicht alle Wäschewagen eines Kunden (Batch) eingescannt sind.
In einem Tunnel wird die gesamte Kleidung nun gedampft und durch den Dampf sowohl getrocknet als auch geglättet. Die Wäsche sammelt sich in Batch-Registern so, wie sie anfangs in der Schmutzwäsche hergestellt und sortiert wurde. Ist der Batch komplett, erfolgt in jedem weiteren Prozessschritt ein Soll-Ist-Abgleich zwischen der Ware, die vorhanden sein müsste und der, die eingegangenen ist. Ist die Ware komplett, sortiert ein Drei-Stufen-Sorter die Teile automatisch in einer individuellen Reihenfolge per RFID.
Gemeinsam mit den Kundeninformationen wird die Ware in einem Sack ausgeliefert. Kommt in diesem Schritt RFID zum Einsatz, dann ist unter dem Legetisch eine Antenne angebracht, die das Kleidungsstück mit dem Auflegen automatisch erfasst. Fehlt nach dem Aufbügeln ein Teil eines Batches, so ist das an dieser Stelle erkennbar. Der Artikel kann entweder ersetzt oder gesucht werden.
Die ausführliche Bilddokumentation "Prozessschritte in einer Großwäscherei" finden Sie in der Juniausgabe von "RFID im Blick".




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