Der britische Sportverband setzt auf
RFID-Ring-Transponder von Deister Electronic
Mit über zehn Jahren Verzögerung zum deutschen Brieftaubenverband (DBV) hat nun auch der britische Sportverband RPRA (Royal pigeon racing association) seinen Mitgliedern die Verwendung von RFID-Ring-Transponder gestattet. Als letzte große europäische Gruppe sind die britischen Taubenfreunde nun nicht mehr zu halten und steigen in Scharen auf die bequeme Technik um. Hatten doch die schottischen Mitglieder, die selbstverständlich über ein eigenes, unabhängiges Zulassungsorgan verfügen, schon längst diese Technik eingeführt und im nationalen Wettbewerb dadurch oft die Nase vorn.
Seit vielen Jahren hat die RFID-Transpondertechnologie Einzug in den Bereich des Brieftaubensports gehalten. Der Züchter zieht der Taube für den Wettbewerb bei Abgabe an den Transporter Gummiringe auf. Nach Ankunft der Taube am heimatlichen Schlag zieht er dieser die Ringe wieder ab und dreht die Ringe in eine mechanische Vorrichtung, die den Zeitpunkt des Vorganges festhält: eine „Konstatieruhr". Heute sind eine große Anzahl von Züchtern (Tendenz weltweit stark steigend) mit elektronischen Konstatiersystemen ausgestattet. Diese haben einen größeren Bedienungskomfort, einen deutlich erhöhten Sicherheitsstandard gegenüber Manipulationen und schützen die Tauben vor Stress. Transponder, eingekapselt in einem Plastikring am Fuß der Taube, garantieren eine einfache und zuverlässige Identifikation bei der Rückkehr der Tauben nach einem Rennen. Dadurch ergibt sich ein Zeitvorteil gegenüber demjenigen, der die Taube noch erst fangen muss.
Vor der eigentlichen Taubenrennensaison verläuft die Erfassung der Tauben jedes Züchters bei den offiziellen Betreuern des Vereins. Hier findet eine Zuordnung von der Chip-ID des verwendeten Transponders zu der dem Tier kurz nach der Geburt aufgezogenen metallenen „Verbandsring" statt. Diese Zuordnungstabelle wird im elektronischen Konstatiersystem abgelegt. Bei einem Rennen am Tage der Abgabe der Tiere für den Transport zum Auflassort vollzieht sich die erneute Erfassung der Ringe sowie die kontrollierte Zuordnung. Anschließend folgt die Protokollierung des Zeitpunktes und der Identität des Züchters und seiner Tauben und die Fixierung in einem Ausdruck. Außerdem wird die Uhr des Züchtergerätes mit der offiziellen „Einsatzzeit" (in der Regel DCF-77) synchronisiert.
Im Anschluss geschieht eine Verladung der Tauben in spezielle Behälter (sogenannte „Körbe") sowie die abschließende Überführung auf den Transport-Lkw. Die Lkws fahren zum vereinbarten Auflassort und lassen dort die Tauben frei. Der Zeitpunkt des Auflasses wird für die Geschwindigkeitsermittlung festgehalten. Nach Abschluss des Rennens erfolgt die Auslesung der Daten der Züchter im Verein sowie die Verarbeitung zu einem Ergebnis. Um die Erfassung der Tauben schnellstmöglich durchzuführen, installiert der Züchter in der Regel mehrere Antennen, die über einen seriellen Systembus mit dem Konstatierrechner kommunizieren. Der Eingangsbereich des Schlages ist mit Portalen und Führungen ausgestattet, die garantieren, dass die Taube beziehungsweise der Ring der Taube den Lesebereich der Antennen passiert und die Tauben vereinzelt sind, das heißt sich nicht dauerhaft mehrere Transponder im Lesefeld befinden.
Text: RFID im Blick (MF)
Bild: deister electronic GmbH









