Potenziale und Probleme der Technologie auf Produktebene
Die RFID-Integration in Verpackungen lohnt sich heute meist nur für hochpreisige Produkte, äußert sich Klaus Blessing, Project Manager bei der rlc | packaging group, im Gespräch mit „RFID im Blick“. Neben den hohen Kosten bestünden aktuell auch noch technische Hürden für die Applikation und Integration von RFID bei Verpackungen. Zudem gehöre die Zukunft auf Produktebene der gedruckten RFID.
Die Integration von RFID in die Verpackung wird heute schon getestet, aber gleichzeitig von den Herstellern noch nicht angestrebt, wie sich auf vielfaches Nachfragen gezeigt hat. Ihre Einschätzung: Wo liegen derzeit noch die Schwierigkeiten?
Die RFID-Technologie - wie sie derzeit am Markt verfügbar ist - erlaubt die Anbringung direkt auf die einzelnen Produkte noch nicht. Heute werden die fertigen Etiketten erst in einem späteren Prozess-Schritt integriert. Weiterhin bestehen Probleme mit den Frequenz-Verschiebungen und Störungen, die durch das Produkt entstehen. Wasser oder metallische Bestandteile im Produkt stellen eine Hürde dar. Daher weichen die Unternehmen bisher auf einfachere Lösungen aus, und bringen die RFID-Etiketten in einem späteren Vorgang auf der Verpackung des Produktes an. Durch die derzeitigen technologischen Kosten macht es noch keinen Sinn, auf die Produktebene zu gehen.
Eignen sich alle Arten von Verpackungen für das Einbringen von RFID?
Aus technologischer Sicht ist es möglich, RFID in alle Arten von Verpackungen zu integrieren. Sinnvoll und kostendeckend ist dies momentan allerdings nur im Bereich hochwertiger Produkte. Beispielsweise sind heute bereits sehr hochpreisige Champagneroder Rotweinflaschen mit einem RFID-Etikett ausgestattet, um so beispielsweise Diebstahl vorzubeugen. Zudem wird es zukünftig mit der gedruckten Elektronik aber eine weitere Möglichkeit geben, RFID schon in einem frühen Prozess-Stadium in die Verpackung zu integrieren.
Derzeit laufen eine Vielzahl von Projekten zur gedruckten Elektronik. Welches Potenzial messen Sie der gedruckten RFID auf Verpackungen bei?
Der Vorteil dieser Technologie liegt darin, dass diese Labels nicht unbedingt aussehen müssen wie ein typisches RFID-Etikett, sondern so gestaltet sein können, dass das Etikett als Firmenlogo fungiert oder Teil der Markengestaltung sein kann. In diesem Bereich bietet sich noch ein großes Potenzial, an dem wir derzeit intensiv arbeiten. Die Polymerelektronik kann eine Vielzahl von Problemen lösen. Speziell im Hinblick auf die Nachhaltigkeit wird es von Vorteil sein, die Antenne zu drucken anstatt den klassischen aluminium- oder kupferbasierten Schwingkreis zu verwenden. Allerdings wird sich die Intelligenz von RFID-Tags durch Chips aus Polymerelektronik in den nächsten drei bis fünf Jahren voraussichtlich nicht realisieren lassen. Viele Materialien sind entweder noch nicht verfügbar oder lediglich in beschränkter Stückzahl.
Text: RFID im Blick (JS)
Foto: zettberlin (photocase)


Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...






