Nutzenaspekte der RFID-Technologie
Derzeit laufen Planungen für ein Projekt bei dem Damenmodehersteller Marc Aurel, bei dem möglichst frühzeitig innerhalb der Lieferkette bereits am Entstehungsort der Bekleidung die Textilien mit Tags ausgestattet werden und die Verheiratung der Produkte in ein entsprechendes SCM-System gebracht wird. "In Bezug auf die textile Wertschöpfungskette werden bei allen Eigentumsübergängen der Ware - vom Betrieb zum Spediteur, vom Spediteur zum entsprechenden Hersteller oder Händler - die Warenein- und -ausgänge durch den RFID-Einsatz circa 20 Mal schneller verzeichnet als bei der Einzelteile-Erkennung mit dem Scanner", erläutert Michael Wessing, MW Consulting Logistik und RFID Solutions, die allgemeinen Vorteile der Technologie für die Textilbranche im Gespräch mit „RFID im Blick“.
Hinzu komme eine deutlich erhöhte Sicherheit sowie Transparenz, beispielsweise bei der Inventur. "Hierfür wird sicherlich qualifizierteres Personal benötigt, denn die Abläufe ändern sich, werden schneller und präziser", lautet Wessings Einschätzung. Die größten Potenziale bestehen nach Angaben des Experten aber im Shop in Bezug auf eine verbesserte Warenverfügbarkeit mittels RFID am Point-of-Sale. Ist die Ware zur richtigen Zeit am richtigen Platz, könne ein deutlich höherer Gewinn erzielt werden. Als Beispiel sei Marks & Spencer in England zu nennen. Das Unternehmen konnte durch den RFID-Einsatz den Umsatz in den einzelnen Filialen bis zu zehn Prozent steigern, da die Ware jederzeit verfügbar ist.
Dennoch bestehen laut Wessing nach wie vor Probleme, die entsprechende Wirtschaftlichkeit nachzuweisen: "Der Faktor Kundenbetreuung lässt sich schlecht in Zahlen fassen. Heute findet man in Kaufhäusern auf der Verkaufsfläche kaum noch Personal, das sich um die Betreuung der Kunden kümmert und diese informiert. Wie beispielsweise die Intelligente Umkleidekabine bei Kaufhof zeigt, lässt sich dieses Problem mithilfe von RFID lösen."
Zum Durchsetzen der RFID-Technologie könne auch die derzeitige Finanzkrise beitragen, da mit ihr Potenziale geschöpft und erschlossen werden könnten, die viele bisher noch nicht auf der Rechnung gehabt hätten. "Viele Unternehmen sind gezwungen, noch wirtschaftlicher zu arbeiten. In diesem Zusammenhang gestaltet sich ein Thema wie RFID interessant. Bisher scheint der Leidensdruck bei Unternehmen noch nicht groß genug gewesen zu sein, um die Technologie einzusetzen. Die meisten Unternehmen haben das Potenzial, das RFID birgt, noch nicht begriffen. Die Auswirkungen erstrecken sich – wie bereits erwähnt - auf viele Bereiche. Wer das begriffen hat, der befindet sich im richtigen Fahrwasser. Aber natürlich benötigt die Implementierung auch eine gewisse Zeit, bis die Technologie richtig umgesetzt ist und besser zum Tragen kommt", ist sich Michael Wessing sicher.
Text: RFID im Blick









