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Verbindliche Qualitätsstandards sind zwingend

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Bibliotheken starten Qualitätsoffensive

Bibliotheken starten Qualitätsoffensive

Weltweit setzen rund 2500 Bibliotheken RFID zur Automatisierung von Ausleihprozessen ein, in der DACH-Region stehen viele weitere in den Startlöchern. Doch die Qualitätstandards für RFIDSysteme sind bisher unzureichend. Das zumindest konstatiert Marianne Pohl, Projektleiterin der Stabsstelle Selbstverbuchung an der Münchner Stadtbibliothek.

Auf ihre Initiative haben die Bibliotheken im deutschsprachigen Raum nun eine Qualitätsoffensive zur Verwendung von RFID-Lösungen gestartet. Im Rahmen von zwei „Round Tables" in München und Berlin sollen gemeinsam Standards erarbeitet werden.

In München befasst sich die Gruppe unter Leitung von Marianne Pohl, unterstützt durch das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen, mit den Leistungsanforderungen und der Überprüfung von Etikettenparametern.

In Berlin will eine Anwendergruppe mit wissenschaftlicher Begleitung der Technischen Fachhochschule Wildau zusammen mit RFID-Hardwaranbietern ebenfalls Leistungstests ausarbeiten, die eine Aussage über die Funktionalität von Gates, Verbuchungsstationen, Handhelds und Rücknahmesystemen ermöglichen.

Ohne Standards geht es nicht

„Verbindliche Standards für Bibliotheken sind zwingend notwendig“, so Marianne Pohl. „Diese müssen nicht nur von der Industrie mitgetragen werden, sondern wir benötigen auch zertifizierende Institute, die eine geprüfte Qualität für die Produkte gewährleisten. Zum einen, um durch eine sichere Technik Investitionssicherheit für Bibliotheken zu schaffen. Zum anderen, um in Ausschreibungen deutlich zu machen: Wir erwarten ein Etikett, das diesem Standard entspricht. Und dafür sind wir auchgewillt, höhere Preise zu bezahlen.“

Starke Qualitätsunterschiede

Die Anwendergruppe ‚RFID‘ im Verbund der Bibliotheken KNB arbeitet seit Lägerem an der Optimierung des Einsatzes der RFID-Technologie in Bibliotheken. „Initialzündung war, dass Stichproben in der Stadtbibliothek München, die als bisher gröte RFID-Implementierung in Deutschland bereits rund vier Millionen Etiketten einsetzt, gravierende Qualitäsunterschiede der Etiketten ergaben“, so Pohl weiter. Ziel ist es daher, ausschreibungsrelevante Leistungsgrößen zu definieren sowie Verfahren für die Leistungsüberprüfung in Bibliotheken zu entwickeln.“

Siegel schafft Transparenz

Nach dem Vorbild in München haben sich aus der „Arbeitsgruppe RFID in Bibliotheken“ Dr. Rainer Sprengel, Projektleiter RFID, VÖBB-Servicezentrum, Berlin; und Tobias Kühne, Projektmanager RFID an der Humboldt-Universität zu Berlin, gemeinsam mit Prof. Dr. Frank Gillert, TFH Wildau, des Bereichs Hardware angenommen. „Uns geht es vor allem darum, die notwendige Transparenz zu schaffen. Bisher sind Bibliotheken darauf zurückge worfen, die Geräte jeweils individuell vor Ort testen zu müssen. Dies ist ein misslicher Zustand“, betont Dr. Sprengel.

Die prioritäre Anforderung von Bibliotheken, Medien schnell und sicher zu verbuchen, muss durch Standards gewährleistet sein." Dazu sollen im ersten Schritt Teststellungen unter fest definierten Bedingen im Labor der TFH Wildau durchgeführt werden. Dabei gilt es auch Variablen zu testen, die beispielsweise Anforderungen durch Umgebungsbedingungen wie metallische Regale berücksichtigen. „Wir möchten eine qualitative Vergleichbarkeit herstellen. Langfristiges Ziel könnte es sein, ein Qualitässiegel zu entwickeln, das nachprüfbare Mindeststandards ausweist."

Hersteller an den Runden Tisch Die Initiative plant nun, Round Tables zu implementieren, die alle Beteiligten an einen Tisch bringen. Dabei hoffen die Initiatoren sehr auf die Beteiligung seitens der Industrie. „Wir sind bereits durch persönliche Ansprache an einige Hersteller herangetreten und hoffen, dass sich noch mehr an der Initiative beteiligen", so Pohl. Derzeit wird zusammen mit der TFH Wildau eine Strategie für ein gemeinsames Vorgehen erarbeitet.

Text: RFID im Blick (DK)

 

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