Wirtschaftlichkeitsbetrachtung bei der AOK Sachsen legt Einsparungspotenzial detailliert offen
Die Wirtschaftlichkeit der RFID-Technologie wird für viele Anwendungen häufig in Frage gestellt. Für die AOK Sachsen wurde eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnung für den Einsatz der RFID-Technologie in der Anlagegüterverwaltung durchgeführt. Die Analyse ergab, dass sich der Einsatz innerhalb von sechs Jahren amortisieren kann und eine interne Verzinsung von 8,5 Prozent erzielt wird.
Die Anlagenbuchhaltung der AOK Sachsen umfasst 92 291 (2007) inventarisierungspflichtige Anlagegüter. Da diese einen erheblichen Vermögenswert darstellen, unterliegt die Anlagenverwaltung stringenten gesetzlichen Regelungen. Diese beinhalten insbesondere die Verpflichtung zur Führung von Bestandsverzeichnissen für die Grundstücke, Gebäude, technischen Anlagen und Gegenstände der beweglichen Einrichtung, die im Eigentum des Versicherungsträgers sind. Die Bestandsführung erfolgt für alle Gegenstände, deren Anschaffungswert ohne Umsatzsteuer mindestens 100,01 Euro beträgt, bisher mittels Barcode-Etiketten, mit denen jeder Anlagegegenstand über eine Inventarnummer identifiziert wird. Um den Erhebungsaufwand zu reduzieren, hat die AOK Sachsen eine RFID-Lösung auf Basis passiver RFID EPC Gen2-Labels erwogen.
Die Einsparungen wurden über einen Zeitraum von sechs Haushaltsjahren bestimmt. Dies entspricht der Nutzungsdauer der derzeitigen Barcode-Lösung, die seit 2001 unverändert im Einsatz ist. Dieser Zeitraum liegt auch nah an der Grenze der wirtschaftlichen, betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der Anlagen. Den Einsparungen gegenübergestellt wurden Kosten der RFID-gestützen Lösung für die laufende Transponderbeschaffung und der Wartung der RFID-Infrastruktur.
Die Kapitalwertberechnung zeigte, dass das Investitionsvorhaben über die avisierte Laufzeit von sechs Jahren einen positiven Kapitalwert von 28 000 Euro besitzt. Dieser wird jedoch erst im sechsten und letzten Jahr der Planungsperiode erreicht. Die konkrete Amortisationsdauer des Investitionsvorhabens beträgt 5,2 Jahre. Das Vorhaben ist daher per se wirtschaftlich, weil es seinen eigenen Aufwand trägt. Die Ermittlung des internen Zinssatzes der Investition zeigt auf, dass der positive Kapitalwert insbesondere durch den seitens der AOK vorgegebenen und im Verhältnis zur Wirtschaftspraxis niedrigen Kalkulationszinssatz von 4,4 Prozent erreicht wird. Der interne Zinssatz der Investition beläuft sich auf 8,44 Prozent und bewegt sich damit am unteren Ende der in Wirtschaftsunternehmen üblichen Spannweite von Kalkulationszinssätzen von 7 bis 12 Prozent.
Auswirkungsstärkste Position der Investitionsauszahlungen sind die Anschaffungskosten der RFID-Labels. Können beispielsweise die Anschaffungskosten für die RFID-Labels um zehn Prozent verringert werden, erhöht sich der Kapitalwert um 22,05 Prozent. Bei einer Erhöhung der Kosten um zehn Prozent bedeutet dies eine Verminderung des Kapitalwerts um 22,05 Prozent. Durch eine preissensitive Auswahl des RFID-Produktes kann maßgeblich Einfluss auf das Rechnungsergebnis genommen werden. Die vorgenannten Eingangsgrößen unterliegen linearen Kapitalwertfunktionen, da Zuwachs und Abnahme des Kapitalwertes gleich sind. Daher ist eine Extrapolation dieser Rechnungen möglich. Das heißt, wenn eine Steigerung der RFID-Anschaffungskosten um zehn Prozent eine Reduzierung des Kapitalwert um 22,05 Prozent bewirkt, dann führt eine Steigerung der RFID-Anschaffungskosten um 30 Prozent zu einer Reduktion des Kapitalwerts von 3 x 22,05 Prozent = 66,15 Prozent.
Der vorliegende Auszug basiert auf der Arbeit „Effiziente Anlagegüterverwaltung durch RFID - Eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung bei der AOK Sachsen.“ Autoren sind Kai Hobusch und Professor Dr. Michael Clasen. Das ausführliche Untersuchungsergebnis lesen Sie in der Juli-/Augustausgabe von "RFID im Blick".
Text: RFID im Blick
Foto:photocase.com


Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...






