Praxistauglichkeit von RFID untersucht
Laut der Europäischen Kommission soll die Zahl der Menschen über 80 Jahre bis 2050 um 180 Prozent steigen. Den Folgen dieses demografischen Wandels hat sich das EU-Forschungsprojekt Easyline+ angenommen. Um ältere Menschen oder Personen mit kognitiver Einschränkungen im Alltag zu unterstützen, sollen im Rahmen des Projektes intelligente Haushaltsgeräte entwickelt und erprobt werden, die auf Basis verschiedener Technologien, darunter auch RFID, und Verfahren mit dem Nutzer kommunizieren.
RFID ist eine der Technologien, die auf ihre Praxistauglichkeit im Rahmen des Projektes untersucht wird. Wie Ramin Hassan, Geschäftsführer, Gera-Ident, berichtet, werden Prototypen von Mikrowelle, Kühlschrank und Waschmaschine mit integrierten UHF-Lesegeräten und -Antennen über die Sommermonate in mehrfacher Ausführung, sowohl in Spanien als auch Wales von potenziellen Nutzern getestet. Erste Versionen dieser Prototypen sind auch im Demo-Zentrum von Gera-Ident ausgestellt. Das Unternehmen befasst sich in diesem Projekt mit der Entwicklung und Integration der RFID-Systeme (Tags, Reader und Antennen). Projektpartner sind unter anderen Bsh Electrodomesticos Espana SA als Gerätehersteller, die Universität Zaragossa als Entwickler der Intelligenz und Schnittstellen und Glynd r Universität in Wales im Bereich der HMI (Human-Machine-Interface).
„Das Projekt hat von seinem Umfang, Aufwand und der Aufgabenstellung eine zweieinhalbjährige Entwicklungszeit in Anspruch genommen, in die viel Know-how geflossen ist", so Ramin Hassan. „Eine besondere Herausforderung waren die Anpassungen an die spezifischen Eigenschaften der Haushaltsgeräte, die in der Regel aus Metall bestehen. Im Fall der Mikrowelle, die zudem über eine Eigenstrahlung verfügt, musste beispielsweise die UHF-Antenne hinter dem Bedienfeld eingesetzt werden. Darüber hinaus sollte die Technologie die Konstruktion der Geräte nicht verändern“, erläutert der Geschäftsführer. „Für die Entwicklungen werden sechs Patente angemeldet.“ Die Geräte sollen zukünftig bei der Fertigung mit UHF-Antennen und Kabeln vorausgestattet werden. Bei Inanspruchnahme der vollen RFID-Funktionalität werden sie im letzten Fertigungsschritt zusätzlich mit einem speziell entwickelten RFID-Lesegerät bestückt.
Vorgesehen ist als Projektziel jedoch, dass die RFID-Daten mit Neuralen Netzen und HMI-Technologien zu einer Informationsarchitektur kombiniert werden, die Daten aus dem Wohnumfeld erfasst und es ermöglicht, jedes Gerät in dem Haus zu steuern, beispielsweise die Mikrowelle oder das Waschprogramm zu programmieren. “Wir sehen das Projekt mittel- bis langfristig als zukunftsweisend, da es Märkte öffnet, die bisher wenig erschlossen sind”, so Ramin Hassan. Easyline+ ist ein Entwicklungsprojekt der Europäischen Union im Rahmen von e-Inclusion, das noch bis Ende des Jahres läuft. Erste Ergebnisse aus den Praxistests werden im Oktober 2009 erwartet.
Text: RFID im Blick (DK)
Foto: GERA-IDENT GmbH


Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...






