EPC/RFID ist in der deutschen Wirtschaft angekommen, aber auch die deutschen Verbraucher begegnen der Technologie offen
Von Michaela Freynhagen, Referentin Unternehmenskommunikation, GS1 Germany
Große Handelsunternehmen wie beispielsweise Metro, Rewe und Kraft haben in umfassenden Rollouts und Pilotprojekten die RFID-Technologie in die logistischen Prozesse integriert und damit unter anderem kürzere Durchlaufzeiten und eine lückenlose Warenrückverfolgung realisiert. Aber auch mittelständische Unternehmen haben den Nutzen von EPC/RFID erkannt, durch schlanke logistische Prozesse Wettbewerbsvorteile zu erzielen.
Die Nutzung der Technologie bietet den Unternehmen die Chance, die Supply-Chain unternehmensübergreifend vom Hersteller bis zum Kunden transparent zu gestalten. Ermöglicht wird dies durch den Elektronischen Produkt-Code (EPC), den Standard für RFID von GS1 (Global Standards 1).
Nutzung von EPC/RFID im Mittelstand nimmt zu
Die Technologie wird bereits in verschiedenen mittelständischen Unternehmen eingesetzt, sei es für den beleglosen Wareneingang auf Handelsseite, sei es zur Steuerung der Produktionsprozesse und internen Logistik auf Herstellerseite. Außerdem werden im Rahmen der Initiative Prozeus unterschiedliche Projekte durchgeführt, welche den Nutzen von EPC/RFID speziell für KMUs unterschiedlichster Branchen im Blickfeld haben.
Seit Oktober 2008 ist auch Europas größter Hemdenhersteller, die Unternehmensgruppe Seidensticker, Mitglied bei EPCglobal. Ziel des Familienunternehmens aus Bielefeld ist die Nutzung von EPC/RFID entlang der gesamten logistischen Kette. Durch eine EPC/RFID-basierte Logistik will Seidensticker seine Bemühungen verstärken, weiterhin hohe Produktstandards sicherzustellen. Denn Produkte können mit EPC/RFID über die gesamte Lieferkette verfolgt werden. Die Prozesse im Handel, insbesondere die Bewirtschaftung der Verkaufsflächen, laufen dadurch reibungsloser.
Seit Oktober 2008 ist auch Europas größter Hemdenhersteller, die Unternehmensgruppe Seidensticker, Mitglied bei EPCglobal. Ziel des Familienunternehmens aus Bielefeld ist die Nutzung von EPC/RFID entlang der gesamten logistischen Kette. Durch eine EPC/RFID-basierte Logistik will Seidensticker seine Bemühungen verstärken, weiterhin hohe Produktstandards sicherzustellen. Denn Produkte können mit EPC/RFID über die gesamte Lieferkette verfolgt werden. Die Prozesse im Handel, insbesondere die Bewirtschaftung der Verkaufsflächen, laufen dadurch reibungsloser.
Neben Seidensticker arbeiten weitere Hersteller und Anbieter textiler Produkte mit EPC/RFID-Standards. Der Hemdenhersteller van Laack nutzt EPC/RFID beispielsweise zur Steuerung der Produktion und Überprüfung der Warenqualität. Auch Galeria Kaufhof testet derzeit in dem EU-Förderprojekt „Bridge", wie Kunden auf RFID-gesteuerte Applikationen auf der Verkaufsfläche reagieren. In der Essener Filiale sind alle rund 30 000 Artikel des Segments‚Herrenoberbekleidung' mit RFID-Transpondern auf Basis des EPC versehen. Intelligente Umkleidekabinen, Regale und Spiegel zeigen den Käufern Informationen über das ausgewählte Kleidungsstück an. Beispielsweise „erkennt" die intelligente Umkleidekabine das Produkt anhand des Etiketts und stellt nach Erfassung des darauf gespeicherten RFID-Codes über ein integriertes Display Angaben zu Preis, Material und Pflege des Kleidungsstückes bereit. Darüber hinaus lässt sich die Warenverfügbarkeit in der Abteilung dadurch optimieren, dass Mitarbeiter mittels mobiler Lesegeräte in kurzer Zeit feststellen können, wo sich welche Artikel auf der Verkaufsfläche befinden.
„RFID-Funke" springt auf Stahlindustrie über
Ein Beispiel dafür, dass die RFID-Technologie auch in anderen Branchen vermehrt an Bedeutung gewinnt, ist die Stahlindustrie. ThyssenKrupp ist weltweit der erste Stahlhersteller, der RFID in seine Geschäftsprozesse integriert und Mitglied bei EPCglobal wird. Grund für den Einsatz von EPC/RFID sind die straff geplanten Entladezeiten, die ein automatisches System zur Identifikation der Brammen erfordern. Für jede Entladung existiert ein Zeitfenster von drei Minuten. Wird dieses überschritten, können zusätzliche hohe Kosten entstehen. Im ersten Schritt ist geplant, EPC/RFID-Tags in dem neuen Stahlwerk von Thyssen-Krupp in Sepetiba, Brasilien, einzusetzen. Dort sollen ab 2009 fünf Millionen Tonnen Stahl pro Jahr produziert werden, davon 250 000 Brammen, das Vormaterial für Bleche oder Bänder. 100 000 dieser Brammen werden zur Verarbeitung in die deutschen Werke von ThyssenKrupp Steel transportiert. Zusätzlich sind die Entladepunkte in den Häfen in Rotterdam, Niederlande, und Duisburg, Deutschland, mit EPC/RFID ausgestattet, um die Brammen automatisch zu identifizieren und damit den Entladeprozess zu beschleunigen. Seit Januar 2009 werden somit sämtliche logistische Prozesse des Konzerns mit EPC/RFID gesteuert. Darüber hinaus arbeitet ThyssenKrupp gemeinsam mit Accenture und anderen global agierenden Stahlunternehmen, Stahlkunden aus der Automobilbranche und weiteren Industrien zusammen, um RFID-Standards zum Nutzen der gesamten Stahlbranche zu entwickeln.
Neue Tochtergesellschaft unterstützt Umsetzung
Aufgrund dieser Entwicklungen gründete GS1 Germany zusammen mit der Bavarion Beteiligungs GmbH im Oktober 2008 die Gesellschaft Epcon. Das neue Unternehmen wird in Zusammenarbeit mit GS1 Germany und dem European EPC Competence Center (EECC) das Angebot im Bereich EPC/RFID weiter ausbauen. Epcon mit Sitz in München verfügt bereits über eine Reihe von Kunden aus den Bereichen Automobil, Konsumgüter, Luftfahrt und Informationstechnologie.
Deutsche Verbraucher interessieren sich für RFID
Die Wirtschaftsunternehmen haben den großen Nutzen der RFID-Technologie erkannt, und auch bei den Konsumenten ist das Interesse an diesem Thema stark. Acht von zehn Verbrauchern in Deutschland würden mit RFID-Chips versehene Produkte kaufen. Das geht aus einer länderübergreifenden GfK-Studie hervor, die 2008 im Auftrag von GS1 Germany durchgeführt wurde. Befragt wurden Konsumenten in Deutschland, England, Frankreich und den USA zu ihrer Einstellung und ihrem Wissensstand in puncto EPC/RFID. Nur 26 Prozent der Deutschen geben an, die Technologie nicht zu kennen oder sich nicht für diese zu interessieren. Im internationalen Vergleich sieht das Ergebnis jedoch ganz anders aus: 44 Prozent der USAmerikaner, 58 Prozent der britischen Verbraucher und sogar 60 Prozent der Franzosen haben sich noch nicht mit RFID auseinandergesetzt.

Einblick in AutoID/RFID: GS1 Germany








