Effizienz im Gesundheitswesen ist Thema auf dem Healthcaretag 2009
Das European Health Industry Business Communications Council (EHIBCC) in Deutschland hat kürzlich eine Empfehlung für das Gesundheitswesen ausgesprochen, welche die Produktkennzeichnung mittels RFID auf Basis der Frequenz 13,56 MHz vorsieht. Das American Standards Institut (ANSI) publiziert die HIBC Guidelines zur Produktkennzeichnung durch Radiofrequente Identifikation (RFID) als ANSI/HIBC 4.0. Diese Empfehlung hat globale Gültigkeit.
Laut Jens Oehlmann, Elmicron, sei damit eine eindeutige Tendenz vorgegeben, weltweit den Unique Identification Mark (UIM)-Standard als unikate Seriennummer beispielsweise für die Kennzeichnung von medizinischen Instrumenten zu nutzen. „Wir befürworten diesen notwendigen Schritt. Bislang gibt es keine praktikable Lösung, mit der sich die Einhaltung von Hygienevorschriften einwandfrei dokumentieren lassen. Bisherige händische Erfassungen in Sterilisationsprozessen sind fehleranfällig. Auch Lösungen mit Barcode- oder Datamatrix waren bisher technisch zu aufwändig. Eine automatisierte RFID-Lösung bietet nicht nur höhere Sicherheit, sondern ist auch wesentlich wirtschaftlicher.“
Einen neu entwickelten Tag zur Erfassung von Instrumenten und Sterilisationssieben wird das Unternehmen Elmicron auf dem Healthcare-Tag am 27. Oktober vorstellen. Der so genannte „ElmiTAG 4.0“ basiert auf dem UIM-Standard, der eine weltweite Eindeutigkeit für chirurgische Instrumente und Bauteile sicherstellt. Der 13,56MHz-RFID-Tag für Instrumente selbst hat einen Durchmesser von vier Millimetern und kann damit direkt auf medizinische oder chirurgische Instrumente aufgebracht werden, wie Oehlmann erläutert: „Es ist uns gelungen, bei höchst möglicher Miniaturisierung eine hohe Lesbarkeit zu erreichen. Zudem muss der Tag den Belastungen durch chemikalische Prozesse wie Reinigungsbäder standhalten, denen die chirurgischen Instrumente ausgesetzt sind. Durch eine automatische Identifikation der Instrumente mittels RFID durch die Sterilisationprozesse hindurch könne zudem der rechtlichen Beweislast genüge getan werden, dass die Instrumente steril sind, bevor diese am Patienten eingesetzt werden.
{mosimage} Neben der Verbesserung der Patientensicherheit und des Qualitätsmanagements sieht der Fachmann zusätzliche Potenziale in der Containerverfolgung. Hierfür wurde von Elmicron ein weiterer Tag (ElmiSteriTAG) entwickelt, der aufgrund der größeren Antenne höhere Reichweiten erzielt. Dadurch sei auch ein Scannen durch die Verpackung möglich.
Aktuell werde die Lösung laut Oehlmann in realen Umgebungsbedingungen in einem deutschen Krankenhaus pilotiert sowie in Dentalpraxen getestet. „Speziell für niedergelassene Arztpraxen sehen wir einen großen Nutzen durch eine RFID-basierte Kennzeichnung, da die Auslesetechnik für direkt-markierte Instrumente oft zu kostspielig ist. Zudem stellt Korrosion beim Lasern von Instrumenten mit Datamatrix-Code immer wieder ein Problem dar.“ Aber auch zur Dokumentation von Reinigungs- oder Reparaturprozessen sowie der Zuordnung der Instrumente erwartet Oehlmann eine steigende Nachfrage. „Grundsätzlich beobachten wir gerade ein wachsendes Interesse an RFID-basierten Lösungen im Healthcare-Sektor im internationalen Umfeld.“
Die Themen „Qualität, Patientensicherheit und Effizienz im Gesundheitswesen“ werden auch im Fokus des Healthcaretages 2009 stehen, den das EHIBCC zusammen mit der IHK-Innovationsberatung und der Aktionslinie Hessen IT am 27. Oktober 2009 in der IHK Frankfurt am Main veranstaltet. Experten schildern, welche aktuellen und zukünftigen Anwendungen mit automatischer Identifikation für Prozessabläufe im Klinikalltag und für die Patentientenversorgung möglich sind und wie fehlerbehaftete und unwirtschaftliche Abläufe gelöst werden können. Dabei geht es auch um Fragen wie: Wie wird das Gesundheitswesen und insbesondere der Klinikbereich den steigenden Qualitätsanforderungen gerecht? Und wann rechnen sich Technologien wie beispielsweise Barcode/RFID/Datamatrix überhaupt?
Weitere Informationen unter www.healthcaretag.de
Text: RFID im Blick (DK)
Bild: photocase.com©ondrasch, ELMICRON Dr. Harald Oehlmann GmbH









