Zu den zukünftigen Herausforderungen an die Reader-Technologie
Von Joachim Gonschior, Key-Account-Manager, und Peter Feldmann, Key-Account-Manager Ident & Automation, deister electronic GmbH
Bei der Betrachtung des aktuellen RFID-Marktes bietet sich im Vergleich zu den Bemühungen um Performance bei RFID-Systemen vor einigen Jahren heute eine ausgewogene Palette von RFID-Hardware. Diese ermöglicht es, für nahezu alle Applikationen die richtige Lösung zu finden. Parallel dazu hat sich auch die Zahl der Softwareanbieter für die Anbindung der RFID-Komponenten in die verschiedenen IT-Architekturen vervielfacht und qualifiziert. Dem Anwender steht nunmehr ein reich gedeckter Tisch an Optionen zur Verfügung, die es ihm ermöglichen, seine Prozesse in höchstem Maße mit Unterstützung von RFID zu optimieren.
Eine Stagnation der Entwicklung ist jedoch nicht zu erwarten, vielmehr stellt sich diese stets den immer wieder neuen Herausforderungen der Märkte. So werden sich in Zukunft gerade in den Bereichen, in denen durch den Einsatz von RFID immer größere Datenmengen generiert werden, leistungsfähigere Reader etablieren. Große Ansprüche stellen sich sowohl an die bereits erwähnte physikalische Performance als auch an die Intelligenz dieser Systeme.
Passende Middleware notwendig
Datenmengen, die beispielsweise bei der Massenerfassung von Einzelteilen ausgelesen werden, könnten mit der gegebenen Infrastruktur oftmals nicht mehr zeitnah verarbeitet werden. Somit müssen künftige Lesergenerationen direkt mit einer geeigneten Middleware ausgestattet werden können, die eine Vorverarbeitung der gewonnenen Daten der Reader in einem kontrollierten Dialog beispielsweise mit dem vorhandenen ERP-Systems des Anwenders und dem Zusammenspiel durchdachter Algorithmen ermöglicht. Somit stellt sich erneut die Forderung an die RFID-Hardware, maßgeblich für eine hohe Integrationsfreundlichkeit zu sorgen.
Vereinfachte Installation
Einhergehend damit ergibt sich natürlich auch wieder die wichtige Forderung nach höchster Zuverlässigkeit der Technologie. Dabei haben sich vor allem Lesegeräte im Solidstate-Design bewährt, bei denen Antenne, Controller und CPU in einer Einheit verbaut sind.
Damit erübrigt sich unter anderem der Einsatz von teurem, empfindlichem und nicht selten schwer verfügbarem Koaxialkabel. Dies ermöglicht eine erheblich einfachere Installation und einen wesentlich erleichterten Service.
Querschnittstechnologie mit Potenzial
Des Weiteren ist es zukünftig für solch komplexe Technik äußerst wichtig, diese leicht bedienbar zu halten. Speziell bei der oben beschriebenen Art von Readern lässt sich die Inbetriebnahme, Wartung und Konfiguration leicht per Mausklick erledigen. Auch die Fernbedienbarkeit über allgemeine Netzwerke wie das Internet ist gefordert und bereits realisiert. Somit entwickelt sich die RFID-Technik immer weiter zu einer der wichtigsten Querschnitt-Technologien, die sich auch künftig nachhaltig in vielen Bereichen von Industrie, Handel und dem täglichen Leben noch weiter ausbreiten wird.
„RFID at work" am Beispiel Hoerbiger
Seit Jahren wird gerade im Bereich der Automobilindustrie das Thema „RFID-gestütztes Behältermanagement" diskutiert. Während an Spezialladungsträgern und Gitterboxen zunehmend Transponder eingesetzt werden, erweisen sich die Applikationen im Bereich von Kleinladungsträgern (KLT) aufgrund der Masse an KLT's und deren gemischten Besitzverhältnissen noch als schwer umsetzbar.
Herausforderung Pulkerfassung
Lösung mit UHF-Technologie
Durch den Einsatz der besonderen, voll integrierten UHFLesegeräte UDL500 (solid state) konnte diese Herausforderung bewältigt werden. Der Einsatz der UHF-Technologie ermöglicht die automatische Identifikation von 160 Transpondern ohne Behinderung des Wareneingangsprozesses. Der Datenabgleich mit einer SAP-Soll-Liste, die Zubuchung auf den jeweiligen Zulieferer und die Einspeisung in den Materialfluss des Kanban-Systems erfolgen im Hintergrund. Nach der erfolgreichen Implementierung im Jahr 2008 im Werk Oberstenfeld ist die konsequente Umsetzung der Behälteridentifikation in Richtung Kunde und Zulieferer in nächster Zukunft geplant.

Einblick in AutoID/RFID: deister electronic







