Typische Applikationen und technische Lösungen
Von Andreas Löw, Marketingleiter, Feig Electronic GmbH
Derzeit werden in vielen verschiedenen Applikationsfeldern die positiven Eigenschaften der RFID-Technologie entdeckt und zur Optimierung von Prozessen verwendet. So geschieht dies mittlerweile auch im Krankenhausumfeld. Die Vielzahl der Möglichkeiten, die sich hier bieten, gestaltet diesen Bereich für zahlreiche Unternehmen interessant, die verschiedene Lösungen und Produkte am Markt anbieten.
Eine besondere Rolle spielt in diesem Bereich die HF-RFID-Technologie, welche mit einer Betriebsfrequenz von 13,56 MHz arbeitet. Gerade in einem Klinikum sind die Vorzüge der HF-Technologie von großer Bedeutung. Das Feld besitzt nur eine bedingte Ausbreitung und bietet in Umgebungen, in denen metallische Gegenstände oder Flüssigkeiten identifiziert werden sollen, Vorteile gegenüber der UHF-Technologie. Es zeichnet sich als weniger störanfällig aus, da in einem HF-System die Kommunikation zwischen Reader und Transponder mittels induktiver Kopplung erfolgt und Geräte und Gegenstände in einer Entfernung von bis zu einem Meter sicher gelesen und erkannt werden.
Lagerung im Medical Cabinet
Eine typische Applikation im Krankenhausumfeld ist beispielsweise ein Medical Cabinet. Dieses kann dazu verwendet werden, medizintechnische Kleingeräte, Ersatzteile, Zubehör oder Medikamente zu lagern. Das entsprechende Equipment wird mit einem Transponder versehen und an seinen Bestimmungsplatz gebracht. Mit Hilfe der RFID-Technologie ist das Krankenhaus nun im Stande, sich schnell eine Übersicht über augenblicklich verfügbare Geräte und deren Standort, sowie die Verfügbarkeit von Medikamenten zu verschaffen. Es werden schnelle und effiziente Inventurmaßnahmen durchgeführt, sodass entsprechende Artikel rechtzeitig nachgeordert werden können.
Ein solches Schranksystem ist beispielsweise von dem Unternehmen Mobile Aspects verfügbar. Hier wird eine RFID-basierte Inventur-Management-Lösung angeboten, die für Lagerung und Management von kostenintensiven medizintechnischen Geräten vorgesehen ist. Solche Geräte finden unter anderem im Bereich der Herz- und Gefäßchirugie oder der Radiologie Verwendung. Zusätzlich zeichnet sich das Schranksystem durch weitere Eigenschaften, wie beispielsweise eine sichere Verriegelung des Schrankes aus. Somit kann nur autorisierten Personen das Öffnen des Schrankes erlaubt werden. Ebenfalls ist es möglich, die einzelnen Regalböden in der Höhe zu verstellen. Damit ist eine optimale Ausnutzung der gegebenen Platzverhältnisse möglich.
Antennenselektion durch Multiplexer
Ein Medical Cabinet besteht im Wesentlichen aus drei verschiedenen Komponenten. Diese sind Reader, Multiplexer und Antennen. Je nach benötigter Lesereichweite kann ein Mid-Range- oder Long-Range-Reader verwendet werden. An diesen wird ein Multiplexer angeschlossen, der es ermöglicht, bis zu acht verschiedene Antennen an einem Reader zu betrieben. Eine Montage der Antenne kann entweder auf dem Regalboden oder an der Seitenwand des Regals erfolgen. Nach der Montage muss ein Abgleich der Antenne erfolgen. Je nach Größe des Regalfaches kann mit einer Antenne oder aber mit einem Antennenpaar gearbeitet werden. Wird pro Regalfach nur eine Antenne benötigt, so bedeutet dies, dass mit einem Reader und einem Multiplexer ein acht-fächriges Regalsystem aufgebaut werden kann. Sollte das Regal mehr als acht Regalböden besitzen, so müssen mehrere Multiplexer verwendet werden, die nacheinander kaskadiert werden.
Doppelerfassungen vermeiden
Bei einer Montage der Antenne auf dem Regalboden werden die Transponder in horizontaler Ausrichtung aktiviert und gelesen. Der Multiplexer schaltet nacheinander auf jede Antenne und fragt somit den Inhalt eines jeden Regalbodens zyklisch ab. Antennen, welche auf den Regalböden befestigt sind, lesen Transponder über- und unterhalb des Regalbodens. Dadurch kommt es in den schraffierten Bereichen (siehe Bild 3) zu Doppelerfassungen. Um die physikalische Lage des Transponders eindeutig zu bestimmen, können mit Hilfe von Software und der Antennennummer Doppelerfassungen ausgefiltert werden.
Es sollte vermieden werden, dass mehrere Transponder direkt aufeinander liegen, da sich die Transponder sonst gegenseitig verstimmen und eine Erfassung nicht mehr zu realisieren ist. Nach Möglichkeit sollte ein Mindestabstand von zwei Zentimetern zwischen verschiedenen Transpondern eingehalten werden. Ebenfalls gilt, dass die Transponder nicht direkt auf metallischen Gegenständen angebracht werden dürfen, es sei denn, es handelt sich um spezielle Mount-on-Metal-Transponder.

Einblick in AutoID/RFID: FEIG ELECTRONIC







