
Ob Schlüsselanhänger, Glastransponder oder Armband: 34 Transponder-Hersteller und -Distributoren stellen in der Reportage ihre am Markt verfügbaren Produkte im Rahmen einer Marktübersicht vor. In kurzen Beiträgen werden weiterhin aktuelle Lösungen für unterschiedlichste Anwendungen dargestellt.
RFID und Sensorik
Ein Trend bei der Entwicklung von Sensortranspondern ist die wartungsfreie und robuste Gestaltung der Kombination aus RFID und Sensorik, lautet die Einschätzung von Gerd vom Bögel, Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS. Ein aktuelles Beispiel für den Einsatz von Sensortranspondern seien moderne Kühlschränke, bei denen für eine bessere Dämmungswirkung eine Vakuum-Isolationspaneele eingesetzt werde. "Die Isolation funktioniert nur, wenn ein Vakuum vorhanden ist. Sensorik hilft in diesem Fall, um zu prüfen, wie hoch der Innendruck in den Paneelen ist und ob somit die Dämmung funktioniert", erklärt der Wissenschaftler.
Technologie: Spezial-Tags
Ein Trend-Beispiel ist der große Umlauf von Gaszylinderflaschen, sogenannten LPG-Flaschen in Indien. Die Problematik war bislang, dass man diese Geräte nicht taggen konnte, da diese rein metallisch sind. Durch neu entwickelte ATEX-Tags für Explosionsgefährdung ist es nun möglich, die Wartungsintervalle dieser Gasflaschen zu überprüfen.
Das Problem beim Einsatz von RFID-Technologie auf metallischen Flächen sind unkontrollierte, energetische Schwingungen, die durch die vom Leser aufgenommene Energie entstehen, sowie unkontrollierte Gegenfrequenzen des Trägermaterials. Die Folge ist, dass gewollte auf nicht gewollte Energie trifft und einander gegen null kompensiert. In der Reportage lesen Sie über Techniken, welche diese Probleme umgehen sowie über Hochtemperatur-Tags, welche technische Spezifikationen erfordern.
Bauform: Spezial-Tags
Rundum in Glas eingeschlossene 125 kHz-Transponder mit integriertem Ferritkern haben gleich zwei Vorteile: Sie bieten einen perfekten Schutz gegen Feuchtigkeit oder Chemikalien und sie können mechanisch optimal geschützt direkt in Metall eingeklebt werden. Dagegen bieten spezielle Eck-Datenträger die Möglichkeit, von beiden Seiten gut gelesen werden zu können. Die Lösung wurde mit zwei gekoppelten Spulen erreicht. Die Lösung platziert die Spule einfach mit Hilfe eines integrierten Befestigungselements im 45-Grad-Winkel.
Transponder mit eingebauten Displays sind geeignet für Anwendungen in Wartung und Instandhaltung oder im Bereich der Logistik und Transporte. Gezielt auswählbare Speicherbereiche des Transponders können optisch angezeigt werden. Damit liegt ein Teil des gespeicherten Inhalts visuell vor, ohne ein externes Schreib-Lese-Gerät nutzen zu müssen.
Technologie: Sensorik
Sensortechnologie wird in Verbindung mit RFID-Portalen zur Kontrolle des Wareneingangs und -ausgangs (beispielsweise in groβen Retailzentren) eingesetzt. Die Sensoren erkennen die Annäherung sowie Bewegungsrichtung einer Person oder eines Objektes und steuern so gezielt die Schaltung der Antennen. Sensortechnik bietet den Vorteil, dass die Antennen nur geschaltet sind, wenn es wirklich notwendig ist, das heißt, wenn tatsächlich eine Warenbewegung stattfindet. Somit ergeben sich deutliche Energieeinsparungen sowie eine Reduzierung des Datenvolumens.
Praxisbericht: Asset-Management
Ein Papierhersteller aus Nordrhein-Westfalen vertraut auf aktive RFID-Technik für das Monitoring seiner Tambourkerne. Die Entscheidung für die Verwendung aktiver Transponder hat der begleitende RFID-Partner IdentPro aus Sankt Augustin aufgrund des hohen Metallanteils an den Lesepunkten getroffen. Über den geplanten Rollout lesen Sie in der Juniausgabe von „RFID im Blick".
Praxis: Spezial-Tags
Bei der Tierkennzeichnung besteht die Umhüllung des Transponders aus gewebeverträglichem Bioglas. Diese Transponder können steril in Spritzen geliefert werden, damit man diese sofort unter die Haut des Tieres injizieren kann. Seit einigen Jahren hat die RFID-Transpondertechnologie Einzug auch in den Bereich des Brieftaubensports gehalten. Transponder, eingekapselt in einem Plastikring am Fuß der Taube, garantieren eine einfache und zuverlässige Identifikation bei der Rückkehr der Tauben nach einem Rennen. Mit über 10 Jahren Verzögerung zum deutschen Brieftaubenverband (DBV) hat nach sehr konservativer Abwägung in den zuständigen Gremien nun auch der britische Sportverband RPRA (Royal pigeon racing association) seinen Mitgliedern die Verwendung dieser Technologie gestattet.
Seit Jahren versuchen Boeing und Airbus Chip-Hersteller zu motivieren, auch im UHF-Bereich Speicherplatz mit beispielsweise 64 kBit anzubieten. Neuerdings erwacht auch das Interesse der Zulieferindustrie. Diese will bereits bei der Herstellung von beispielsweise Leitwerken aus Kohlefaserverbundwerkstoffen eine Qualitätskontrolle mittels RFID durchführen.
Lesen Sie in der Juniausgabe 2009 von "RFID im Blick"




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