Fleischwerke E. Zimmermann setzt auf RFID-Behältermanagement von Leuze electronic
Fleischwerke E. Zimmermann setzen in ihrem Logistikzentrum in Thannhausen seit Anfang April 2008 ein RFID-System von Leuze electronic für ihre Behälter sowie ein auf Plus zwei Grad Celsius gekühltes, eingassiges, mehrfach tiefes, automatisches Hochregallager (HRL) des Intralogistik-Systemanbieters Westfalia ein. In diesem lagern nach dem FIFO-Prinzip - gemäß Mindesthaltbarkeitsdatum - Fertigprodukte in E2-Behältern, sogenannten Satten, welche auf Euro-H1-Kunststoffpaletten gestapelt werden.
Das automatische Kanallager dient unter anderem zur Kommissionierung von Ganzpaletten-Aufträgen. Ergänzt wird dieses HRL durch zwei automatische Behälter-Durchlauflager, die zum einen von der Produktion versorgt werden, zum anderen ihren Nachschub aus dem HRL erhalten. Über die Durchlauflager kommissioniert der Lebensmittelhersteller per Pick-by-Light und Touch Paneel die Aufträge, bei denen das Gewicht der Ware eine wichtige Rolle spielt. Eines dieser beiden Lager, die beide jetzt mit aktuellen Savanna.net-Steuerungen von Westfalia modernisiert wurden, nimmt Fertigwaren auf, das andere Fleisch aus der Zerlegung. Außerdem umfasst das Logistikzentrum noch ein Tiefkühlhaus und diverse Blocklager, in denen unter anderem Konserven untergebracht sind.
Durchgängiger Informationsfluss bei der Behälter-Einlagerung
Um die Ein- und Auslagerprozesse zu beschleunigen und eine höhere Daten- und Bestandstransparenz zu erreichen, wurden die Satten jeweils mit einem RFID-Tag versehen. Diese gelangen über eine Fördertechnik-Strecke ins Durchlauflager, nachdem sie zuvor in der Produktion mit Fertigwaren befüllt wurden. Das RFID-Label enthält neben der Artikelnummer Informationen über die Charge und das Mindesthaltbarkeitsdatum der Ware. Vor der Einlagerung passiert der Behälter einen Identifikationspunkt, an dem die Daten durch die wichtigen Angaben zum Gewicht ergänzt werden. Das Lagerverwaltungssystem Savanna.net von Westfalia führt daraufhin einen so genannten Plausibilitätscheck des Inhalts durch. Fällt dieser negativ aus, alarmiert das System umgehend den zuständigen Mitarbeiter. Fällt der Check positiv aus, lagert ein Regalbediengerät den Behälter umgehend ins Durchlauflager ein.
RFID-System für schwierige Umgebungsbedingungen
Das RFID-System besteht aus einer Schreib-/Leseeinheit, einem Tag und der zugehörigen Software. Das Schreib-/Lesegerät erzeugt ein pulsierendes Magnetfeld, in dessen Reichweite die Tags erkannt werden. Dieses Magnetfeld befindet sich im Durchlauflager, am Identifikationspunkt. Gegenüber herkömmlichen Identifikationsverfahren bietet RFID den Vorteil, dass zwischen Schreib-/Leseeinheit und Tag kein Sichtkontakt bestehen muss, um Informationen auszulesen oder zu übertragen. Deshalb lassen sich RFID-Systeme auch unter widrigsten Umgebungsbedingungen zuverlässig einsetzen.
Reibungslose Abläufe im Lebensmittelbereich
„Wir haben acht Transponder-Leser für kleinere Entfernungen, vier Transponderleser für größere Entfernungen sowie einige tausend, speziell für den Lebensmittelbereich geeignete Transponder nach Thannhausen geliefert", fasst Jörg Wachlinger, Projektverantwortlicher bei Leuze electronic, den Lieferumfang der RFID-Systeme zusammen. Die hier verwendeten Tags sind nach IP67 gegen Feuchtigkeit geschützt und arbeiten damit auch bei Spritzwasser oder Nässe einwandfrei. Dasselbe gilt beim Kontakt mit Chemikalien, die etwa bei der Reinigung eingesetzt werden. Außerdem ist das System unempfindlich gegenüber Kälte. Bis minus 25 Grad ist ein störungsfreier Einsatz problemlos möglich.
Einbettung von RFID in bestehende Prozesse
„Ein RFID-System muss sich der Anwendung anpassen, nicht umgekehrt", macht Wachlinger deutlich. Bei Zimmermann bedeutet das, dass der Tag sehr schnell beschrieben werden muss. Denn die Schreibeinheit am Identifikationspunkt des Durchlauflagers ist nur für kurze Zeit in Reichweite des Tags - keine Herausforderung für die Tags von Leuze electronic, denn die Daten werden vorab an die Schreibeinheit übertragen. Auch die Anbindung an das Lagerverwaltungssystem Savanna.net von Westfalia erfolgte problemlos. Zudem lässt sich das RFID-System von Leuze electronic ohne besonderen Aufwand mit bestehenden Identifikationssystemen und Steuerungen koppeln.
Flexibles Ident-Verfahren
Die auf dem Tag gespeicherten Informationen sind beliebig an den Inhalt des Lagerbehälters anpassbar. Durch die Integration von RFID-Systemen in die bestehende IT-Struktur einer Logistikanlag wird das angebundene Lagerverwaltungssystem stets mit aktuellen Informationen versorgt. Durch die direkte Anbindung an das Lagerverwaltungssystem und eine Datenübertragung zum und vom Tag ließen sich im Logistikzentrum der Fleischwerke E. Zimmermann in Thannhausen die Ein- und Auslagerungsprozesse im Durchlauflager beschleunigen. Zudem wurde die Bestandssicherheit erhöht. Darüber hinaus sind die an den Behältern angebrachten Tags wesentlich haltbarer und unempfindlicher als die bewährten Barcode-Labels.
Bild: Leuze electronic GmbH + Co. KG








