Home Automotive RFID in automobilen Wertschöpfungsketten bleibt Diskussionsthema

RFID in automobilen Wertschöpfungsketten bleibt Diskussionsthema

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v.l.n.r.: Holger Schneider (FTK - Forschungsinstitut für Telekommunikation) , Stephan Böddeker (Leiter MobilitätsWirtschaft der Wolfsburg AG), Mike Henn (Projektmanager EPC/RFID der GS 1 Germany GmbH) , Thomas Krause (Vorstand der Wolfsburg AG), Markus Sprafke (Leiter RFID-Geschäftsstelle der Volkswagen AG Konzernlogistik), Jens Dolenek (Industry Consultant Automotive RFID der Siemens AG).2. Kongress „RFID und Automotive" in Wolfsburg beleuchtet aktuelle Trends

Mit RFID sind vielfältige Einsätze in automobilen Prozessen möglich, die Technologie optimiert Geschäftsprozesse und bewirkt Einsparungen. Auf der anderen Seite gebe es noch einige „Soll-Bruchstellen" in der durchgängigen Wertschöpfung zu schließen - dieses Fazit stand am Ende des gestrigen Kongresses „RFID und Automotive" in Wolfsburg. Über 120 Fachbesucher, viele davon Anwender und Technologieanbieter aus der Automobil- und Zulieferindustrie, informierten sich über die Einsatzmöglichkeiten der Technologie in Produktions- und Logistikprozessen.

Zu der Veranstaltung hatte die Wolfsburg AG in das Forum Autovision geladen. „Für den Wirtschaftsstandort Wolfsburg-Braunschweig mit seiner ausgeprägten Mobilitätskompetenz ist die Erschließung neuer Technologien ein Baustein zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit. Die Radiofrequenzidentifikation ermöglicht beispielsweise die transparente und effiziente Gestaltung automobiler Prozesse und Abläufe", erläuterte Thomas Krause, Vorstand des Veranstalters Wolfsburg AG, ein Public Private Partnership der Stadt Wolfsburg und Volkswagen.

Dass die Technologie nicht nur in Inbound-Prozessen wie Fahrzeugsteuerung oder Logistik Optimierungspotenzial bietet, sondern auch konzernübergreifenden Einsatz findet, verdeutlichte Markus Sprafke, Leiter RFID-Geschäftsstelle, Volkswagen Konzernlogistik, am Beispiel des Projektes LeoPARD. Dies sei laut Sprafke das weltweit erste RFID-Projekt , das einen produktiven Materialfluss zwischen einem Lieferanten und einem Automobilhersteller realisiert hat.

Beispiele für übergreifende RFID-Lösungen aus dem Bereich Logistik zeigte Wolfgang Droescher, IT-Produktmanager, DHL Freight, anhand von drei Praxisprojekten auf, die das Unternehmen intern und extern umgesetzt hat. Wie RFID in der weltweiten Supply-Chain eingesetzt werden kann, stellte außerdem Heiko Röhr, Vertriebsleiter AutoID-/RES, operational services, anhand der Brammenlogistik bei ThyssenKrupp Steel dar. Der standortübergreifende Einsatz von RFID sei heute möglich, unterstrich auch Jens Dolenek, Industry Consultant RFID Automotive bei Siemens, da sich die Technik im UHF-Bereich weiterentwickle.

Diskussionsbedarf zeigte sich besonders bei dem Thema Standards. Nur durch globale Standards, so der allgemeine Konsens, könnten Restriktionen bei der Implementierung von Open-Loop-Anwendungen überwunden werden: „Voraussetzungen für die weltweite und reibungslose Nutzung von RFID im Waren- und Datenverkehr sind unter anderem einheitliche Standards und das Vertrauen der Nutzer", sagte Mike Henn, Projektmanager EPC/RFID, GS1 Germany.

Eine Zusammenarbeit mit Verbänden wie dem VDA sei dabei angestrebt. Der Verband der Automobilindustrie hat bereits für die RFID-Einsatzbereiche 'Teile', 'Fahrzeugversand' und 'Behältermanagement' entsprechende Empfehlungen erarbeitet und publiziert.

Als weitere Herausforderung bei der Integration in bestehende Prozesse wurden die Investitionskosten thematisiert. Unter dem Aspekt der Kostenoptimierung beleuchtete Holger Schneider vom FTK - Forschungsinstitut für Telekommunikation - die Wirtschaftlichkeit des RFID-Einsatzes für den Mittelstand: „Experten erwarten heute mittelfristig stark steigende Umsatzanteile durch RFID, einer Innovation, die auch für mittelständische Unternehmen zahlreiche Anwendungsszenarien bietet. Rationalisierungspotenziale eröffnen sich dabei speziell für die Logistik, aber auch in der Verwaltung, Wartung und im Service."

Wie wichtig ein strukturiertes Vorgehen bei der Business-Case-Kalkulation sei, unterstrich Matthias Deindl, wissenschaftlicher Mitarbeiter, Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen. Die reine Kostendiskussion verstelle den Blick auf die Möglichkeiten der Technologie. RFID-Anwendungen würden ihr Potenzial erst dann entfalten, wenn auch entsprechende Prozessoptimierungen vorgenommen werden, so Deindl. Supply Chain-übergreifende Prozessoptimierungen böten dabei die größten Potenziale, benötigten jedoch globale Standards.

Veranstaltungspartner der Wolfsburg AG waren das Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr, die Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg, das Dortmunder Forschungsinstitut für Telekommunikation (FTK) und die IT Region 38.

Bild: Wolfsburg AG

 

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