Bitkom veröffentlicht Broschüre mit 35 Praxisprojekten
Der Biometriemarkt in Deutschland wächst von rund 120 Millionen Euro im Jahr 2006 auf voraussichtlich rund 300 Millionen Euro im Jahr 2010. Das geht aus einer Studie hervor, die Roland Berger Strategy Consultants für den Verband Bitkom erstellt hat.
Das weltweite Wachstum soll laut einer Studie der International Biometric Group für die Jahre 2009 bis 2014 durchschnittlich 20 Prozent betragen. Im Jahr 2014 sollen demnach weltweit knapp 9,4 Milliarden US-Dollar für biometrische Systeme ausgegeben werden.
Wie der Bitkom heute berichtet, seien deutsche Unternehmen bei biometrischen Technologien international mit führend. „Zwar entsteht heute noch ein großer Anteil der Nachfrage durch hoheitliche Anwendungen, etwa beim biometrischen Reisepass. Jedoch setzen sich biometrische Systeme im privaten und geschäftlichen Leben weiter durch: Sie verbinden eine einfache Handhabung und Kosteneffizienz mit einem Höchstmaß an Sicherheit", sagt Prof. Dieter Kempf, Mitglied des Bitkom-Präsidiums.
Insgesamt 35 solcher Projekte stellt der ITK-Bundesverband in seiner aktuellen Broschüre „Biometrie-Referenzprojekte" vor. Umgesetzt wurden sie in Deutschland, anderen europäischen Ländern, Asien und Amerika. Die Broschüre beschreibt Projektlaufzeit, Zahl der Nutzer, Transaktionen und Sensoren sowie das eingesetzte biometrische Merkmal.
Neben Behörden, wie zur Identifikation per Fingerabdruck in Ausweisdokumenten, nutzen demnach immer mehr privatwirtschaftliche Unternehmen biometrische Erkennungsverfahren. So hat beispielsweise Bosch Sicherheitssysteme für die Spielbank Bad Homburg ein anonym arbeitendes Gesichtserkennungssystem installiert. Dieses ist an die neue Rechtssprechung angepasst, nach der Spielbanken ihrer Überwachungspflicht auch bei Automatenspielern nachkommen müssen. Es erkennt Personen, deren Gesichtsbilder aufgrund einer freiwilligen Selbstsperre gespeichert sind. Auch die Edeka Regionalgesellschaft Südwest verfolgt seit Mitte 2006 die Ausrollung von biometrischen Zahlsystemen in ihren Märkten. Als weitere Beispiele nennt die Studie, die auf der Bitkom-Website verfügbar ist, die Dauerkartenkontrolle im Zoo oder Zutrittssysteme in Banken und Kliniken.
Foto: BITKOM e.V.









