Die Bedeutung der RFID-Technologie erörterten vier Vertreter der Sponsoren des CeBIT Forum AutoID/RFID auf der CeBIT 2009 im Rahmen einer Diskussionsrunde. RFID ermögliche im Gegensatz zum Barcode flexible, sich selbst steuernde Systeme, so Frithjof Walk, Feig Electronic. Dennoch sei die Technologie nicht immer die richtige Lösung. So lasse sich der Nutzen des RFID-Einsatzes an einer bestimmten Stelle monetär nur schwierig beziffern. Aber gerade in 2009 könne RFID ein wichtiges Werkzeug darstellen, um Prozesse zu verbessern und Abläufe zu verschlanken, führte Herbert Wegmann, Siemens, an.
Aktuell befände sich die RFID-Technologie im Bereich der Handelslogistik bei der Metro Group an 400 Standorten im produktiven Einsatz in den deutschen Märkten sowie den Lägern in Deutschland und Frankreich. Dies betreffe die täglichen Lieferungen der Lieferanten, die auf getaggten Paletten den Wareneingang passieren. Bisher bedeute es einen großen Aufwand zu kontrollieren, ob sich die Ware im richtigen LKW befindet und ob dieser mit der korrekten Ware auf dem richtigen Weg ist. „Diese Prozesse lassen sich mit RFID gleichwohl automatisieren sowie schneller und effizienter gestalten", berichtete Dr. Gerd Wolfram von der Metro Group.„Der Vorteil liegt darin, dass kein unmittelbarer Sichtkontakt erforderlich ist. Eine Inventarisierung kann mithilfe mobiler Geräte leichter vorgenommen werden. Sind die Artikel nur mit Barcode ausgestattet, muss jedes Kleidungsstück einzeln in die Hand genommen werden, um es auszulesen. Das dauert für jeden Artikel vielleicht 15 Sekunden im Vergleich zur RFID-Technologie, wo das gesamte Auslesen eines Regales mit 50 Kleidungsstücken innerhalb der gleichen Zeit möglich ist", so die Einschätzung von Jürgen Heim, Psion Teklogix.
Wegmann sieht RFID in der industriellen Fertigung speziell im Bereich Automotive als sehr wichtig an. „So werden beispielsweise bei BMW die Kabelbäume mit RFID getrackt. So kann genau zugewiesen werden, welcher Kabelbaum in welches Fahrzeug gehört. Auch die Überwachung der Zulieferketten erfolgt per RFID, sowohl für die Materialflusssteuerung in der Fertigung als auch bei der Bereitstellung des richtigen Werkzeugs. In der Automobilbranche hat sich RFID bereits bewährt", so Wegmann.
Darüber hinaus kommen heute aber auch bereits die Endverbraucher im Freizeitbereich mit der Technologie in Kontakt, beispielsweise für die Dauerkarten im Fußball oder bei Monats- und Jahreskarten im Öffentlichen Nahverkehr, ergänzte Heim.
Über ein weiteres Beispiel aus der Praxis berichtete Dr. Wolfram. In der Metzgerei im real,- Future Store in Tönisvorst ist auf jeder Verpackung ein RFID-Transponder angebracht. Dort packt ein Metzger das Fleisch in Schalen. Auf der Schale wird ein RFID-Transponder angebracht, dessen Nummer mit dem entsprechenden Produkt verknüpft wird. Darauf enthalten ist das Mindesthaltbarkeitsdatum. Auch der Kunde hat so jederzeit die Sicherheit, Fleisch mit entsprechendem Mindesthaltbarkeitsdatum zu erwerben.
„Einer unserer Kunden hat die Aussage getroffen, dass es sein Unternehmen ohne den RFID-Einsatz in der Produktion heute nicht mehr gäbe. In 2009 gilt es mehr als zuvor zu schauen, wie sich Prozesse verbessern und Abläufe verschlanken lassen. RFID ist hier ein ganz wichtiges Werkzeug, das seine Rentabilität längst bewiesen hat. Dies gilt nicht für eine bestimmte Branche, sondern über alle Bereiche hinweg", weiß Wegmann zu berichten.
Lesen Sie die komplette Diskussionsrunde in der Juniausgabe von "RFID im Blick".





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