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Prozesssicherheit durch RFID und eCl@ss

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Der Kundenauftrag im Unternehmen Groh wird als interne Auftragsnummer auf einer RFID-Laufkarte gespeichert. Prozeus-Projekt führt RFID-Laufkarte im Unternehmen Groh ein

Das Unternehmen Groh, Hersteller von elektrischen Sicherungen und Zubehör, hat im Rahmen der Initiative Prozeus den Einsatz von RFID in seiner Fertigung sowie die Klassifizierung seiner Produktdaten nach eCl@ss eingeführt. Dabei wird RFID in der gesamten Prozesskette vom Wareneingang über Lagerung der unfertigen Erzeugnisse, zur Produktion und Einlagerung der Fertigerzeugnisse, bis zum Warenausgang eingesetzt. Dies erfolgte durch die Entwicklung von speziellen RFID-Laufkarten.

Zielsetzung des Anfang des Jahres 2008 gestarteten Projekts war eine Kostenreduzierung durch verringerte Lagerüberbestände. Zudem sollte eine Fertigungsfortschrittskontrolle die Fertigungsprozesse flexibilisieren. Durch die geplante Einführung einer elektronischen RFID-Laufkarte von Meshed Systems, welche eine berührungslose Bestandserfassung ermöglicht, solle sich der interne Transportaufwand reduzieren. Für die Nachkalkulation sollten die erhobenen Istwerte elektronisch weiterverarbeitet werden.

Neben der Einführung von UHF-RFID-Technologie wurde durch eCl@ss eine Lösung zur Klassifikation der Artikel eingeführt. Um den Transponder über den gesamten Montageverlauf möglichst nah am Fertigungsauftrag zu belassen, wurde eine „RFID-Laufkarte" entwickelt. Diese besteht aus einer Kunststoffplatte mit integriertem Transponder, die über eine transparente Folie mit zwei Öffnungen verfügt und somit den Auftrag sichtbar und schnell greifbar aufbewahrt. Der Kundenauftrag wird als interne Auftragsnummer mit einer RFID-Mouse von Deister Electronic auf der Laufkarte gespeichert.

Mehrere RFID-Laufkarten sind nach der Fertigung in einen RFID-Ständer aufbewahrt, der durch einen speziell definierten Abstand und Winkel eine optimale Lesemöglichkeit durch den RFID-Reader bildet und trotzdem die Möglichkeit gibt, die Barcodes zu scannen ohne die Laufkarten aus der Halterung zu nehmen. Bis zu drei solcher „Laufkartenhalter" können auf eine Eurokiste gestellt werden.

Die RFID-Laufkarte und der entsprechende Halter wurden im Rahmen des Prozeus-Projekts entwickelt und gefertigt. Ein Lastenaufzug, als zentraler Verteiler der Waren, wurde als optimaler Erfassungspunkt für die Transpondererfassung festgelegt. Jeder Produktionsschritt wird durch das Auslesen der RFID-Laufkarten an den Lesegeräten erfasst. Damit können Produktionsprozesse besser kalkuliert werden, weil die Dauer einzelner Produktionsstufen erfasst wird. Zudem werden die Daten zentral im ERP- beziehungsweise PPS-System festgehalten.

Vorzugsweise wird jede Tür als RFID-Gate genutzt: Durch die Unterstützung des IT-Dienstleisters MCS konnte die Hardware in das bestehende WAWI (Warenwirtschaftssystem) eingebunden werden. Die Installation an den Toren erfolgten mit einem UHF-Reader (mit vier Antenneneingängen) und vier UHF-Antennen (je Tor eine Antenne).

Um den Programmieraufwand zu verringern und optisch die Darstellmöglichkeit zu verändern, wurden Signalleuchten und Zifferndisplays durch Netbooks ersetzt. Diese konnten ins Netzwerk integriert werden und boten flexible Anzeigeeigenschaften der Betriebszustände, Anweisungen und Kontrollen (beispielsweise der Vergleich der Transponderanzahl und der tatsächlich gelesenen).

Ende des Jahres 2008 erfolgte die Programmierung der Exportfunktionen und die Festlegung der Zugriffsalgorythmen zusammen mit der Definition der Struktur der Datenaustauschdatei. Weiterhin wurde die Schnittstellenprogrammierung zwischen ERP-System und RFID-Anlage durchgeführt. Sämtliche Prüf- und Fertigungsinformationen werden direkt von der Produktion ins ERP-System übermittelt. Dadurch besteht zusätzlich eine zeitnahe Fortschrittskontrolle jedes einzelnen Fertigungsauftrags.

Bild: Groh GmbH Pausa

 

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