E-Ticketing-System für Reisen
Am 1. Oktober 2009 wurde nach den Testinstallationen im Pilotgebiet Berlin/Potsdam - Hannover das Projekt „Touch&Travel" (ein auf der VDV-Kernapplikation basierendes E-Ticket-System) nach Frankfurt erweitert, sodass die bestehenden Testkunden nun Fernverkehrsverbindungen Richtung Hessen nutzen können. Derzeit sind etwa 3 200 Touchpoints im Einsatz. Für die Erweiterung des Feldversuchs in Nordrhein-Westfalen sind weitere im Rollout, sodass im nächsten Jahr insgesamt zirka 4 400 Touchpoints installiert sind.
Die Kunden melden sich vor Beginn ihrer Fahrt mit dem Handy an einem Touchpoint (Kontaktpunkt für die Handys) auf dem Bahnsteig oder an der Haltestelle an und am Ziel auf dieselbe Weise wieder ab. Im Hintergrund errechnet Touch&Travel über das Mobilfunknetz aus den An- und Abmeldedaten den Fahrpreis. Dieser wird sofort nach Fahrtende auf dem Handy angezeigt. Zusätzlich wird dem Kunden mit der monatlichen Mobilitätsrechnung eine komplette Auflistung aller Fahrten nach Hause geschickt.
Mit Touch&Travel ist auch der Übergang auf andere Verkehrsmittel möglich - beispielsweise vom ICE auf den Bus oder umgekehrt. Es ist somit auch beim Umstieg auf andere Verkehrsmittel kein weiterer Ticketkauf notwendig. Das E-Ticketing-Verfahren setzt dabei auf die NFC-Technologie. Per Tastendruck ist eine kontaktlose Datenübertragung im Abstand von einigen Zentimetern zwischen dem Mobiltelefon und dem Touchpoint möglich.
Von Februar bis Ende August 2008 lief ein erster technischer Funktionstest zwischen Berlin und Hannover sowie in einem Teilnetz der Berliner S-Bahn und im gesamten städtischen Nahverkehr der Landeshauptstadt Potsdam. 200 Nutzer haben Touch&Travel getestet, benötigten jedoch noch zusätzlich einen regulären Fahrschein.
Im Dezember 2008 ist das System mit den ersten Kunden in die zweite Pilotstufe gestartet, welche einen zusätzlichen Fahrschein nicht mehr notwendig machte. Zusätzlich wurde das gesamte Berliner S- und U-Bahn-Netz in das Verfahren integriert. Zurzeit werden auf der Strecke Frankfurt-Hannover-Berlin insgesamt 2 000 Testkunden gesucht und für die Erweiterung ins Ruhrgebiet sowie nach Köln weitere 1 000 Testkunden.
Zu den Projektpartnern Deutsche Bahn, Vodafone und T-Mobile kam im August 2009 mit O2 ein weiterer Partner aus der Mobilfunkbranche hinzu. Mit dabei sind auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), der Verkehrsbetrieb Potsdam (ViP) sowie weitere Industriepartner. In den ersten beiden Testphasen wurde der Prototyp SLVR 7 NFC von Motorola verwendet, den die derzeit zirka 500 Testkunden nutzen. Für die Erweiterung des Touch&Travel-Pilotgebiets wird den Testkunden ein Serien-Handy mit NFC-Technologie zur Verfügung gestellt, welches sie nach der Testphase behalten dürfen.
Ab Januar 2010 sollen pünktlich zum Start des Projekts RUHR.2010 - Kulturhauptstadt Europas weitere Kunden in Nordrhein-Westfalen Touch&Travel testen. Über 80 Haltestellen werden in den nächsten Monaten mit den blauen Touchpoints ausgerüstet. Das Pilotgebiet umfasst das gesamte ICE-, IC- und RE-Netz und ist über den Fernverkehr an Frankfurt am Main und von Hamm über Hannover an Berlin angebunden. Somit bestehen für Touch&Travel-Testkunden Verbindungen zwischen den Metropolen Ruhr, Berlin und Frankfurt.
Bild: DB Mobility Logistics AG


Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...





