Neue passive RFID-Lösung optimiert Leseraten über große Entfernungen
Konventionelle passive RFID-Systeme sind auf Reader angewiesen, die eine doppelte Aufgabe erfüllen. Zum einen müssen sie die zu lesenden RFID-Tags aktivieren und zum anderen müssen sie deren reflektierte Signale empfangen. Diese Struktur führte bisher zu einer geringen Skalierbarkeit der RFID-Anwendungen. Zudem konnte keine 100-prozentige Leserate gewährleistet werden. Diese Hürde kann mit einem System überwunden werden, das die Sende- und Empfangsfunktion der Leseeinheit voneinander trennt. Auf diese Weise erhöht sich nicht nur die Skalierbarkeit, sondern auch die Lesedistanz. „RFID im Blick" sprach mit Mojix-Europachef Roelof Koopmans über die Funktionen des RFID-Systems „Star" („Space-Time-Array-Receiver").
„RFID-Einsätze scheiterten in großen Räumen - wie zum Beispiel Lagerhallen oder Distributionszentren - an den Distanzen zwischen RFID-Tag und den herkömmlichen passiven Lesesystemen. Die Grenze lag hier bisher bei fünf Metern. Lösungen boten nur die sogenannten aktiven Systeme mit Echtzeit-Ortung, die sich jedoch aufgrund hoher Kosten nicht verbreiten konnten", erklärt Koopmans.
Transmitter liefern Energie
Um Behälter oder Paletten über einen großen Bereich verfolgen zu können, sollte das System wie ein Radar arbeiten und dabei das gesamte Gebäude regelrecht „scannen", meint Koopmans. Passive RFID-Tags müssten dabei auch auf Distanzen von bis zu 200 Metern gelesen und geortet werden. Dieses Ziel sei mit dem Star-System erreicht worden. Es arbeit als Netzwerk und besteht aus einem oder mehreren Empfängern, die jeweils bis zu 512 Sender ansteuern können. Bei den Sendern handelt es sich um so genannte „eNode-Transmitter", die zur Definition des dreidimensionalen Abdeckungsbereiches dienen. Die eNodes liefern Energie an alle passiven RFID-Tags innerhalb ihres genau definierten Abfragebereiches, der sogenannten „Interrogations-Zone". Der zentralisierte Empfänger des Systems kann die so aktivierten Signale der RFID-Tags auf einer Gesamtfläche von bis zu 25 000 Quadratmetern verarbeiten, ohne das eine direkte Sichtlinie besteht.
Eindeutige Unterscheidung
Im Rahmen eines Rewe-Pilotprojektes wurden bereits 105 Tore entlang der Warenausgangs-Rampe am Distributionslager in Buttenheim bei Nürnberg mit dem Star-System ausgestattet. Bisherige Reader-Systeme waren dort problematisch, da diese nicht unterscheiden konnten zwischen „gelesen und verladen" und „gelesen und noch nicht verladen". Durch die Echtzeit-Ortung der Mojix-Lösung wurde dieses Problem gelöst. Die mit RFID-Tag versehenen Behälter werden nun im Warenausgang automatisch differenziert, ob sie bereits verladen oder nur abgestellt wurden.
Den kompletten Bericht und einen Kommentar des Fraunhofer-Instituts ATL über Testszenarien des Systems lesen Sie in der Novemberausgabe von „RFID im Blick".
Bild: REWE-Informations-Systeme GmbH


Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...






