
Mobile Lösung für manuelle Arbeitsplätze
Der Delbrücker Bade- und Duschwannenhersteller Bette setzt bereits seit 2007 eine RFID-Lösung ein, um die Prozesse in der Fertigung von Bade- und Duschwannen automatisiert zu steuern. Aktuell wurde der Technologieeinsatz um eine mobile Lösung an manuellen Schreibstationen ergänzt. „RFID im Blick" sprach mit Johannes Hils, Leiter Logistik/EDV/Investition bei Bette.
„Wir haben bereits vor 13 Jahren die erste RFID-Lösung eingesetzt", erinnert sich der Logistikleiter. Zu dem Zeitpunkt waren wir quasi ein Pionier. 2007 haben wir uns dann für einen Wechsel auf die zweite Generation entschieden." Was im Rahmen eines Pilotprojektes begonnen hat, läuft nunmehr seit zwei Jahren erfolgreich im Produktivbetrieb. Den Ausschlag hatte damals gegeben, ein System einzuführen, das nicht nur Prozesssicherheit bringt, sondern auch eine kundenindividuelle und termingenaue Produktion ermöglicht. Das Unternehmen produziert monatlich 50 000 Bade- und Duschwannen, von denen rund 45 Prozent ins europäische Ausland und nach Südostasien exportiert werden. Die rund 280 Mitarbeiter fertigen 500 Wannenmodelle mit 1000 verschiedenen Farben an, die durch spezielle Verformungs- und Glasurtechniken ihr individuelles Design erhalten. „Aufgrund der immensen Variantenvielfalt war vor Einführung der RFID-Technologie eine Transparenz aller Fertigungsschritte nicht gegeben. Nun haben wir zu jeder Zeit den gesamten Fertigungsprozess im Blick".
Bisher wurde die RFID-Technologie hauptsächlich für die Prozesssteuerung eingesetzt. Das Lesen und Beschreiben der Tags beginnt ab dem Zeitpunkt der Vereinzelung der Produkte im Bereich der Oberflächentechnik. Nachdem die Rohlinge chaotisch eingelagert wurden, werden diese über ein hängendes Wannen-Duschflächen-Fördersystem zur Weiterverarbeitung transportiert und dabei über die RFID-Reader erfasst. Insgesamt wurden 45 stationäre Reader des Typs Simatic RF340R in zwei Hallen installiert. Neben der Lieferung der Hard- und Software führte Siemens auch die gesamte Projektabwicklung und Inbetriebnahme des Systems durch.
„Wir erweitern die Lösung jedoch ständig", erklärt Hils. So hat das Unternehmen inzwischen das System um eine mobile Lösung ergänzt, die sich in dem Pilotprojekt noch in der Entwicklung befand. Vier mobile Erfassungsgeräte vom Typ Siemens RF310M kommen an den nichts ortsgebundenen manuellen Arbeitsplätzen zum Einsatz.
„An jedem Arbeitsplatz können nun weitere Informationen im laufenden Betrieb auf den Datenträger beschrieben werden, beispielsweise das Oberflächenmuster, mit welchem das Produkt gebrannt wurde, aber auch Maschinenparameter", erläutert Hils. „Wenn beispielsweise Störungen bei den Robotern auftreten, können diese Besonderheiten vermerkt werden. Dies hilft uns, Auffälligkeiten besser zu filtern und auch systematisch auftretenden Fehler besser zu erkennen, die vorher vielleicht gar nicht bemerkt wurden." Geplant sei zu diesem Zweck auch, weitere Maschinenparameter vorübergehend aufzunehmen.
Die Steuerung der Produktion per RFID erfolgt über eine zentrale Datenhaltung über eine Simatic-S7-400-Steuerung. Die Auswertung der Fertigungsdaten wird durch den OPC-Server unterstützt. Die verstärkte Nutzung des Sytems zur Auswertung der Daten ermöglicht es laut dem Unternehmen, die Mitarbeiter in der Fertigung und im Vertrieb besser zu informieren und Fehler zu vermeiden.
Bild: Bette GmbH & Co. KG




Programm

