Globales Dienstleistungsunternehmen zur Bekämpfung von Produktfälschungen gegründet
Die Unternehmen SAP, Nokia und Giesecke & Devrient planen, ein gemeinsames Unternehmen mit dem Namen Original1 für globale Dienstleistungen zur Produktauthentifizierung und zur Bekämpfung von Produktfälschungen zu gründen. Ziel von Original1 sei es, Unternehmen und Kunden branchenübergreifend vor Produktpiraterie zu schützen und Markenwerte, Umsatzpotentiale und Erträge von Markenwaren zu erhalten. Sitz der Zentrale von Original1 werde Frankfurt sein. Die Leitung des Unternehmens übernimmt Claudia Alsdorf, die bislang im Management der SAP-Forschungsabteilung tätig ist. Die Meldung wurde im Rahmen der SAP-Entwicklerkonferenz TechEd, die vom 27. Bis 29. Oktober in Wien stattfand, bekannt gegeben. „Wir denken, dass Original1 noch vor Ende 2009 den Betrieb aufnehmen wird", erklärt Günter Gaugler, Pressesprecher bei SAP, zuversichtlich gegenüber „RFID im Blick".
„Produktfälschungen sind ein weltweites Problem, das Unternehmen aller Branchen großen wirtschaftlichen Schaden zufügt", so Claudia Alsdorf, künftig CEO von Original1. „Deshalb müssen Unternehmen heute entschieden gegen Produktpiraterie vorgehen, und zwar bevor es zu spät ist und ihre Existenzgrundlage auf dem Spiel steht. Original1 wird Lösungen aus einer Hand anbieten, um Unternehmen vor Fälschungen zu schützen und den Wert ihrer Marken zu erhalten."
Laut Gaugler seien die zukünftigen Dienstleistungen für verschiedenste Produkte, wie beispielsweise Uhren, Kugelschreiber über Kleidung bis hin zu Düngemittel und Pharmazeutika oder Ersatzteile im Maschinenbau vorgesehen. Einschränkungen gäbe es hierbei nicht.
„Die Realisierung der eingesetzten Lösungen kann unterschiedlich erfolgen. Der Einsatz von RFID ist ein dabei ein wichtiger Bestandteil. Ein Beispiel aus dem Mobiltelefon-Segment: Möchte ein Endanwender ein Produkt kaufen, kann er mit dem Handy entweder ein Foto des Barcodes machen oder, falls das Produkt mit einen RFID-Tag versehen ist, kann der Transponder über das Gerät ausgelesen werden. Über das Handy-Netz werden dann die Produktdaten im Backend abgefragt", resümiert Gaugler.
Die Dienstleistungen von Original1 würden auf bestehenden SAP-Technologien und -Lösungen beruhen. Nokia liefert mobile Authentifizierungssoftware, mit deren Hilfe Unternehmen über mobile Endgeräte den kompletten Lebenszyklus eines Markenprodukts verfolgen könnten - von der Herstellung bis zum Endkunden. G&Ds Beitrag zu Original1 bestehe aus Sicherheitslösungen für die gesamte Wertschöpfungskette. Dazu gehören die Nutzer-Authentifizierung, die End-to-End-Verschlüsselung von Datenströmen sowie die Verschlüsselung der Datenbanken von Original1. Die Original1-Lösung decke die komplette Liefer- und Verkaufskette ab, indem Produkte und Verpackungen mit intelligenten, fälschungssicheren und fortlaufenden Produkt-Codes versehen seien.
„Wir sehen große Marktchancen im Bereich Produkt- und Markenschutz-Dienstleistungen", sagt Antti-Jussi Suominen, General Manager, Commerce, Corporate Development, Nokia. „Nokia hat 2006 ein mobiltelefonbasiertes Geschäftsprogramm zur Authentifizierung von Produkten gestartet; das jetzige Joint Venture ist ein logischer Schritt, dieses Geschäft weiter auszubauen. Wir werden Original1 mit der mobilen Kompetenz und damit verbundenen Technologien ausstatten und sind davon überzeugt, dass Mobilität einen Paradigmenwechsel beim Produkt- und Markenschutz einleiten wird."
Bild: SAP AG


Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...






