Automatisiertes Behälter- und Staplermanagement im Ernteprozess
Insgesamt 10 000 Großbehälter des 320 Mitarbeiter großen, mittelständischen Unternehmens Friweika werden in der Erntezeit von August bis Oktober mit Frischkartoffeln direkt auf dem Feld beladen. Für die Bestandserfassung der Behälter und die Bestimmung der Produktionsmengen am Wareneingang führte das Unternehmen im Juni 2008 ein RFID-gestütztes Behältermanagement ein. Anfang 2009 folgte der zweite Rollout mit lesefähigen Gabelstaplern, welche die Behälter an genau definierte Stellplätze einlagerten. Über den aktuellen Stand und einen geplanten dritten Rollout sprach „RFID im Blick" mit Mario Velebil, IT-Manager beim Unternehmen Friweika.
Eine Vorbetrachtung erfolgte laut Velebil bereits im Jahr 2002 mit aktiven Transpondern. Aufgrund der hohen Preise (7 Euro pro Transponder) wurde das Projekt nicht fortgeführt. Auch Versuche mit Smart Labels schlugen fehl, da die Lesefähigekeit durch Nebenprodukte wie Wasser, Erde und Metall eingeschränkt wurde. Erst Anfang 2008 erfolgte mit der Auswahl von Hard-Tags des Unternehmens PCO eine Weiterführung des Projekts.
Getaggte Großbehälter
Die Ernte der Kartoffeln auf dem Feld erfolgt direkt in Großbehälter aus Metall. Diese sind mit einem passiven UHF-RFID-Tag gekennzeichnet. „Die Tags sind mit einem eindeutigen Code versehen. Weitere Informationen sind nicht gespeichert, weil die gesamten Logistikabläufe in der Datenbank stattfinden", erklärt Velebil. Zusätzlich sind die Behälter zur optischen Erkennung mit einem wasserfsten A4-Etikett versehen, welches ebenfalls die Behälternummer beinhaltet. Die Behälter werden nach der Ernte auf einem Traktor, Lkw oder einer Zugmaschine zum Wareneingang des Unternehmens transportiert und dort von zwei installierten Lesegeräten des Unternehmens Deister Electronic auf einer Waage erfasst. Die Behälternummer wird mit dem entsprechenden Gewicht und der Feldblocknummer vermählt und direkt in das ERP-System transferiert.
Radarmelder trennt Lesevorgänge
Zusätzlich ist unterhalb der Antennen ein Radarmelder installiert, welcher durch den Systemintegratoren Highway Identcode- und Drucksysteme realisiert wurde. „Unsere Reader waren zuvor auf Dauerlesen eingestellt. Dies hatte den Nachteil, dass die Lesevorgänge nie genau voneinader abgetrennt werden konnten. Zudem wurden die Wiegedaten falsch zugeordnet", sagt Velebil. Der Radarmelder reagiert auf Bewegungen großer Objekte und erfasst nur speziell definierte Größen, beispielsweise die von Lkws oder Traktoren, und sendet die Eingangsdaten an das ERP-System. Erst wenn das Fahrzeug den Sensorbereich verlassen hat, ist die Lesung beendet. Bis zu neun Großbehälter werden dabei als eine komplette Datensatzgruppe erfasst. Mit den eingesetzten Antennen am Wareneingang wird laut Velebil ein Bereich von 80 Zentimetern und vier Metern Höhe, sowie eine Entefernung von einem Meter abgedeckt. Diese Eingrenzung sei notwendig gewesen, da keine vordefinierten Höhen für die Transportfuhrwerke vorlagen und Winkel und Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Behälter ebenfalls differierten.
Über den Stapler-Rollout im Jahre 2009 und weitere Details des Projekts lesen Sie in der Novemberausgabe von „RFID im Blick".
Bild: deister electronic GmbH






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