Projekt für 'Green RFID Transponder'-Produktlinie gestartet
Mit stetig wachsenden Einsatzbereichen der RFID-Technologie erhält die Umweltverträglichkeit von Transpondern eine immer größere Bedeutung. Einige Hersteller haben sich bereits intensiv mit der Problematik befasst. So entwickelte Exax eine konduktive Tinte, mit welcher sich Antennen auf Platinen drucken lassen und damit das umweltbelastende Ätzen vermieden wird. Maximum entwickelte kürzlich eine zweidimensionale HF-Kupferantenne, welche in einem neuartigen additiven Verfahren hergestellt und weder gewickelt noch geätzt wird. Seit Längerem befasst sich auch Smartrac mit der Thematik und hat nun ein Forschungsprojekt für biologisch abbaubare Produktionsmaterialien gestartet, um Transpondermaterialien im Hinblick auf ihre umweltverträgliche Entsorgung zu optimieren.
Das Forschungsprojekt wird von der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Smartrac zusammen mit mehreren Technologieninstituten in Bangkok, Thailand, durchgeführt. Darüber hinaus sei das Unternehmen mit Substratherstellern und Chemieunternehmen aus Japan und den USA im Gespräch. Resultat des Forschungsprojektes soll ein Sortiment an neuen Transpondersubstraten und Gehäusematerialien für eine große Bandbreite von Anwendungen sein, die als Ausgangsbasis für eine 'Green RFID Transponder' Produktlinie dienen. Produkte für Konsumgüter und andere Anwendungen, in denen Robustheit und Langlebigkeit gefragt sind, sollen auf Biopolymeren basieren. Mögliche Anwendungsbereiche wären hier logistische Prozesse, Warensicherung oder Identifizierung von Gepäckstücken im Luftverkehr.
Außerdem forscht man auch an papierähnlichen Stoffen, die sich innerhalb weniger Wochen zersetzen. Antenne und Chip werden dabei zunächst noch aus konventionellen Materialien bestehen, solange kein Ersatz für Silikonchips gefunden ist. Einsatz finden papierbasierte Tags vor allem in Ticketing-Anwendungen. Die passiven 13,56 MHz-Transponder für die Ticketing-Anwendungen weisen eine Lesereichweite von 10 Zentimetern als Industriestandard auf. UHF-Transponder für Konsumgüter-Anwendungen können aus einer Distanz von bis zu zehn Metern gelesen werden. Die neuen „Öko-Tags" sollen alle internationalen Standards wie ISO 14443, ISO 15693, ISO 18000-6c und EPC Gen 2 abdecken. Das Unternehmen rechne mit einer wachsenden Nachfrage in diesem Segment. Die ersten „grünen" Transponder könnten bereits innerhalb eines Jahres verfügbar sein und sollen preislich adäquat zu herkömmlichen Produkten liegen.
Das Umweltbundesamt warnte kürzlich in einer Studie vor massenhafter Verunreinigung der Recyclinggüter Glas und Plastik durch RFID-Tags. RFID-Transponder werden heute üblicherweise aus dünnen Schichten von Polymersubstraten wie PVC oder PET, einer Metallantenne und einem Mikrochip hergestellt. Zusätzlich werden Klebemittel eingesetzt, um die verschiedenen Lagen zu verbinden. Bei Massenveranstaltungen wie den Olympischen Spielen landen dann schon mal fünf Millionen Tickets mit Polyester-Inlays auf dem Müll. Oder in der Moskauer U-Bahn werden täglich bis zu 1,5 Millionen Polyester-Tickets weggeworfen. Hinzu kommen die Standardverpackungen im Konsumgüterbereich, welchen Marktexperten als wachsenden Einsatzbereich für RFID-Transponder werten.
Bild: flobox (photocase)






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