Das Fachmagazin „RFID im Blick" wird im Januar 2010 fünf Jahre alt. Anlass genug zu feiern, aber auch dem RFID-"Fieber" der vergangenen Jahre einen distanzierten Blick zu widmen. Im Editorial der Dezemberausgabe von „RFID im Blick" spricht Chefredakteurin Anja Van Bocxlaer über Nach- und Nebenwirkungen des RFID-Hypes und kommt zu dem Schluss: Das Rezept gegen den Hype lautet Beständigkeit!
Das Rezept gegen den Hype: Beständigkeit!
Editorial von Anja Van Bocxlaer
Der Blick in die Zukunft ist immer wieder faszinierend. Wir wollen möglichst wissen, was sich wann ereignen wird, darauf vorbereitet sein, Risiken kennen und Vorteile prognostizieren. Sehr romantisch ist dieser Trieb zwar nicht, Risiko reduzierend aber sehr wohl. „Quo Vadis? " lautet somit auch ein häufig verwendeter Titel für Themen, die Technologieentwicklungen betreffen.
Übertrage ich diesen Trieb auf die RFID-Technologie, überwiegt allerdings der Wunsch, erst einmal die Vergangenheit zu verstehen. Jede Diskussion, deren Fokus auf der RFID-Thematik liegt, gelangt nach nur wenigen Minuten - unerheblich, welche semantischen Seitenwege eingeschlagen wurden - auf denselben Begriff: Hype.
Der Hype nach Gartner postuliert, dass die Entwicklung am Anfang auf erfolgreiche Laborversuche zurückgeht, darauf folgt der Schrei nach Produkten und Lösungen. Marketingexperten nehmen die Witterung auf und sorgen für Publicity. Erste Piloten haben natürlich Kinderkrankheiten. Es folgt, was folgen muss: Häme, Enttäuschung und Ungnade. Technologie- und Lösungsanbieter ringen um gute Referenzen. Mancher Marktbeobachter bleibt allerdings distanziert. Warum sollte heute klappen, was gestern auch nicht lief.
Kürzlich hörte ich auf einer Messe einen Technologieanbieter sagen, dass das Unternehmen die RFID-Technologie in der nächsten Zeit etwas reduzieren wolle und anderen Themen angliedern möchte. „Warum? ", fragte ich. „Naja, nicht alle Kunden möchten RFID-Lösungen, manche lächeln etwas über die Technologie oder sind hämisch", entgegnete er. Bedenke ich die Enttäuschung nach dem Absturz der Fieberkurve, scheint es sich um die Nachwirkungen des Hypes zu handeln. Sozusagen um den Gegen-Hype.
Übrigens heißt es, dass die Hype-Fieberkurve überwunden sei, wenn Produkte, Standards und Lösungen vorhanden sind. Dann beginne die Phase der Produktivität. In diesem Sinne sollte kein Unternehmen „mitmachen", weil die Technologie „in" ist und auch nicht „aussteigen", weil die Technologie „out" ist. Beständigkeit lautet wohl das Rezept gegen den Hype. Für das kommende Jahr wünsche ich uns reine prozessorientierte und technologische Fragestellungen, damit die Erholung vom Hype beginnen kann.
Lesen Sie mehr in der Dezemberausgabe von "RFID im Blick".





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