Hamburger Hafen nimmt Klimahalle mit RFID-gestützter Palettenverfolgung in Betrieb
Um die Effizienz der Umschlagsanlage am O'Swaldkai zu erhöhen und eine lückenlose Transparenz der einzelnen Paletten mit Bananenkartons in der Transportkette zu ermöglichen, hat das HHLA Frucht- und Kühl-Zentrum im Juli 2009 eine vollautomatisierte Klimahalle in Betrieb genommen. In der Klimahalle sorgen vier individuell zu steuernde Kühlkammern für eine exakt temperierte Lagerung der Ware. Computergesteuerte Regalbediengeräte bringen die Paletten mit Bananenkartons zu ihrem Platz im Hochregallager. Die logistischen Stationen werden mit RFID-getaggten Paletten verfolgt und dokumentiert. Über den Betrieb der Halle sprach „RFID im Blick" mit Betriebsleiter Jürgen Wulf und Andrea Schecker-Krauß, Leiterin Systementwicklung bei der HHLA Frucht.
Am O'Swaldkai am Hamburger Hafen legen jährlich 450 Schiffe an, von welchen etwa 200 mit Bananenpaletten beladen sind. Das Gesamtvolumen der Bananen liegt bei etwa 750 000 Tonnen pro Jahr, dazu kommen rund 100 000 Tonnen anderer Früchte aus Übersee wie Ananas, Weintrauben und Äpfel, welche in Containern angeliefert werden. Mit „Hamburger" Früchten werden weite Teile Deutschlands ebenso wie Skandinavien, das Baltikum sowie Mittel- und Osteuropa beliefert.
„Ein entsprechendes Referenzprojekt wurde bereits bei unserem Partner BNFW in Antwerpen betrieben", erklärt Jürgen Wulf. Das vorhandene Warenbestandssystem der HHLA Frucht wurde laut dem Betriebsleiter mit den Schnittstellen des Fördertechniksystems, welches auf der RFID-Technologie basiert, verheiratet. „Wichtig war für uns, dass auch die Kunden die Voraussetzungen für die Automatisierung mitbringen, indem die Paletten gelabelt sind und über die Palettennummer einsehbar ist, welche Ware sich darauf befindet. Komplett gelabelte und palettierte Ware ist leider noch kein selbstverständliches Kriterium am Markt", erklärt Andrea Schecker-Krauß.
Die Bananenpaletten aus den Hauptanlieferländern Kolumbien, Costa Rica und Ecuador werden laut Wulf in den entsprechenden Packstationen im Ursprungsland gelabelt und danach rund 14 Tage verschifft, bis diese am HHLA-Fruchtpier eintreffen. Somit bestehe eine durchgängige Dokumentation ab dem Verpacken im Ursprungsland über den Transport bis hin zur Verladung am O'Swaldkai. „Beschädigte Paletten lassen sich durch die auf dem Label vorhandene Paletten-ID schneller einkreisen und ausschleusen", so Wulf. „Hinter der korrekten Wegbestimmung der Paletten steht die Datenbank des HHLA-Bestandsführungssystems, welches uns vor der Ankunft der Paletten mitteilt, welche und wie viele Paletten wir zu erwarten haben. Dazu sind im System Abforderkriterien hinterlegt, wie beispielsweise in welchen Bereich die Paletten im Kühlhaus befördert werden sollen", so Schecker-Krauß.
Die Paletten werden beim Eintreffen im Hafen in Viererblocks in Stahlkörben mittels eines Krans aus den Luken des Schiffes auf den Pier befördert. Großstapler verfrachten die Viererblocks in die angeschlossene Klimahalle, und setzen die Paletten direkt auf die Aufgabelstation auf. Die Viererblocks werden in diesem Schritt auf RFID-getaggte Kunststoffpaletten von IPS in der Station aufgesetzt. Diese laufen danach längs zu einem Mitarbeiter, der die Palette visuell auf Beschädigungen sichtet. Mit einem Pulp-Thermometer wird währenddessen stichprobenartig eine Temperaturmessung innerhalb einer Banane vorgenommen. Die gemessene Temperatur wird mittels eines Handscanners mit der Barcode-ID der Palette in das nachgelagerte System übertragen.
Welche weiteren Schritte die Paletten bis zur Verladung durchlaufen, lesen Sie in dem vollständigen Beitrag der Dezemberausgabe von „RFID im Blick".
Foto: HHLA Frucht- und Kühl-Zentrum GmbH


Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...






