Home Forschung und Entwicklung UHF und HF – Hype oder Realität?

UHF und HF – Hype oder Realität?

Drucken

Durch die Ausstattung elektronischer Pässe mit Chips oder im Bereich Ticketing hatte IDTechEx ein Anstieg von 65 Millionen in 2006 auf 325 Millionen Tags in 2009 prognostiziert.Haben sich die Erwartungen an die UHF-Technologie erfüllt?

Durch den Hype speziell der Handelslogistik wurde die UHF-Diskussion in den vergangenen zwei bis drei Jahren stark in der Vordergrund gerückt. Forciert wurden die Erwartungen an die Technologie auch durch Veröffentlichungen von viel zitierten Studien, die beispielsweise von Gartner oder Aberdeen mit einer starken Gewichtung des amerikanischen Marktes durchgeführt wurden. Nachdem die Ernüchterung vor allem in den USA eingetreten ist, richten einige Branchen wie der Pharmasektor nun ihre Aufmerksamkeit wieder auf HF. Laut einer Studie von IDTechEx, welche den weltweiten Gesamtmarkt betrachtet, sollten HF-Anwendungen UHF-Applikationen, speziell Gen2, in 2009 um das Fünffache übersteigen. „Der UHF-Markt wird uns noch lange beschäftigen und ist noch weit von der umfassenden Durchdringung in Handel, Logistik und Industrie entfernt". Zu diesem Schluss kommt Dieter Uckelmann, Geschäftsführer LogDynamics Lab.

„Grundsätzlich sollte man RFID Hype-unabhängig von der Frequenz betrachten", lautet die Einschätzung des Experten zu der Diskussion um den UHF-Hype. „Denn die Anwendung entscheidet, welche die passende Technologie ist. Diese differenzierte Betrachtung wurde in der Hype-Phase manchmal vergessen. Vielmehr gilt es alle Vor- und Nachteile der einzelnen Frequenzbereiche zu berücksichtigen. Der HF-Bereich ist bereits in vielen Anwendungen, wie Zutritt oder Tieridentifikation, standardisiert und etabliert. Das heißt: kaufen, einsetzen, glücklich sein." Bei UHF verhalte es sich laut Dieter Uckelmann wesentlich komplexer. Zum einen bestehe weiterhin Forschungsbedarf. Zum anderen kranke es nach Ansicht des Geschäftsführers des LogDynamics Lab immer noch in vielen Fällen an dem fehlenden Business-Case dahinter. „Obwohl es inzwischen zahlreiche Wirtschhaftlichkeitsbetrachtungen gibt, bleibt es oft schwierig die Wirtschaftlichkeit eindeutig nachzuweisen. Denn wäre die Wirtschaftlichkeit gegeben, würde man nicht von Hype sprechen, sondern die Technologie würde einfach entsprechend eingesetzt werden."

Die Marktentwicklung für UHF-Systeme insgesamt sieht Dieter Uckelmann wie folgt: „Ich denke, der Hype um UHF ist nicht unbegründet, da in diesem Bereich noch ein großes Potenzial vorhanden ist. Bisher hat der HF-Bereich, was die Umsätze betrifft, die Nase vorn, da HF-Transponder typischerweise teurer sind. Allgemein wird davon ausgegangen, dass UHF erfolgreich sein wird und dass es eine Reihe von neuen Anwendungen zu erwarten sind, aber momentan spielt die Musik woanders", führt er weiter aus. „Durch die Ausstattung elektronischer Pässe mit Chips oder im Bereich Ticketing, in dem laut IDTechEx ein Anstieg von 65 Millionen in 2006 auf 325 Millionen Tags in 2009 erfolgte, sind derzeit deutlich höhere Stückzahlen und letztendlich Umsätze zu erreichen als in UHF-Anwendungen. Mit Ende des Hypes wird auch die Zahl der produktiven Anwendungen sukzessive ansteigen. Als Frage bleibt: Wird es UHF jedoch überhaupt schaffen, HF in Bezug auf die Umsätze zu überflügeln?"

Lesen Sie das vollständige Interview in dem Themenheft „RFID-Readertechnologie 2010".

Foto: © Karin Lau - Fotolia.com

 

Marktplatz

AutoID/RFID- Technologieanbieter

Interviews

Klaus Finkenzeller im Interview

Klaus Finkenzeller im Interview


„Den 'Finkenzeller' schon gelesen?" - lautet eine übliche Frage unter Studenten RFID-Technik- releva...