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Potenziale sind noch nicht ausgeschöpft

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Durch die PJM-Technologie können einzelne Dokumente in einem Stapel identifiziert werden.IDH-Forscher untersuchen Pulkerfassung von dicht gelagerten RFID-Transpondern

Die Pulkerfassung von RFID-Transpondern auf Objekten, die sehr dicht übereinander liegen, stellt bisher ein Problem in puncto Lesezuverlässigkeit und -schnelligkeit dar. „In vielen Fällen wird kein einziger Transponder erfasst, unabhängig davon, ob es sich um HF- oder UHF-Systeme handelt", bestätigt Thomas Henneke, IDH Institut für Distributions- und Handelslogistik des VVL e.V.. Viele Anwendungspotenziale, beispielsweise im Dokumentenmanagement oder der Erfassung von Textilien, blieben dadurch ungenutzt, obwohl die technischen Möglichkeiten durchaus gegeben sind, wie der Diplom-Mathematiker gegenüber „RFID im Blick" erläutert.

„Mit herkömmlichen HF- und UHF-Technologien ist keine zuverlässige Pulkerfassung auf Item-Ebene gegeben. Die Ursache liegt zum einen darin, dass benachbarte Transponder die Resonanzfrequenzen der anderen Tags in direkter Nähe verändern, zum anderen steht auf engem Raum nur eine bestimmte Energiedichte zur Verfügung, sodass nicht alle Transponder in gleichem Maße mit Energie versorgt werden können", erläutert Henneke. Als eine Lösung für dieses Problem wird aktuell die Phase Jitter Modulation (PJM-Technologie) am Institut für Distributions- und Handelslogistik (IDH) diskutiert.

PJM-Transponder basieren auf dem Standard ISO/IEC 18000-3 Mode 2 und nutzen eine Phasenmodulation, bei der die Phase geringfügig variiert. Bei den zugrundeliegenden RFID-Systemen handelt es sich um HF-Systeme (13,56 MHz), bei denen die Transponder-Antennen nicht auf eine bestimmte Frequenz festgelegt sind. „Das Konzept hat Ähnlichkeit mit dem der Breitbandtransponder, die mehrere Kanälen anwählen, sprich auf unterschiedlichen Frequenzen antworten können. Damit wird das Problem der Verstimmung umgangen, und die Lesung erfolgt achtmal schneller als bei herkömmlichen HF-Systemen", so Henneke. Das Konzept „Frequency & Time Division Multiple Access (FTDMA)" wurde von dem Unternehmen Magellan entwickelt und patentiert.

Die Technologie wird bereits zur Erfassung von Tablettenverpackungen und Diamanten eingesetzt. Damit seien die Anwendungsmöglichkeiten auf Einzelartikelebene laut Henneke jedoch noch nicht erschöpft. „Riesige Zukunftspotenziale sehen wir besonders im Dokumentenmanagement." Es gilt als unausgesprochene Tatsache, dass in Ämtern Dokumente unauffindbar verlegt werden oder gar verloren gehen. Das Item-Taggen könnte gerade in Behörden das Auffinden dieser Dokumente erleichtern und wesentlich beschleunigen. „Es wird sogar möglich, eine lückenlose Rückverfolgbarkeit zu garantieren." Da sich auch dicht gelagerte Dokumente erfassen ließen, sei es beispielsweise mittels der PJM-Technologie möglich, einzelne Dokumente in einem Stapel zu identifizierten und das vergleichsweise schnell. So könne ein Papierstapel von vielen hundert „getaggten" Papieren in nur einer Sekunde gescannt werden, um beispielsweise ein einzelnes Dokument (wieder) zu finden oder die Ankunft von Unterlagen in einer Abteilung oder einer Behörde zu erfassen.

„Uns hat überrascht, dass die Technologie bisher wenig verbreitet ist." Gründe sieht der Forscher in dem mangelnden Kenntnisstand sowie der langsamen Verbreitung, da es sich noch um eine relativ junge Technologie handele. Den Kostenfaktor sieht Henneke nicht als das entscheidende Argument. „Gerade in Deutschland, wo hohe Sicherheitsstandards gepflegt werden, ist es erstaunlich, dass die Technologie bisher kaum eingesetzt wird." So könnten beispielsweise mittels RFID-Technologie wertvolle Dokumente wie Zeugnisse oder Urkunden fälschungssicher gemacht werden, wie es bereits in Indien praktiziert werde. Aber auch überall dort, wo Artikel dicht aufeinander gelagert sind, beispielsweise Liegeware wie T-Shirts im Fashion-Sektor, sieht der Forscher des Instituts, das sich seit Mitte der 1990er Jahre mit dem Problem dichtgelagerter Transponder und den daraus resultierenden Problemen in der Verpackungslogistik befasst, zukunftsträchtige Einsatzmöglichkeiten.

Foto: © Harald07 - Fotolia.com

 

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