Formatierung von RFID-Tags auf Basis des Dänischen Datenmodells
Um eine Bibliothek mit einem RFID-System ausrüsten zu können, müssen Medien wie beispielsweise Bücher, CDs und DVDs mit Tags auszeichnet werden. Diese werden anschließend beschriftet, was durch eine Konvertierung auf Basis des „Dänischen Datenmodells" geschieht. Dieses Modell diene der Vereinheitlichung, wie RFID-Chips formatiert und wie Daten auf den Chips gespeichert seien. „RFID im Blick" sprach mit Horst Twelkemeier, Leiter der Abteilung Bibliothekenautomation bei Novatec Sicherheit und Logistik, über bibliotheksspezifische Anforderungen an RFID-Systeme, Standards und Kennzeichnungen von Medien.
Auf den Tags seien unter anderem die Mediennummer gespeichert sowie die Bibliotheks-ID und ob es sich um ein einteiliges oder mehrteiliges Medium handele und bei mehrteiligen Medien, um wieviel Teile es sich insgesamt handele. Für die Standardisierung von Bibliotheksetiketten existiere zudem die DIN-Norm 32-70 sowie die ISO-Nummer 28560-3. Diese würde aber zu 98 Prozent dem Dänischen Datenmodell entsprechen.
Probleme in der Anpassung des RFID-Systems an die vorhandene Bibliotheks-Management-Software sieht Twelkemeier in standardisierten Protokollen, an die sich viele Hersteller nicht halten würden. Man müsse daher für jede Stadt oder jedes Land Softwareangleichungen vornehmen. „Weltweit existieren bis zu 140 Anbieter von Bibliotheks-Management-Software, durch welche Bibliotheken ihre Nutzer- und Mediendaten speichern und verwalten. Über diese muss ich kommunizieren können, um zu wissen, wer die Person ist, wie alt sie ist, ob derjeinge sein Konto überzogen und anderes. Für den Datenaustausch gibt es spezielle Protokolle, die individuell auslegbar sind. Beispielsweise kann ich hinter einer Applikation 15 verschiedene Verbindungsstandards haben, welche dann in der Konfiguration eingestellt werden müssen", so Twelkemeier.
„Bibliotheken möchten heutzutage die Ausleih- und Abgabeprozesse stärker automatisieren. Dies ist oft verbunden mit einem 24-Stunden-Betrieb, welcher beispielsweise von der Universität Leipzig in diesem Jahr eingeführt wurde", führt Twelkemeier weiter aus. In der Universität Leipzig könne der Benutzer seine Bücher über ein Selbstverbuchungssystem selber ausleihen. Hierfür identifiziert er sich über die Nutzerkarte, muss gegebenenfalls noch ein Pin eingeben und legt die Medien in ein RFID-Lesefeld. Die Medien werden daraufhin erfasst und in der Datenbank abgeglichen. Per Knopfdruck bestätigt der Nutzer den Ausleihvorgang und kann die Bücher mitnehmen. Dasselbe geschehe bei der Rückgabe.
Lesen Sie das komplette Interview in der Dezemberausgabe von „RFID im Blick".
Bild: Novatec Sicherheit und Logistik GmbH









