Die Rewe-Gruppe integriert Scanner-System im Rahmen eines Pilotprojekts
Bargeldlos per Fingerabdruck bezahlen. Einige Supermärkte haben das Verfahren bereits eingeführt. Bislang gab es jedoch keine zentrale Datenbank zur Speicherung der Fingerabdrücke, sondern „Insellösungen", bei denen die Daten im Markt selbst gespeichert wurden - damit war die neue Bezahlmethode höchstens für Stammkunden des jeweiligen Marktes interessant. Seit Oktober 2009 testet die Rewe-Gruppe das Bezahlen per Fingerabdruck in einer Filiale in Köln-Hürth. Die Fingerabdruck-Scanner, von denen je einer an den fünf Kassen des Pilotmarktes installiert ist, sowie die erforderliche Kassensoftware-Schnittstelle liefert das Unternehmen Dermalog.
Im Gegensatz zu den bisherigen „Insellösungen" werden die Fingerabdrücke von den Kunden aller teilnehmenden Märkte zentral in dem aus 57 gesicherten Servern bestehenden System im Level-3-Rechenzentrum in Hamburg erfasst und identifiziert. „Zwischen dem Supermarkt und dem lokalen Server ist ein verschlüsseltes Virtual Private Network (VPN) installiert. Die zweite Verschlüsselung ist in der Kommunikation vom Supermarkt zum Server eingesetzt. Die Server verfügen durch Firewalls, Proxy Server und eine Demilitarized Zone (DMZ) über zusätzliche Schutzmaßnahmen", so Projektleiter Oliver Jahnke.
Die Anmeldung erfolgt über einen Registrier-Kiosk in der Filiale, an dem die Kunden Adressdaten und Bankverbindung eingeben und ein Fingerpaar über einen Scanner erfassen lassen. Nicht nur Kunden, auch das Kassenpersonal identifiziert sich mit dem Fingerabdruck - beispielsweise beim Anmelden an der Kasse und bei Stornierungen.
Laut Jahnke habe das Pilotprojekt eine Laufzeit von neun Monaten Ziel des Projektes sei eine Geschwindigkeitserhöhung bei Bezahlvorgängen an Kassen zu erreichen sowie einen Komfort-Login für die Kassierer zu integrieren, sodass beispielsweise Stornoschlüssel nicht mehr von Kasse zu Kasse gereicht werden müssen. Stornierung und das An- und Abmelden an der Kasse geschehe nun über die Abgabe des Fingerabdrucks.
Mit einer Dauer von sieben Sekunden sei das System etwa doppelt so schnell wie andere Bezahlverfahren. Das Bezahlen mit Karte würde rund 12 Sekunden und mit Bargeld durchschnittlich 14 Sekunden dauern. Zudem verfügen alle Fingerabdruck-Scanner von Dermalog über eine Lebenderkennung. So werden Angriffe mit Finger-Fälschungen oder abgetrennten Fingern verhindert und ein Missbrauch sei ausgeschlossen.
Lesen Sie den kompletten Beitrag in der Märzausgabe von „RFID im Blick".
Bild: Dermalog GmbH


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