Projekt Eisth-Loaw zeigt Konzept zur flexiblen Preisgestaltung auf
Ein Elektronisches Etikett mit LCD-Display, das beispielsweise eine flexible Preisauszeichnung ermöglicht, könnte die Wirtschaftlichkeit für Händler erhöhen und ganz neue Geschäftsmodelle erschließen. Entwickelt hat das technische Konzept ein Verbund aus zehn Partnern in dem Forschungsprojekt Eisth-Loaw, das Anfang 2010 abgeschlossen wurde. „RFID-Tags in die Preisetiketten einzubauen, ist nur eine Zwischenlösung und von der optimalen Wirtschaftlichkeit noch weit entfernt", davon ist Prof. Wolfgang Bode von der FH Osnabrück überzeugt. „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die wirtschaftlichste Lösung mit den geringsten Kosten und dem höchsten Nutzen für alle Beteiligten die ist, wenn der einfachste Tag mit einer eindeutigen Identnummer bereits in der Produktion im Textil eingebracht wird.
Dieser Tag repräsentiert alle Informationen über die gesamte Materialflusskette bis zum Outlet nur über die IT-Systeme." Im Optimalfall würden die Tags bei dem Produzenten angebracht, unterwegs auch nur dieser gelesen und kein zusätzliches Etikett angebracht werden. Im Outlet wird ein Kleiderbügel mit elektronischem Display und RFID-Erfassungsmodul eingesetzt. Dieser verbleibt nach dem Konzept dann über drei bis fünf Jahre im Shop mit einer Kreislauffunktion. Per Funk (Zigbee) kommuniziert der Tag bei Bedarf mit dem Warenwirtschaftssystem und zeigt über das Display aktuelle Preise oder auch Reduzierungen an. „Da für Preisänderungen kein manueller Aufwand mehr notwendig ist, lassen sich Durchsatz und Margen im Geschäft deutlich erhöhen."
Noch seien aus Sicht des Forschers die IT-Infrastrukturen und Rahmenbedingungen im Hintergrund noch nicht in dem notwendigen Maße ausgebaut, aber er ist überzeugt, dass sich dieses Optimalkonzept in Zukunft durchsetzen wird. „Momentan kann man auf Etiketten nicht verzichten, da nicht an allen Stellen, wo man die Information benötigt, RFID-Lesegeräte vorhanden sind. Aber wenn dies später einmal der Fall sein wird, liegt die Amortisationszeit unter einem Jahr. „Die Logistikkette profitiert dann genauso wie die Handelsstufe, weil sie eine viel feinere Preisstrategie fahren können und damit eine bestmögliche Margenoptimierung möglich ist. Außerdem ergeben sich laut Bode dadurch noch ganz neue Geschäftsmodelle. „Wenn man im elektronischen Display Markennamen ändern möchte, könnte man eine Lizenz von dem betreffenden Marken-Inhaber erwerben und das Produkt unter dessen Label anbieten. Dieser Trend zeichnet sich bereits jetzt ab. Interessant wäre das Konzept auch für neutrale Hersteller, die für verschiedene Händler produzieren."
Beteiligt an dem Verbundprojekt unter der Leitung von Rako Security-Label war das RFID-Applikations-Unternehmen Sentronik, der Logistikdienstleister Meyer & Meyer mit dem Distributionszentrum Osnabrück, das Institut für Informatik in Oldenburg OFFIS, die FH Osnabrück, BeKa Engineering in Osnabrück, die Fischer Modehäuser in Taucha bei Leipzig sowie das Bekleidungshaus Leffers und der Textilhändler Gerry Weber als assoziierte Partner. Das Projekt wurde im Rahmenprogramm Mikrosysteme „Smart Labels" gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Projektbetreuung erfolgte im Auftrag des BMBF durch VDI/VDEInnovation + Technik.
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