Welche Wege geht der Handel?
Verschiedene Mobile- und Payment-Dienste verfolgen eine klare Strategie in Richtung kontakloser Bezahlverfahren mittels Mobiltelefon oder Karte. Im Vergleich zu europäischen Nachbarländern oder den USA, wo laut Javelin Research (2007) in 2012 30 Prozent aller Zahlungen über alternative Payment-Methoden abgewickelt werden sollen, hinkt Deutschland im Handel noch hinterher.
„Der Markt bewegt sich langsam, obwohl das Interesse da ist", kommentiert Dr. Andreas Marra, Produktmanager, Easycash, gegenüber „RFID im Blick". Bei kontaktlosen Zahlungen in Deutschland spricht Dr. Marra im europäischen Vergleich von „homöopatischen Mengen". Zudem ist die Verbreitung von Kreditkarten in Deutschland im Vergleich zu Ländern wie England, Frankreich oder der Türkei, wo Kunden bereits in größerem Umfang kontaktlose Zahlungen vornehmen können, noch vergleichsweise gering.
Auch im Bereich Mobile Payment haben sich die Hoffnungen in die NFC-Technologie bislang nicht erfüllt, da nur einzelne Geräte am Markt verfügbar sind. Aktuell werden daher seitens der Diensteanbieter kontaktlose Sticker favorisiert, die auf das Handy aufgeklebt werden. „Ich halte diesen Ansatz für den realistischsten Weg, um das Henne-Ei-Problem zu losen: NFC-fähige Handys gibt es noch nicht, weil nicht genug NFC-fähige Karten verfügbar sind - und umgekehrt. Diese Diskussion läuft endlos im Kreis. Solange warten wir nicht."
Laut Dr. Marra materialisiere sich die Vision schon in konkreten Zahlen. „Es gibt 100 Millionen Mobiltelefone in Deutschland, 90 Millionen Internet-Verbindungen. Allein eine Milliarde Apps sind in drei Jahren verkauft worden. Dies belegt die hohe Kundenakzeptanz neuer Medien." Auch die Diskussion im deutschen Handel um die technische Infrastruktur hält der Manager für gelöst: „Wenn wir uns über neue Kartenstandards Gedanken machen, sollten wir auch über das Mobiltelefon als Medium nachdenken."
Mit dem Produkt mpass verfolgen Vodafone und o2 den strategischen Ansatz, mobile Zahlungssysteme zur Verfügung zu stellen. Die nächste Phase des Projekts realisiert kontaktloses, mobiles Bezahlen am POS und soll in Q4 dieses Jahres starten. Verschiedene Pilotprojekte für Transaktionen per kontaktlosem Sticker mit Basis der NFC-Technologie sind dazu geplant. Zielgruppe sind Bahnhofsbäckereien, Parkhäuser oder Quickservice-Restaurants. Easycash als Zahlungsverkehrsdienstleister für 92 000 Händler und mit 265 000 Terminals realisiert die mpass-Akzeptanzstellen.
Lesen Sie den vollständigen Beitrag in der Aprilausgabe von „RFID im Blick“.
Foto: easycash GmbH









