Das Willy-Brandt-Haus in Lübeck erweitert den RFID-Einsatz
Rund 20 Stationen des Willy-Brandt-Hauses in Lübeck sind seit Eröffnung mit RFID-Lesesystemen versehen. Dort erhalten die Besucher mit zuvor individuell codierten RFID-Chipkarten weiterführende Informationen in Form von kurzen Filmen oder Audiobeiträgen, indem sie mit ihrer Karte die Lesestationen aktivieren. Aktuell wird der RFID-Einsatz durch einen weiteren Raum erweitert, welcher das Vermächtnis des Willy Brandt darstellt. „Die dort befindlichen 30 getaggten Sitzwürfel tragen seitlich in Schlagworten jeweils ein Menschenrecht. Bewegen die Besucher einen der Würfel über das zentral sichtbare Lesefeld, aktivieren sie den für dieses Menschenrecht vorgesehene filmische Angebot", erklärt Museumspädagogin Dr. Katharina Bieler gegenüber „RFID im Blick".
Auf insgesamt 300 Quadratmetern können die Besucher in sieben Räumen das 20. Jahrhundert auf den Spuren von Willy Brandt erkunden: von der Weimarer Republik bis zur Wiedervereinigung. Pünktlich zur Eröffnung am 18. Dezember 2007 wurde auch das von Softwarehersteller [j]karef entwickelte Multimediasystem in Betrieb genommen. Um beim Rundgang Hände und Kopf frei zu haben, entschied sich die Museumsleitung für ein RFID-gestütztes System auf Kartenbasis. Die Lesestationen sind durch ein Piktogramm gekennzeichnet, sodass der Besucher erkennen kann, wo er die Chipkarte benutzen darf.
Individuelle Codierung
Jeder Besucher erhält vor seinem Rundgang die Möglichkeit an einer Programmiereinheit im Museumsshop ein individuelles Profil zu erstellen, welches auf seiner Karte gespeichert wird. Für den Einzelbesucher bedeutet dies, dass dieser ein auf sich selbst zugeschnittenes Programm präsentiert bekommt, beispielsweise durch die Wahl des Alters oder der Sprache. „Da dieses System auf einer Datenbank basiert, haben wir die Möglichkeit die Inhalte flexibel zu variieren", erläutert Dr. Bieler.
Umfangreiche Datenbank
Der Vorteil für größere Gruppen liege bei der eigenständigen Programmierung einer multimedialen Führung durch den Museumsguide. Dieser müsse nicht im Museum anwesend sein, sondern könne bereits von zu Hause aus die Führung zusammenstellen. Dabei sei es ihm möglich zielgruppengerechte Filme an den Stationen mit Raumton und Beamerprojektion auszulösen, beispielsweise für eine norwegische Besuchergruppe die Nobelpreisverleihung von Willy Brandt in Oslo. „Unsere Datenbank umfasst rund 10 Stunden Filmmaterial und 4 000 Bilder. Zudem kann der Guide selber Texte verfassen, beispielsweise eine Begrüßungsrede und Quizfragen im Anschluss an einen Film präsentieren", erklärt die Museumspädagogin.
Lesen Sie den kompletten Beitrag in der Maiausgabe von „RFID im Blick".
Bild: Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung d.ö.R.


Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...






