Cambium Forstbetriebe entwickelt RFID-Lösung für die gesamte Holzlogistik-Kette
Wem gehört der Stamm? Um Verluste in der Holzwirtschaft zu minimieren, entwickelte das Unternehmen Cambium Forstbetriebe zwischen 2004 und 2006 gemeinsam mit Projektpartnern eine RFID-Lösung, die sich als Management-System für die gesamte Holzlogistik-Kette versteht. In der Zwischenzeit konnte Gerhard Friemel, Inhaber der Cambium Forstbetriebe, vielen Anwendern sein so genanntes „Log Tracking System" präsentieren, aber noch keine zählbaren Erfolge verbuchen. „Wir haben die Anwendung in Versuchsanreihungen praktiziert, konnten es aber noch nicht mit Kunden und verschiedenen Abnehmern, wie beispielsweise Sägewerken, zum unmitelbaren praktischen Einsatz bringen", so Friemel gegenüber „RFID im Blick".
Das System bestehe funktionsfähig und könne Interessenten jederzeit vorgeführt werden. „Allerdings ist uns die Wirtschaftskrise in die Quere gekommen. Ich war mit dem System auch im Ausland unterwegs und bin auf ein sehr großes Interesse gestoßen. Allein die Investitionsbereitschaft ist aufgrund der angespannten Finanzlage gering", erklärt Friemel.
Transponder statt „Fähnchen"
Wo Holzstämme sonst farblich gekennzeichnet oder mit „Fähnchen" (numerierte Metall- oder Plastikplaketten) versehen werden, kommen beim „Log Tracking System" RFID-Transponder zum Einsatz. „Wir bezwecken damit eine weltweit eindeutige Identifizierung", sagt Friemel. „Die ID gibt es weltweit nur einmal. Wenn wir einen Holzstamm vom Odenwald nach China transportieren, ist er dort wieder identifizierbar und seine Herkunft rückverfolgbar." Weiterhin diene das System der Lager- und Vorratskontrolle.
„Wie viel Holz eines bestimmten Sortiments habe ich in welchem Zustand wo liegen? Die Antwort auf diese Frage hilft zum einen dem Waldbesitzer, also dem unmittelbaren Anwender des Systems", erläutert Friemel. „Sie kann aber auch Kunden zugänglich gemacht werden - beispielsweise dem Sägewerk, das wissen möchte, ob ich eine bestimmte Holzart in einer bestimmten Menge und Qualität verkäuflich habe. Für Stammkunden könnte man eine Zugangsberechtigung zum System einrichten, sodass sie die Information online abfragen können."
Liegenbleiber vermeiden
Auf 10 bis 15 Prozent schätzt der Forstwirtschaftler Gerhard Friemel den regelmäßigen Mengen- und Wertverlust in der Holzverarbeitungskette. „Jeder, der hin und wieder im Wald spazieren geht, weiß, dass eine ganze Menge Holz liegen bleibt und übersehen wird", sagt Friemel. „Wenn niemand hinfährt und nachschaut, fällt gar nicht auf, dass da ein Holzstamm der Firma X liegt, den sie vor Jahren gekauft hat." Auch qualitative Verluste seien ein Teil des vermeidbaren Problems. „Wenn die Stämme zu lange im Wald liegen, verschlechtert sich ihre Qualität. Das ist bei Holz kaum anders als bei Lebensmitteln - liegt es zu lange herum, wird es unbrauchbar."
Lesen Sie den kompletten Beitrag in der Maiausgabe von „RFID im Blick".
Bild: Cambium Forstbetriebe


Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...






