Reportage: RFID in der Forschung

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Forschungslandschaft Deutschland Neun Fraunhofer-Institute sowie weitere Wissenschaftler zeigen derzeitige und zukünftige Felder der RFID-Forschung auf. Auf Basis von zahlreichen Interviews mit Forschern bietet die 8-seitige Reportage einen Überblick über die neuesten Erkenntnisse und Projekte aus Bereichen wie Nanotechnologie, Lasertechnik bis hin zur Super-High-Frequency-Technologie.

In der heutigen Forschungslandschaft wird kaum mehr von reinen RFID-Projekten gesprochen. Die Wissenschaft erprobt das Szenario „RFID von morgen". Demnach werde die RFID-Technologie zunehmend im weiteren Kontext der Diskussionen um das „Internet der Dinge" behandelt, in dessen Rahmen RFID eine Technologie unter anderen sei, um Waren und Gegenstande in virtuelle Welten einzubinden und so Prozesse digital steuern zu können. Zukunftsweisende Ansätze mit Temperatursensoren zur Überwachung der Kühlkette, die Integration von RFID-Chips in lasergesinterte Bauteile oder modulare Inmould-Transponder sind nur einige Beispiele für aktuelle Forschungsvorhaben, welchen sich die Fraunhofer-Gesellschaft widmet.

Alle Themen der Reportage auf einen Blick

Für die Herstellung der RFID-Antennen im Projekt LOTUS wird leitfähige Tinte eingesetzt.Leitfähige Tinte für RFID-Tags

Elektronische Anwendungen effektiver, sparsamer und umweltfreundlicher zu gestalten - dieses Ziel verfolgen Chemiker der Friedrich-Schiller-Universität Jena und das Fraunhofer-Institut fur Werkstoffmechanik (IWM) seit dem 1. Januar 2010 im neuen europäischen Gemeinschaftsprojekt „LOTUS".

Fraunhofer-Center CML in Hamburg

Seit Beginn des Jahres 2010 hat am Logistikstandort Hamburg die erste Fraunhofer-Einrichtung, das Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen CML, eröffnet. Die Forscherinnen und Forscher entwickeln innovative Lösungen für Seehäfen, Terminalbetreiber, Reedereien, Speditionen, Behörden und viele weitere Unternehmen der maritimen Wirtschaft.

Einheitlicher Technologieeinsatz und Datenformate

Mit dem Projekt smaRTI (‚smart reuseable transport items') hat das Fraunhofer IML zusammen mit 124 Partnerunternehmen jüngst die 2. Runde des Spitzencluster-Wettbewerbs des BMBF als Sieger verlassen. Das Projekt ist ein Verbundvorhaben zur Entwicklung von intelligenten, wiederverwendbaren Ladungsträgern, wie Behältern, Paletten und Containern


Jede Palette ist mit einem RFID-Tag mit eigenem Sensor versehen, sodass die Kühlkette ständig überprüft werden kann.Lückenlose Überwachung von Kühlketten

Im Rahmen des europäischen Forschungsprojektes „Proactive Cold Chain" wurde ein neuer Ansatz zur Überwachung der Kühlkette vom Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB zusammen mit Partnern entwickelt.

Neue Anwendungen im Plagiatschutz

Ist ein komplexes metallisches Bauteil gefragt, welches über erweiterte Funktionen verfügt, gibt es jetzt einen neuartigen Lösungsansatz. Das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, Bremen, ist es zum ersten Mal gelungen metallische Prototypen mit integrierten RFID-Chips, mittels ‚Selektivem Lasersintern' beziehungsweise Laserschmelzen herzustellen.

Modulare Inmould-Transponder

Seit Jahresbeginn ist das Verbund-Forschungsprojekt „Entwicklung von modularen In-Mould Transpondern (MIT)" gestartet. Ziel ist es, RFID-Transponder in Kunststoff-Spritzgussteile einzuschließen. Durch die untrennbare Integration der Identifikations-Chips und deren Antennen in Mehrweg-Kunststoffkisten soll RFID-basierte Logistik in Poolsystemen zuverlässiger als mit aufgeklebten Smart-Labels umgesetzt werden können

Intelligente Anzeigeelemente für die Luftfahrt

Die Fraunhofer-Einrichtung für Polymermaterialien und Composite PYCO hat sich seit einigen Jahren auf die Entwicklung und Verbesserung von bistabilen Displays spezialisiert, wobei Ausführungen basierend auf Flüssigkristallen im Fokus stehen. Die Anzeige von Informationen mittels bistabiler Displays erfolgt ohne Energiezufuhr.

Gewebte Antennen

Ziel des Projektes TexTraLog, dessen Projektende auf den 30. April 2010 verlängert wurde, ist die Entwicklung von textilintegrierten Transpondern im Bereich technischer Textilien. Die Lösung soll in sogenannten Big Bags für Chemikalienbeförderung, aber auch im Consumer-Bereich zum Einsatz kommen.

Im Fokus stehen gedruckte RFID-Transponder-Antennen.Gedruckte Elektronik

Die Abteilung „Gedruckte Funktionalitäten" der Fraunhofer-Einrichtung für Elektronische Nanosysteme ENAS unter Leitung von Prof. Reinhard R. Baumann erforscht Druckprozesse, um neue Materialien definiert drucktechnisch aufzutragen. Im Fokus stehen gedruckte RFID-Transponder-Antennen sowie Batterien und die damit verbundenen Simulationen der Bauelemente.

Fotos: Jolke Perelaer (Uni Jena), Fraunhofer-Einrichtung für Elektronische Nanosysteme ENAS, Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

Zur Juniausgabe von "RFID im Blick"