Rückverfolgbarkeit gewinnt zunehmend an Bedeutung
Dr.-Ing. Helmut Steinkamp, Leiter des Geschäftsbereichs Lebensmittelsicherheit und Qualitätsmanagement am Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) in Quakenbrück, sprach mit „RFID im Blick" über die Potenziale des RFID-Einsatzes in der Lebensmittelindustrie und die damit verbundenen Forschungsvorhaben. „Die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln ist eine gesetzliche Forderung und daher wesentlicher Bestandteil des Qualitätsmanagements der Lebensmittelproduzenten", so Steinkamp. Das DIL unterstützt die Unternehmen im Bereich der Lebens- und Futtermittelproduktion bei der Einführung und Aufrechterhaltung von Systemen zur Gewährleistung von Transparenz in der gesamten Lebensmittelkette.
Laut dem Experten beschäftigten Lebensmittelproduzenten sich schon längere Zeit mit den Nutzungsmöglichkeiten der RFID-Technologie und verfolgten gespannt die Entwicklungen der Technik in anderen Branchen. Es fehlte jedoch an Systemen, die einen Mehrwert für die gesamte Produktionskette bedeuten und so habe man sich auf einige Pilotprojekte konzentriert. Als schwierig zeige sich bei der betriebsinternen Logistik noch der Einsatz der RFID-Technologie unter den teilweise sehr widrigen Umgebungsbedingungen in der Lebensmittelverarbeitung. „Durch den Einsatz von Wasser, insbesondere bei der Reinigung der Einrichtungen und Transportbehälter unter Druck und erhitzt, gekoppelt mit dem Gebrauch von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, werden hohe Anforderungen an die Fixierung und Stabilität der Tags gestellt. Daneben ist die Signalübertragung an den aus Stahl gefertigten Verarbeitungsmaschinen und bei den niedrigen Temperaturen in den Verarbeitungsräumen noch nicht störungsfrei möglich. Ein weiteres Problem ist durch die teilweise sehr kleinen Einzelpackungen gegeben. Aufgrund der teilweise hohen anteiligen Kosten der Tags ist eine vollständige Durchdringung nicht zu erwarten", führt Steinkamp aus.
Aktuell werde ein Forschungsprojekt zum Thema „FOOD-ID - Rückverfolgbarkeit in der Lebensmittelverarbeitung" vorbereitet, bei dem auch Unternehmen aus der freien Wirtschaft als Partner eingebunden sind, wie er weiter informiert. Ziel dieses Projektes sei es, die Transparenz in den Prozessen der Lebensmittelverarbeitung zu erhöhen. Dabei werde sowohl die innerbetriebliche Logistik in den Verarbeitungsbetrieben als auch der Transport in Kühlketten betrachtet. „Dazu ist es sinnvoll, einen Standard für RFID in der Lebensmittelbranche zu entwickeln und so Insellösungen einzelner Betriebe zu vermeiden", gibt der Geschäftsbereichsleiter einen Ausblick.
Lesen Sie das vollständige Interview sowie weitere Beiträge zum Thema 'RFID in der Lebensmittelbranche' in der Maiausgabe von „RFID im Blick".


Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...






