Forschungsprojekt erprobt RFID-Tags mit Sensorik in großem Feldtest
Im Rahmen des europäischen Forschungsprojektes „Proactive Cold Chain" wurde ein neuer Ansatz zur Überwachung der Kühlkette vom Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB zusammen mit Partnern entwickelt. Im Gegensatz zu bisherigen Ansätzen wird nicht nur die Temperatur im Kühlbereich erfasst, sondern jede Palette wird mit einem RFID-Tag mit eigenem Temperatursensor versehen. Dabei ist neben der Erfassung der Temperatur auch die Integration von weiteren Sensoren, beispielsweise zur Feuchtigkeits- oder Druckerfassung, angedacht. Durch die individuelle Bestückung und Datenerfassung kann der Zustand einzelner Güter von der Produktion bis zur Ankunft am Zielort nachvollzogen werden. „Das Vorhaben ist eines der ersten Eurostars-EU-Projekte, welches vom BMBF gefördert wird. Ziel ist es ein funktionierendes Gesamtsystem auf Basis von aktiven RFID-Tags bis Oktober 2010 präsentieren zu können", berichtet Projektleiter Hauke Vagts gegenüber „RFID im Blick".
Bisherige Systeme zur Überwachung der Kühlkette erfassten die Temperatur nur an einer Stelle des Transporters beziehungsweise verwenden nur einen Sensor pro Kühlkammer, um die Temperatur zu kontrollieren. Anfallende Messdaten werden dabei meist lokal gespeichert und erst am Ziel ausgewertet. Das Vorhaben beruht laut Vagts auf Vorgängerprojekten zur Kühlkettenüberwachung an anderen Fraunhofer-Instituten. Damals wurden die Daten allerdings nur an einzelnen Punkten im Lkw erfasst, und die Abbildung der Kette vom Lager über den Lkw zum Zielort war nicht möglich.
Regelmäßiger Informationsabruf
Der jetzige Ansatz sieht vor, dass ein Lesegerät die lokal erfassten Daten in regelmäßigen Abständen von den RFID-Tags abruft und diese anschließend an einen Server des Spediteurs übermittelt. Hier werden die Daten aus den einzelnen Lkw fusioniert. So kann auf unerwartete Ereignisse proaktiv, schnell und zielgerichtet reagiert werden. Voraussetzung für eine zuverlässige Überwachung ist die robuste Übermittlung der relevanten Sensordaten. Auch bei einer schlechten oder häufig unterbrochenen Verbindung muss sichergestellt werden, dass keine Daten verloren gehen. In Engpasssituationen, auf der Leser- oder Serverseite, muss es möglich sein Informationen entsprechend ihrer Wichtigkeit priorisieren zu können. Die Übermittlung soll autonom, ohne Mitarbeit des Fahrers, ablaufen und die Leseeinheiten sollen während des Betriebs von zentraler Stelle aus neu konfigurierbar sein, um auf wechselnde Rahmenbedingungen eingehen zu können.
Protokoll zur Übertragung von Sensordaten
Als Ergebnis des Projekts entstand im Fraunhofer IOSB ein robustes Protokoll zur drahtlosen Übertragung von Sensordaten. Es nutzt das europaweit verfügbare GPRS-Netz und ist in der Lage, auch bei geringer Bandbreite und schlechten Verbindungen Nutzdaten verlustfrei zu übertragen.
Lesen Sie den kompletten Beitrag in der Juniausgabe von „RFID im Blick".
Bild: Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB









