Container Terminal Burchardkai installiert Ortungssystem
Nachdem Container aus einem Schiff entladen werden, erfolgt zur Zwischenspeicherung oder zur Umladung meist ein Weitertransport über Kräne oder entsprechende Portalhubwagen. Bei rund 10 000 Verladungen pro Tag verlieren die Hafenmitarbeiter oft den Überblick über die Position der einzelnen Container. Daher werden die Containerpositionen mittels der Ortung der Transportfahrzeuge aktualisiert. Der HHLA Burchhardkai setzte bislang auf eine Verfolgung der Behälterbewegungen über D-GPS-Empfänger und ein optisches System, mit welchen allerdings systembedingt nicht alle Bewegungen erfasst werden konnten. Seit 2009 wurde daher ein funkgesteuertes Ortungssystem basierend auf RFID-Messungen in Betrieb genommen, welches nun flächendeckend den Umschlag erfasst.
Der Container Terminal Burchardkai der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) ist die größte und älteste Anlage ihrer Art im Hamburger Hafen. 27 Containerbrücken laden und löschen hier jährlich bis zu 5 000 Schiffe, und innerhalb der nächsten Jahre soll sich die Umschlagskapazität mithilfe moderner Großschiffsliegeplätze und eines automatisierten Blocklagersystems verdoppeln. Zurzeit bewegen circa 110 Van Carrier (Portalhubwagen) und sieben Rahmenstapler die Container auf dem Terminalgelände.
GPS-Empfang unzureichend
„D-GPS-Empfänger ermöglichen eine Genauigkeit der Erfassung auf circa einen Meter. Die Technik hat allerdings den Nachteil, dass diese immer eine Sichtverbindung zu mindestens vier Satelliten benötigt. Zudem beeinträchtigen die aus Stahl gefertigten Kräne und andere Hindernisse den Signalempfang", weiß Dirk Brunnengräber, Geschäftsführer des Unternehmens Symeo, gegenüber „RFID im Blick", zu berichten.
Neues funkbasiertes System
Das aktuell im Burchardkai installierte LPR-Positionierungssystem (LPR - Local Positioning Radar) basiert auf sogenannten Transpondern - kleinen Referenzmarken analog zu den Satelliten der GPS-Ortung, deren Aufhängung in einem Containerterminal typischerweise an den Lichtmasten erfolgt. Die Portalhubwagen sind mit einem LPR-Empfänger ausgestattet und referenzieren sich, sobald die Transponder passiert werden. Diese ‚Satelliten-Tags' sind prinzipiell an beliebigen Stellen auf dem Hafengelände ortsfest installierbar und haben eine Reichweite von 400 bis 500 Metern.
Hohe Messgenauigkeit
„Eine Kombination von LPR mit GPS wäre eine mögliche Alternative zur Abdeckung von großen Flächen und auch von durch GPS nicht abgedeckten Bereichen gewesen. Aufgrund der hohen Zuverlässigkeit und Unabhängigkeit wurde jedoch LPR zur umfassenden Abdeckung des Terminals ausgewählt.", erklärt Brunnengräber. Getestet wurde das LPR-System intensiv im Containerdepot, in den Bereichen unter den Schiffsentladekranen, im Übergabebereich zum Automatiklager und im Leercontainerlager, jeweils auf Van Carriern unterschiedlicher Bauhöhe. Dabei konnte eine Messgenauigkeit von zwanzig Zentimetern laut Brunnengräber erreicht werden.
Lesen Sie den kompletten Beitrag in der Juniausgabe von „RFID im Blick".
Bild: Symeo GmbH









