DFKI demonstriert Einsatz digitaler Produktgedächtnisse im Gesundheitsbereich
Kürzlich demonstrierte das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), wie Blister mit semantischem Produktgedächtnis Patienten bei der Einnahme von Medikamenten unterstützen und neuartige Dienste und Anwendungsmöglichkeiten im Zusammenspiel mit den externen Produktgedächtnissen anderer Medikamente oder auch Lebensmittel erlauben. Damit werde es für Arzt, Apotheker und Patient leichter, mögliche Wechselwirkungen zu erkennen. „RFID im Blick" sprach mit Dr. Boris Brandherm und Dr. Michael Schneider vom DFKI über die Potenziale im Gesundheitswesen.
Der Wochenblister wurde von 7&4 Pharma gemeinsam mit den Projektpartnern des Technologieverbundes „SemProM - Semantisches Produktgedächtnis" entwickelt. „Dieser ist so konzipiert, dass die Medikamente für sieben Tage individuell für einen Patienten verpackt werden. Üblicherweise sind die Angaben zum Medikament personalisiert aufgedruckt", erläutert Dr. Boris Brandherm vom DFKI. Er entwickelte die vorgestellte Lösung gemeinsam mit dem Diplominformatiker Jens Haupert. Gedacht sei der Blister speziell für Menschen, die nicht stationär behandelt werden, sondern ihre Medikamente selbst zuhause einnehmen. Aber auch für Pflegeheime sei die Lösung interessant, da Tabletten vorsortiert und dann einfach nur ausgeteilt werden könnten.
„Neu ist, dass diese Daten direkt am Produkt elektronisch verfügbar sind, das heißt die Informationen sind auf einem RFID-Tag auf der Verpackung verschlüsselt abgespeichert", stellt Dr. Michael Schneider die Besonderheit der Lösung heraus. „Zusätzliche Daten können über eine eindeutige ID in einer Datenbank hinterlegt sein". Mit einer speziellen Software von 7x4 Pharma prüft der Apotheker bei der Zusammenstellung des Blisters diese auf Doppelverordnungen und Wechselwirkungen. Der Zugriff auf sensible Patientendaten soll über den neuen Personalausweis gesichert werden, mit dem der Patient eigene Daten auslesen und freigeben kann. „Die sichere Kommunikation ist über die 2-Faktor-Authentifizierung des Personalausweises gewährleistet. Bei unerlaubtem Auslesen wird der Zugriff gesperrt", betont der Experte. Das System basiert auf rollenbasierten Zugriffsrechten, die ein Apotheker beispielsweise für Mitarbeiter freischaltet, ein Arzt wiederum kann auch Fachinformationen abrufen, die für den Laien nicht einsehbar sind.
Derzeit befindet sich die Lösung im Rahmen der offenen Anwendertests des BMI im Probebetrieb. Im Demonstrator konnte das DFKI jedoch bereits zeigen, welche zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten sich ergeben. So zeigt beispielsweise eine Einnahmehilfe Größen und Farben der einzunehmenden Tabletten graphisch an. Laut Dr. Boris Brandherm könnte man außerdem Beipackzettel elektronischhinterlegen oder weitere Daten wie Inhaltsstoffe der Medikamente aus dem Internet hinzufügen.
Neben dem DFKI beteiligen sich Projektpartner wie BMW, DHL, Siemens oder SAP innerhalb der BMBF-Innovationsallianz „Digitales Produktgedächtnis“ in dem von Wirtschaftund Wissenschaft gemeinsam getragenen Technologieverbund „SemProM – Semantisches Produktgedächtnis“.
Lesen Sie den vollständigen Beitrag in der Juniausgabe von „RFID im Blick".
Foto: Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI








