Home Forschung und Entwicklung RFID-Textiltransponder ermöglichen Durchsicht in Big Bags

RFID-Textiltransponder ermöglichen Durchsicht in Big Bags

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Textilintegrierte Transponder im Projekt TexTraLog sollen beispielsweise in Big Bags für Chemikalienbeförderung in der Automobilindustrie zum Einsatz kommen.Gewebte Antennen

Ziel des Projektes TexTraLog, dessen Projektende auf den 30. April 2010 verlängert wurde, ist die Entwicklung von textilintegrierten Transpondern im Bereich technischer Textilien. Die Lösung soll in sogenannten Big Bags für Chemikalienbeförderung, aber auch im Consumer- Bereich zum Einsatz kommen. „Der Transponder im Big Bag kann beispielsweise darüber Auskunft geben, welche Chemikalie zuvor im Beutel gelagert wurde. Dies würde eine Wiederverwendbarkeit ermöglichen, die bisher nicht erfolgt ist“, weiß René Vieroth vom Fraunhofer IZM zu berichten.

Die UHF-Transponder-Lösung aus Textil resultiert aus einer gewebten Antenne, in welche ein leitfähiger Faden integriert ist. Die Verbindung zwischen Antenne und Transponderchip erfolgt induktiv, das heißt es existiert kein galvanischer Kontakt, der später ausfallen könnte. Das induktive Transpondermodul besteht aus einem etwa 1-Cent-Stück großen Ring, an dem der RFID-Chip angeschlossen ist. Dieses ist verkapselt in Polyurethan, sodass kein Wasser eindringen kann. Durch die Verwendung des Thermoplasts Polyurethan ist es möglich die Antenne direkt aufzubügeln. Laut Vieroth habe das UHF-Transpondermodul eine Reichweite von etwa drei Metern.

Big Bags für die Automobilindustrie

„Initiator des Projekts für die RFID-getagten Big Bags war das Unternehmen Sabic Polyolefine, welches Kunststoffe unter anderen für die Automobilindustrie herstellt. Die Rohchemikalien, welche in den Stoffbeuteln gelagert sind, müssen in der richtigen Reihenfolge in die entsprechenden Maschinen gefüllt werden. Sollte es Fehler bei der Befüllung geben, können Schäden in Millionenhöhe entstehen. Dies kann durch die intelligenten Textil-Tags vermieden werden“, erklärt Vieroth. Durch einen weiteren Projektpartner, den Maschinenhersteller Jakob Müller, entstand die Motivation die Lösung auch für die Bekleidungsindustrie einzusetzen, beispielsweise im Rahmen des Diebstahlschutzes.

Die „intelligente Waschmaschine“

Ein weiteres Einsatzgebiet könnte laut Vieroth die „intelligente Waschmaschine“ sein, die über den Transponder erkennt, welche Wäsche in der Trommel liegt und ein Warnsignal ausgibt, wenn beispielsweise farbverschiedene Kleidungsstücke irrtümlich zusammen gewaschen werden sollen. Zurzeit laufen im Institut die letzten Anwendungstests. Dafür werden die Textiltransponder in einer Spezialwaschmaschine, mit der normgerechte Waschvorgänge auf der Basis des ISO 6330 erfolgen, mit 60 Grad gewaschen. Laut Vieroth halten die Transponder rund 20 Waschvorgänge aus. Zudem sei die Lösung grundsätzlich bis 95 Grad im Kochwäscheprogramm resistent.

 

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