Automatisierungsreportage von „RFID im Blick" berichtet im September über komplexe Lagerprozesse
„Allgemeine Erholung" nach der schweren Wirtschaftskrise lautet das Motto der deutschen Logistikwirtschaft. Doch an eine Verschnaufpause ist nicht zu denken. Vielmehr geht es den Logistikunternehmen darum neue Optimierungspotenziale ihrer Lagerprozesse zu generieren und spezielle Dienstleistungen, Stichwort Value-Added-Services, in den Ablauf zu integrieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Im Vordergrund steht dabei aber nicht nur der Einsatz neuartiger Technologien, sondern die Kombination von Mensch und Maschine im Rahmen eines Lagerprozesses nimmt immer stärkere Züge an. „In den letzten acht bis zehn Jahren wurde sehr viel automatisiert, weil die Logistiker von schnelleren Rationalisierungen ausgingen. Durch die Veränderungen der Märkte und der Produkte mussten die Unternehmen aber auch auf Flexibilität setzen und jede Automatisierung nimmt dem Anwender auch ein wenig an Flexibilität. Daher wurden in den letzten Jahren zunehmend hybride Systeme favorisiert", erklärt Professor Dr. Harald Augustin, Fabrik- und Lagerplanung, ESB Business School, Hochschule Reutlingen, gegenüber „RFID im Blick".
Die Investition in hybride Systeme sei Laut Professor Augustin ein zukünftiges Schlüsselelement, denn es habe sich gezeigt, dass weder das eine noch das andere System alle Prozesse abdecken könne und eine sinnvolle Abstimmung zwischen Mensch und Maschine gefunden werden müsse. Den Trend unterlegen auch bereits umgesetzte Lean Warehousing Projekte, die auf eine intelligente Integration von Mensch und Maschine hinwirken.
Die Wichtigkeit von der Einbindung von Menschen in die Lagerprozesse sieht auch Key Account Manager Karl-Heinz Naphausen von Vanderlande Industries: „Grundvoraussetzung für den Erfolg eines Unternehmens sind zufriedene Mitarbeiter. Nur diese erbringen die gewünschten Leistungen und tragen maßgeblich zum Wachstum des Unternehmens bei. Insbesondere in Lägern sehe ich den Menschen als Bindeglied zur Maschine. Ein mannloses Lager der Zukunft sehe ich definitiv nicht. Daher sehe ich Potenziale für Lagerprozessoptimierungen in ergonomisch gestalteten Arbeitsplätzen für die Lagerarbeiter, das „Pick@Ease"-Konzept".
„Ein Großteil der Lagerprozesse, mittlerweile auch das „Erkennen und Greifen" durch Robotik, ist heuzutage automatisiert. Gerade aber im Bereich der Kommissionierung, welcher ein sehr personalintensiver Bereich ist, sehe ich Optimierungspotenziale hinsichtlich des Vorgangs „Packen und Handhaben". Am Beispiel unseres Kunden Tchibo mit der enormen Artikelvielfalt sehe ich allerdings Schwierigkeiten für die Technik diesen Prozess automatisiert ablaufen lassen zu können. Denn für die unterschiedlichen und ständig wechselnden Produkte bedarf es einem hochflexiblem System, welches sich für den Greifvorgang auf immer neue Produkte einstellen kann. Speziell an diesen Prozessstationen ist daher ein menschlicher Einsatz unverzichtbar, erklärt Arno Ziegler, Director Operation von BLG Logistics.
Mehr in der Septemberausgabe von "RFID im Blick"
Lesen Sie über weitere Trends und Entwicklungen, „Green Logistics"-Konzepte sowie über die Geschichte der Logistik und des Lagers im ersten Teil der Automatisierungsreportage in der Septemberausgabe von „RFID im Blick". Im Mittelpunkt stehen aktuelle Lagerprozesse in großen Lägern von IKEA, Kühne + Nagel, Leineweber und anderen.
Bild: IKEA Distribution Services GmbH









