„RFID im Blick" informiert in der Septemberausgabe über Praxis- und Forschungsbeispiele in der modernen Lagerlogistik
Im Rahmen des aktuell gestarteten Projektes Effizienz Cluster wird das Thema Lagerlogistik aus unterschiedlichen Blickwinkeln bearbeitet. Dies reicht von der Entwicklung eines energie- und ressourceneffizienten Frachtumschlagszentrums bis zum Einsatz energiesparender Antriebe und Steuerungen für Fördereinrichtungen. Parallel hierzu entsteht auf einer Fläche von 1 000 Quadratmetern am Fraunhofer IML ein Forschungslabor zur zellularen Fördertechnik. Bei dieser neuen Technologie sollen kleine, fahrerlose, flexibel agierende und im Verbund fahrende Transportfahrzeuge zukünftig die heute meist üblichen unflexiblen, fest installierten Stetigförderer wie Rollenbahnen und Gurtförderer ersetzen. Dabei kommt auch die RFID-Technologie zum Einsatz. „Der Grundstein wurde am 6. Mai 2010 gelegt und das geförderte Projekt mit Namen „Zellulare Fördertechnik" wird in den nächsten drei bis fünf Jahren Forschungsgegenstand an unserem Institut sein", berichtet Wolfgang Lammers, Abt. Verpackungs- und Handelslogistik, AutoID- und RFID-Systeme, auf Nachfrage von „RFID im Blick".
Die Halle wird ein komplettes Lager simulieren, vom Wareneingang, der Einlagerung, der Kommissionierung bis zum Warenausgang. Die fahrerlosen Transportfahrzeuge (FTF) verbinden diese Stationen und sorgen für Transport und Übergabe der auf der Lagerstrecke zu bewegenden Behälter. Die Behälter sind mit RFID-Tags gekennzeichnet, welche über spezielle an den FTFs installierten Lesegeräte erfasst werden. Durch diesen Vorgang erkennt das FTF den jeweiligen Behälter sowie die dazugehörige Wegstrecke und beginnt mit dem Transport. Erste Prototypen sind bereits entwickelt worden. Das Fraunhofer IML übernimmt bei dem Projekt die Programmierung der Steuerungsalgorithmen sowie die Abstimmung der Kommunikations-, Identifikations- und Ortungstechnologien.
Zur Zukunft und gegenwärtigen Situation des Lagers erklärt Professor Dr. Harald Augustin, Fabrik- und Lagerplanung, ESB Business School, Hochschule Reutlingen: „Früher stand das Thema Lagerlogistik nicht so sehr im Fokus wie es heute der Fall ist, denn das Lager diente nur zum Verpacken von Sendungen. Es war mehr Mittel zum Zweck. Heute werden dort Warenströme gebündelt und sogenannte „Value-Added-Services" angeboten, das heißt, es gibt nicht mehr nur den reinen Lagerumschlag.Vielmehr werden komplexe Prozesse abgebildet, die beispielsweise komplette Montagen aus der Produktion umfassen können, um möglichst nah am Kunden und sehr kurzfristig auf Kundenwünsche reagieren zu können. Das heißt die Läger haben sich heutzutage zum Teil zu „Logistikfabriken" entwickelt." Nicht nur die Komplexität sei laut des Experten in den Lägern in den letzten 20 Jahren extrem gestiegen, sondern auch die Fläche habe sich enorm vergrößert. Läger seien zunehmend zu professionellen Einheiten geworden, sodass mittlerweile auch Spezialisierungen innerhalb dieses Geschäftszweiges nötig seien, um die komplexen Lagerprozesse erfassen, verstehen und abwickeln zu können.
Mehr in der Septemberausgabe von "RFID im Blick"
Lesen Sie im ersten Teil der Automatisierungsreportage in der Septemberausgabe von „RFID im Blick" über moderne Lagerkonzepte und Praxisanwendungen. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Lagerprozesse in großen Lägern von IKEA, Kühne + Nagel, Leineweber und anderen.
Bild: Kühne + Nagel (AG & Co.) KG









