B&M Tricon installiert RFID-Systemlösung für Metallkonzern
Im Werk in Plettenberg des holländischen Metallkonzerns Nedschroef werden pro Jahr etwa 12 000 Tonnen Muttern produziert und an die Automobilproduzenten in der ganzen Welt geliefert. Als das Lager im Werk Plettenberg 2008 auf ein Hochregallager von Viastore umgestellt wurde, ergab sich die Anforderung der Vernetzung von Leitstand, Aufgabestation, Packplätzen und Hochregallager mit dem zentralen Brain ERP-System, das auf einer AS400 läuft. Daher wurde nach einer kurzen Pilotphase seit Ende des Jahres 2009 ein RFID-System von B&M Tricon für die Kommissionierung und den Versand der kundenspezifisch produzierten Muttern in die Logistikprozesse integriert.
Alle Muttern im Nedschroef-Lager werden in einheitlichen Metallbehältern gelagert und von diesen auf den Waagen in die Verpackungsgebinde für die Lieferanten gefüllt. Insgesamt sind 4 500 Behälter im Umlauf. Für die Gewichtsermittlung ist es notwendig, die Tara des Behälters genau zu kennen. Dafür wird auf einen Kunststoff-RFID-Transponder von Confidex die ermittelte Tara eingeschrieben. Der Tara-Tag wird einfach auf den Metallbehälter geklebt, ist bis über 100 Grad Celsius temperaturbeständig und kann durch die Staplergabeln nicht zerstört werden.
Zur einmaligen Beschreibung des Tara-Tags wird das Handheld- RFID-Gerät PL3000 von Nordic ID eingesetzt. Dazu wird das Behältergewicht gewogen und händisch am Mobilcomputer eingetippt. Dann wird mit dem Gerät der RFID-Chip im Tara-Tag beschrieben. Durch die Speicherung der Tara im Tag entfallen alle weiteren Tara-Ermittlungen für den Behälter. Das Handheld wird auch eingesetzt, um die Barcodes auf den Fertigungsaufträgen am Behälter zu lesen. Geplant ist auch die Verbuchung und Verfolgung der Behälter in der Produktion mit den Handhelds. Uwe Schnabel, Leiter Werkslogistik bei Nedschroef: „Die Schnittstelle vom Handterminal zur AS400 ist offen und modular und gibt uns die Möglichkeit, das Handterminal auch direkt an die AS400 anzubinden, was bei zukünftigen Erweiterungen des Systems sehr wertvoll ist."
Beim Fertigungsauftrag (A4-Blatt) wird ein RFID-Tag und ein Klebeetikett aufgebracht. Das 80 x 50 Millimeter große Klebeetikett dient der Kennzeichnung von entnommenen Proben für die Qualitätssicherung. Der RFID-Tag wird in einem einzigen „Druckvorgang" im Lexmark-Laserdrucker gleichzeitig mit dem Druck des Fertigungsauftrags beschrieben. Der Fertigungsauftrag wird in eine Klarsichttasche gesteckt und mit Draht außen am Behälter angebracht. Durch den Luftspalt zwischen Behälter und RFID-Tag ist ein problemloses Lesen mit UHF-Readern ohne Störung durch den Metallbehälter möglich. Der RFID-Tag ermöglicht das automatische Lesen der Behälter in der Aufgabestation (Einlaufplatz) des Hochregallagers und bei allen weiteren Bewegungen des Metallbehälters im Lager. In der Aufgabestation des HRLs wird mit einem Intermec UHF-Reader mit zwei verschiedenen Antennen gleichzeitig der Tara-Tag und der Fertigungsauftrag gelesen. Dabei erfolgt auch eine Plausibilitätsprüfung der Signalstärke, um Signale von umstehenden Behältern auszublenden.
Foto: B&M TRICON
Lesen Sie den vollständigen Beitrag in der Septemberausgabe von „RFID im Blick“


Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...







