Oktoberausgabe von „RFID im Blick" berichtet über Praxiseinsätze und Forschungsvorhaben in der Intralogistik
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Rationalisierungs- und Einsparpotenziale durch Erhöhung des Automatisierungsgrads von intralogistischen Systemen unumgänglich. Als Exportland Nr. 1 muss sich Deutschland insbesondere an die Märkte im Ausland anpassen und die Infrastruktur und Verkehrswege so ausrichten, dass die Produkte schneller ins Ausland geschleust werden können. Dafür müssen aber auch im Vorfeld die Prozesse im Unternehmen selbst effizient gesteuert werden, was nur durch eine hohe Automatisierung möglich ist. Experten prognostizieren in den nächsten zwei Jahren ein Umsatzplus der deutschen Intralogistikanbieter, was den Einsatz moderner Technologien in Lagerprozessen vermehren könnte. Doch um die Innovationskraft der hiesigen Intralogistikanbieter zu erhalten und auszubauen, bedarf es der Forschung und hochqualifizierter Arbeitskräfte.
Projekt Pallet-Flow
Die Intralogistik profitiert nicht nur durch die Optimierung von Prozessen im Lager - vielmehr bedarf es auch einer Verbesserung des Transports der Waren auf Schiene auf Straße. Dieses Vorgehen untersucht das EUREKA-Projekt PalletFlow, welches vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Rahmen des Förderschwerpunkts „Intelligente Logistik" gefördert wird. Es wurde zum 1. September 2008 begonnen und endet zum 31. Mai 2011. PalletFlow ist als Verbundvorhaben konzipiert und soll im späteren Geschäftsbetrieb auf internationale Verkehre - insbesondere in Richtung Österreich und Italien ausgeweitet werden. Der Schwerpunkt des PalletFlow Projekts liegt auf der Machbarkeitsprüfung und Entwicklung eines innovativen Schiene-Straße-Transportnetzwerkes für palettierte Teilladungs- und Ladungsverkehre in Europa. Um die Effizienz des Umladeprozesses der palettierten Ware vom Lkw in den Bahnwaggon zu erhöhen, werden die Paletten mit RFID-Chips bestückt, die durch einen Gabelstapler mit integriertem RFID-Reader vollautomatisch identifiziert werden können. Der Live-Betrieb im Rahmen eines Pilotlaufs ist für den Monat November vorgesehen. Projektpartner sind neben dem Fraunhofer IIS und SCS die Unternehmen DB Schenker Rail, Müller - Die Lila Logistik sowie Translog.
Benchmarking im Lager
Seit 1996 beschäftigt sich die Arbeitsgruppe Fraunhofer SCS mit dem Benchmarking von Lagerprozessen. Dabei werden die Prozesse vom Wareneingang bis zum Warenausgang - sozusagen von Rampe zu Rampe - betrachtet und die Lagerleistung gemessen und abschließend mit anderen Lägern verglichen. „Die Leistung messen wir unter Berücksichtigung von den Rahmenbedingungen des Lagers, beispielsweise welche Art von Lager liegt vor, welche Artikel werden transportiert und wie hoch allgemein der Warenfluss ist. Unsere Datenbank umfasst rund 150 Läger. Daher können wir zu dem Anforderungsprofil des aktuell zu überprüfenden Lager ein passendes aus der Datenbank herausfiltern und Vergleiche hinsichtlich der zu optimierenden Prozesse anstellen. Ziel ist es aber auch jedes Lager individuell zu betrachten und herauszufiltern, in welchem Prozessschritt noch Potenziale ruhen. Wir analysieren somit nicht nur das Gesamtlager, sondern auch jeden Teilprozess und erkennen dadurch mögliche Schwachstellen", so Nicole Lubecki-Weschke, Geschäftsfeld Prozesse des Fraunhofer SCS.
„In Lägern muss man zwischen physischen und informatorischen Abläufen unterscheiden. Physisch finden derzeit keine großen Veränderungen statt, beispielsweise sind Hochregalläger seit Jahren auf dem Markt. Bezüglich der informatorischen Abläufe ist zu beobachten, dass bei kleinen und mittleren Lägern das Papier im Rückzug ist und alles auf eine papierlose Kommissionierung hindeutet. Unterstützt wird diese Veränderung durch die Verknüpfung der einzelnen Softwaresysteme, indem beispielsweise das Lagerverwaltungsystem an das Warenwirtschaftssystem angebunden wird und diese miteinander kommunizieren", so Nicole Lubecki-Weschke weiter.
Mehr in der Oktoberausgabe von „RFID im Blick"
Von funkenden Ölbohranlagen bis hin zu Büromaterialien, von der Kleinteilelogistik bis zum Kanban-System - Wie Unternehmen mittels AutoID-Technologien die internen Prozesse verschlanken, darüber sprechen Logistikverantwortliche exklusiv in der 24-seitigen Reportage der Oktoberausgabe von „RFID im Blick". Folgende Unternehmen berichten aus der Praxis: KCA Deutag, Preh, Keller & Kalmbach, Herlitz, Dagab, Tchibo, Bayer Healthcare, Gestellpool Europe.
Bild: BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG


Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...






