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Getaggte Autodächer

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RFID-Tag, welcher an den Glasdeckeln per Saugnapf angebracht wird und die gesamte Produktion mit dem Glasdeckel durchläuft. ArvinMeritor trackt Pkw-Teile

ArvinMeritor, Zulieferer der Automobilindustrie für Pkw, Nutzfahrzeuge, Anhänger, OEM-Sonderfahrzeuge und Ersatzteilmärkte, nutzt im Werk in Gifhorn die RFID-Technologie für das Tracking von Autodächern während sämtlicher Produktionsprozesse. Michael Hartung, Leiter EDV / IS Manager ITMB (IT Managementbeauftragter), interner Auditor, ArvinMeritor, erläutert diese gegenüber „RFID im Blick".

Im Gifhorner Werk fertigt das Unternehmen mit Hauptsitz in den USA Pkw-Dächer mit durchsichtigen, lackierten und selbstverdunkelnden Scheiben. „Die verschiedenen Scheiben, Seitenblenden und der Rahmen sind von unseren Zulieferern mit einem 2D-Datamatrix-Code gekennzeichnet. Diese kundenindividuellen Informationen werden mit einer von ArvinMeritor eindeutigen Nummer auf einen RFID-Tag geschrieben, um exakt die einzelnen Prozessschritte bis zum fertigen Autodach zu dokumentieren", erläutert Hartung. „Der Transponder wird derzeit mittels Saugnapf an den Deckeln angebracht und läuft über die gesamte Produktion quasi als elektronischer ‚Laufzettel' mit".

Exakte Dokumentation

An der ersten Station, dem Primern der Rohglasscheibe, wird die gekennzeichnete Scheibe eingelesen, eine eindeutige ArvinMeritor-Nummer erstellt und auf einen RFID-Tag geschrieben. Gleichzeitig werden die Daten in eine Datenbank geschrieben und ein Timer zur Ablüftung des Primers gestartet. Dies sei wichtig, wie Hartung betont, da im nächsten Schritt, dem Schäumen, zehn Minuten vergangen sein müssen, bevor die Scheibe weiterverarbeitet werden darf. „Das System startet gar nicht erst, bevor die vorgegebene Zeit abgelaufen ist." Erst dann wird der RFID-Tag erneut eingelesen und darauf die Information hinterlegt, dass der Glasdeckel geschäumt ist. Die geschäumte Scheibe wird dann ein weiteres Mal geprimert und muss bevor sie weiterverarbeitet werden darf, ebenfalls ablüften.

Einhaltung der Abluftzeiten

Nachdem die Seitenblenden und der Rahmen ebenfalls geprimert und abgelüftet sind, werden alle Teile beim Verkleben miteinander verheiratet. Immer wieder kann anhand der RFID-Tags geprüft und dokumentiert werden, ob die Abluftzeiten eingehalten wurden. Scheibe und Seitenblenden werden schließlich in der Klebestation in einem Fügetisch auf den Rahmen geklebt. Nachdem das komplette Dach verklebt ist, wird dieses aus der Anlage ausgeschleust. „In der Ausschleusung läuft ebenfalls wieder ein Timer", so Hartung. „30 Minuten muss das Dach in einem Rack verweilen, bevor weitere Prüfungen stattfinden. Auch die Ergebnisse der Vakuumprüfung oder der anschließenden Sichtprüfung, bei der ein Anti-Geräusch-Tape verklebt wird, werden mittels RFID-Technologie erfasst. „Nach der Endprüfung wird bei einem i.O.-Ergebnis schließlich ein 2D-Datamatrix-Code mit einer eindeutigen Nummer für den Kunden gedruckt und angebracht."

Flexibles Datenmanagement

Seit Projektstart Ende des letzten Jahres mit der Auftragsvergabe durch den Kunden haben sich laut dem EDV-Leiter für ArvinMeritor folgende Vorteile ergeben: „RFID ermöglicht eine eineindeutige Zuordenbarkeit auf Einzelproduktebene sowie eine vollständige Produktindividualisierung. Ein flexibles Datenmanagement direkt am Produkt ergibt sich durch die Wiederbeschreibbarkeit des Datenspeichers. Dadurch können Informationen auf dem RFID-Datenträger jeder Zeit geändert, gelöscht oder ergänzt werden. Zudem stehen Produkt-, Wartungs-, Produktions- oder Servicedaten direkt am Produkt zur Verfügung. Als weitere Vorteile konnten die Prozesse beschleunigt und Fehlaussagen reduziert werden. Zudem überzeugte die Unempfindlichkeit des Systems und die vereinfachte Prozessautomatisierung."

Verfolgbarkeit über den gesamten Life-Cycle?

„Seit Projektstart Ende des letzten Jahres mit der Auftragsvergabe durch den Kunden haben sich für ArvinMeritor folgende Vorteile ergeben: Eine ein-eindeutige Zuordenbarkeit auf Einzelprodukt-ebene sowie eine vollständige Produktindividualisierung. Ein flexibles Datenmanagement direkt am Produkt ergibt sich durch die Wiederbeschreibbarkeit des Datenspeichers. Die Informationen auf dem RFID datenträger können jeder Zeit geändert, gelöscht oder ergänzt werden. Produkt-, Wartungs-, Produktions- oder Servicedaten können direkt am Produkt zur Verfügung stehen. Prozessbeschleunigungen, Reduzierung von Fehlaussagen, Unempfindlichkeit sowie vereinfachte Prozessautomatisierung sind weitere Vorteile.

Mit dem geplanten Go live sind bereits Erweiterungen angedacht, wie Hartung ankündigt: „Bisher nutzen wir die RFID-Technologie nur für die internen Prozesse." Zukünftig wäre laut dem EDV-Leiter jedoch auch denkbar, den Tag beispielsweise direkt mit einzuschäumen. „Beim Umschäumen der Glasscheibe werden Metalleinleger zur Stabilisierung des Glasdeckels und zum Verschrauben eingefügt. Hier könnte der Transponder integriert werden. Allerdings müsste sichergestellt sein, dass der Tag auch entsprechende Wärmeprozesse übersteht", wie Hartung anmerkt. Der Vorteil liegt ihm jedoch klar auf der Hand: „Da der Tag somit über die gesamte Lebenszeit des Glasdeckels im Bauteil verbleibt, wäre dieser jederzeit auslesbar und damit über den gesamten Life-Cycle rückverfolgbar."

Bild: ArvinMeritor GmbH

 

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