Home Forschung und Entwicklung Der Anwendungsbezug ist entscheidend

Der Anwendungsbezug ist entscheidend

Drucken

Über 130 Teilnehmer nutzen die Gelegenheit, sich anhand von Live-Anwendungen und Demonstrationen in der Versuchshalle des fml über RFID in der Praxis zu informieren.RFID-Anwendertag am RFID-AZM an der TU München schlägt Brücke zwischen Theorie und Praxis

Live-Demos und praxisnahe Vorträge standen im Mittelpunkt des RFID-Anwendertages vergangene Woche in München. Insgesamt über 130 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich über RFID-Entwicklungstrends zu informieren. Im Mittelpunkt standen vor allem Anwendungen für die Metall- und Elektroindustrie. Neben den Vorträgen, die beispielsweise Einblicke in den aktuellen Stand des RFID-Einsatzes in der Automobilindustrie boten, waren auch viele RFID-AZM Industriepartnern mit eigenen Ständen und Demonstratoren vertreten. „Die Mischung aus Theorie und Praxis stieß auf großes Interesse", freut sich Veranstaltungsleiter Andreas Fruth über den Zuspruch.

„Wir sind sehr zufrieden. Wir spüren mit Ende der Krise wieder eine steigende Resonanz zum Thema RFID. Auch das Feedback war durchweg positiv. Eine Besonderheit hier an der Universität und dem RFID-Anwenderzentrum ist, dass wir unsere Stärke - nämlich die Verknüpfung von Theorie und Praxis - ausspielen können", so Fruth. „Der Anwendertag ist eine Veranstaltung, die genau in diese Kerbe schlägt. Der Tag ist auf Anwender ausgerichtet und keine von Firmen getriebene Veranstaltung. Im Vordergrund steht der Netzwerkgedanke, den Kontakt zwischen Anwendern, Wissenschaft und Herstellern herzustellen."

Das Unternehmen Brooks demonstrierte in der Live Anwendung eine RFID-Kanban-Lösung.„RFID zum Anfassen" in Live-Demos

So wurden neben den theoretischen Vorträgen viele Praxisbeispiele integriert. In den institutseigenen Versuchshallen wurde live demonstriert, wie RFID in der Logistik und Produktionssteuerung funktioniert. Unter anderen wurde die Echtzeitortung von Flurförderzeugen vorgeführt, wie sich Plagiate mittels AutoID-Technologien erkennen oder sich Betriebsmittel mittels RFID verwalten lassen. Roland Fischer, Projektleiter am RFID-Anwenderzentrum München, ergänzt: „Wichtig ist für uns, nicht nur auf der Hochschulebene zu bleiben, sondern uns praxisnah an der hohen Prozentzahl von Anwendern auf der Tagung auszurichten.

Hoher Informationsbedarf

Fischer sieht nach wie vor einen großen Wissensbedarf zum Thema RFID gegeben: „Wir stellen fest, dass es immer noch Unternehmen gibt, die kaum oder gar nicht über die Technik informiert sind. Vor allem bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen, die in Bayern gerade im Bereich der Metallindustrie zahlreich vertreten sind, gibt es oft noch Wissensdefizite. Aus dem Anwendertag haben wir auch gelernt: Es gibt Unternehmen, die sogar RFID im großen Umfang betreiben, deren Mitarbeiter teilweise dennoch nicht über die Technik oder interne Ansprechpartner dazu informiert sind. Diese nutzen unseren Anwendertag um sich auf den aktuellen Stand zu bringen.“

Anwendungsbezogene Forschung am AZM

Laut Fischer versteht sich das Anwenderzentrum München als interdisziplinäre Plattform, an der zum einen wissenschaftliche Institute aus den Bereichen Elektrotechnik, Informatik sowie Logistik- und Produktionstechnik beteiligt sind. Zum anderen gehört auch eine stetig wachsende Anzahl an RFID-Anwendern und Systemintegratoren aus der Wirtschaft zu den Mitgliedern. „Wir sehen uns als offene Plattform für Unternehmen, die von unseren erarbeiteten Ergebnissen profitieren können, indem wir versuchen zusammen mit den anfragenden Parteien Probleme zu lösen“, betont Fischer. Neben Testmöglichkeiten verfügt das AZM unter anderem über eine umfangreiche Datenbasis, die Transponderleistungen auf verschiedenen Materialien sowie zahlreiche am Markt verfügbare Hardwarekomponenten listet. Zurzeit sind dort außerdem rund 350 Referenzfälle aufgeführt, die sich nach verschiedenen Themen wie beispielsweise Frequenzbereiche, Branche oder Einsatzbereich auswerten lassen. „Als Wissensträger versuchen wir zudem durch Schulungen für die Industrie die Ergebnisse aus der Forschung und Spitzenforschung herunterzubrechen und für Unternehmen auf einfache Art und Weise zugänglich zu machen. Das möchten wir auch durch Schulungen erreichen, die wir für Unternehmen mit den jeweiligen Schwerpunkten unserer Disziplinen anbieten “, ergänzt Fruth.

Das Konzept befindet sich gerade im Aufbau, es beinhaltet Schulungen zu RFID-Hardware- und IT-Komponenten sowie das Projektmanagement. Das Angebot soll sich an Anwender und Anbieter richten, aber auch an Entwickler von Transpondern. Zudem plant das RFID-AZM ab April 2011, in einem zweijährigen Projekt eine E-Learning-Plattform für RFID gemeinsam mit mehreren Bayerischen Unternehmen einzurichten. Mit dieser sollen sich vor allem KMU über RFID kundig machen und qualifizieren können.

Fotos: fml - Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik, Technische Universität München

 

 

 

Jahreskongress 2012

Aktuelle Ausgabe

Maiausgabe 2012: Themenspezial RFID-Reader und RFID-Systemintegratoren

Maiausgabe 2012: Themenspezial RFID-Reader und RFID-Systemintegratoren Die RFID-Technologie ist ausgereift. Standards für die gängigen Systeme sind verfügbar. Und für alle Anwendungen unterschiedlichst...

Aprilausgabe 2012: Logistik sicher im Griff

Aprilausgabe 2012: Logistik sicher im Griff

Titelstory
Ohne zuverlässige Logistik, ohne optimierte Warenprozesskette und ohne die Möglichkeit Komponenten eindeutig zuzuordnen,...



Medienpartnerschaften

OMNICARD 2012: 17. - 19. Januar, Der ultimative Kongress für die Smart Card/Smart Objects Community!

RFID-Jahreskongress

Spezialausgaben

rib_mnchen2011_titelseite
rib_aim2011_titelseite