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Funkende RFID-Chips in der Lackiererei

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Annähernd 1 000 Fahrzeuge pro Tag müssen in Spitzenzeiten schnell und zuverlässig durch die verschiedenen Bereiche der Lackiererei bei VW Nutzfahrzeuge Hannover transportiert und bearbeitet werden. RFID-Systeme von Siemens sorgen für Durchsicht im Volkswagen-Werk Hannover

Die Produkterkennung und -nachverfolgung per RFID ist auch im Hannoveraner Werk von Volkswagen seit Jahren Stand der Technik. Neben Transportern der aktuellen Modellreihe T5 werden dort auch die Karosserien für den viertürigen „Familien"-Porsche Panamera gefertigt und im ständigen Wechsel mit den Transporterkarossen lackiert. Das sorgt für eine optimale Auslastung der Kapazitäten von derzeit drei Decklacklinien, auf denen sowohl konventionelle als auch 5-schichtige Metallic-Lacksysteme auf Wasserbasis („5a-Prozess") verarbeitet werden. In den Lackierstraßen setzt Volkswagen aktuell auf das RFID-System Moby D von Siemens, welches den Trocknungsprozessen bei Temperaturen von bis zu 100 Grad Celsius widerstehen kann.

Statt wie bisher sämtliche Karosserie- beziehungsweise Produktionsdaten auf den Datenträgern zu speichern und an den einzelnen Stationen auszulesen, liest VW im Bereich der Lackiererei nur noch die vom Tag-Hersteller vergebene, eindeutige Tag-ID. Mit dieser Tag-ID ist ein Fahrzeug-Stammdatensatz in die Betriebsmittelkopfsteuerung (BMS-K) verknüpft, der alle erforderlichen Merkmale wie Karosserienummer, Kontur, Aufbauten und Farbe enthält. Die BMS-K koordinieren die Automatisierungssysteme eines bestimmten Abschnitts (Vorbehandlung, Unterbodenschutz, Nahtabdichtung und andere), hier überwiegend SPS-Steuerungen für die Fördertechnik. Sie sind an ein Materialflusssystem (MFS) angebunden, das wiederum dem werkweiten Fahrzeug-Informations-System (FIS) unterlagert ist, das den gesamten Fahrzeugfluss im Werk Hannover überwacht. BMS-K, MFS und FIS sind redundant ausgeführt, so dass die Daten auch bei Ausfall eines Teilsystems konsistent erhalten bleiben.

Ausfallsicherheit war auch das entscheidende Kriterium bei der Wahl des RFID-Systems im Umfeld der Lackiererei, weshalb man sich für den mobilen Datenspeicher MDS D139 aus dem Moby D-System von Siemens entschieden hat. Dieser ist für den Dauereinsatz bei Temperaturen von bis zu 220 Grad Celsius konzipiert und in Schutzart IP68/IPx9K ausgeführt. Im Fall der mechanischen Zerstörung eines RFID-Tags wird einfach ein neuer Datenträger montiert und lediglich die neue Tag-ID anhand des parallel mitgeführten Barcodes über ein mobiles Schreib-/Lesegerät wieder mit dem zugehörigen Datensatz verknüpft.

Nach Abschluss der Umstellung im Bereich Unterbodenschutz der Lackiererei werden über 135 Schreib-/Lese-Geräte des Typs SLG D11S in dezentralen Schaltkästen installiert sein. Die dazugehörigen RFID-Antennen ANT D5 sind in Schutzart IP65 für die direkte Montage in den Förderstrecken ausgelegt. Die Kommunikation zwischen den Moby-D-Lesegeräten und den lokalen Simatic-Steuerungen erfolgt über Profinet. Die Fahrzeugstammdatensätze übermitteln die Lesegeräte über das standardisierte File Transfer Protokoll (FTP) an die BMS-K. Die durchgängige Profinet-Architektur vereinfacht auch die Diagnose und Wartung der weitläufigen, über mehrere Gebäude und Etagen verteilten Installationen. Damit können Störungen von zentraler Stelle aus noch präziser und somit schneller als bisher lokalisiert und Stillstandszeiten weiter reduziert werden.

Der Autobauer rüstet nach und nach alle anderen Bereiche der Lackiererei mit dem RFID-System Moby D aus.

Bild: Siemens AG

 

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